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Hat seinen Vorsprung verteidigt: Nach dem ersten Wahlgang vor zwei Wochen hat Frank Zellner nun auch die Stichwahl in Peißenberg gewonnen.

Bürgermeisterwahl in Peißenberg

Frank Zellner (CSU) ist neuer Bürgermeister in Peißenberg

  • Bernhard Jepsen
    VonBernhard Jepsen
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Peißenbergs neuer Bürgermeister heißt Frank Zellner. Der 42-Jährige setzte sich in der Stichwahl mit 56,4 Prozent der Stimmen gegenüber SPD-Spitzenkandidat Robert Halbritter durch. Die Wahlbeteiligung lag bei mäßigen 67,1 Prozent.

Peißenberg – Manuela Vanni (Peißenberger Liste) stand gestern Abend kurz nach 19 Uhr „total entspannt“ im Foyer vor dem Rathaussitzungssaal: „Zum ersten Mal seit zwölf Jahren bin ich bei Wahlen nicht nervös“, scherzte die Noch-Bürgermeisterin. Dass sie es vor zwei Wochen nicht in die Stichwahl geschafft hatte, hat Vanni längst verdaut: „Ich habe mein Büro bereits übergabefertig gemacht.“ Zu dem Zeitpunkt stand bereits fest, wer ab Mai in Vannis Büro einziehen wird. Um 18.52 Uhr waren die elf Briefwahlbezirke ausgezählt. In allen lag Frank Zellner vor Robert Halbritter. Das Ergebnis des ersten Wahlgangs, als Zellner bereits mit sieben Prozent in Front lag, hatte sich bestätigt. „Ich freue mich sehr auf meine neue Aufgabe und darüber, dass die Bürger mir das Vertrauen geschenkt haben“, so Zellner.

Wie die anderen Stichwahlen gelaufen sind, lesen Sie in unserem Wahlticker.

Erst im Herbst 2018 hatte er die Leitung des Jobcenters in Weilheim übernommen. Selbiges muss sich nun einen neuen Geschäftsführer suchen: „Das Center wird in guten Händen weitergeführt“, versicherte Zellner, der seinen Wahlsieg am Abend im kleinen Familienkreis feierte. In der Anfangsphase seiner Amtszeit, so betonte er, würde es zunächst darum gehen, „Peißenberg gut durch die Corona-Krise zu führen“. Mit einer ordentlichen Prise Humor nahm Robert Halbritter seine Niederlage auf. „Besser als der Streicher Hans“, witzelte der SPD-Spitzenkandidat über sein Ergebnis (43,62 Prozent) und über seinen Schwager, der vor sechs Jahren gegen Vanni in der Stichwahl nur 41 Prozent geholt hatte. Der Wahlausgang sei nach dem Ergebnis des ersten Umlaufs vor zwei Wochen „nicht überraschend gekommen“: „Ich habe mir eigentlich wenig Hoffnungen gemacht“, gestand Halbritter.

Hinzu sei die Corona-Krise und die „hervorragende Arbeit“ von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder gekommen: „Das hat die CSU natürlich gepuscht.“ Zudem verfüge die SPD nicht über das Wahlkampfbudget wie die Christsozialen. Vanni, Wurzinger und er hätten auch durch die ständigen Querelen im Marktrat an Wählergunst eingebüßt. „Ich wünsche Frank Zellner alles Gute und hoffe, dass er den Marktrat eint. Ich bin gespannt auf seine Politik“, erklärte Halbritter. Entscheidend für die Einigkeit im Marktrat wird sicher die Frage sein, ob CSU/Parteilose auch das Amt des zweiten Bürgermeisters für sich beanspruchen oder andere Gruppierungen mit ins Boot holen. Am Wahlabend hielt sich Zellner dazu noch bedeckt – allerdings gab es erste Signale: „Wichtig ist, dass wir miteinander gut zusammenarbeiten. Ich will Bürgermeister von allen Peißenbergern sein.“ Ob Halbritter Ambitionen auf den Posten des Vize-Rathauschefs hat, ist ungewiss: „Ich schließe es nicht kategorisch aus. Aber mein Beruf hat während meiner Kandidatur sehr gelitten. Da muss ich wieder aktiver werden. Das bin ich meinem Chef schuldig.“

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