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Die Kandidaten der BV wollen das Potenzial von Peißenberger nutzen.

Kommunalwahl 2020/Peißenberg:  „Ökologisch, sozial und fair“

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„Peißenberger Bürgervereinigung…und Peißenberg blüht auf“. Diesen Slogan hat sich die BV für den Kommunalwahlkampf auf die Fahnen geschrieben. Bei ihrer Aufstellungsversammlung präsentierte die unabhängige Wählergruppierung bereits ein ausgearbeitetes Wahlprogramm. Der Tenor: „Peißenberg hat Potenzial“ – und das soll genutzt und weiterentwickelt werden.

Peißenberg – Die Aufstellungsversammlung der BV im Gasthof „Zur Post“ war bereits in vollem Gang, als fünf der 24 Listenkandidaten noch auf die Schnelle ihren Mitgliedsantrag ausfüllten. „Das ist der größte Mitgliederzuwachs in der Geschichte der Bürgervereinigung“, scherzte Wahlleiter Alexander Rossner. Am Ende waren es 26 Stimmberechtigte, die der vom Vorstand ausgearbeiteten Kandidatenliste einhellig ihr Plazet gaben – und laut Rossner für Verhältnisse „wie in Nordkorea“ sorgten.

Rossner kandidiert von Platz sechs aus für den Gemeinderat. Der 56-jährige Rechtsanwalt bezeichnete sich bei der Vorstellungsrunde schmunzelnd als „Vertreter der Alten Bahn“. Rossner sitzt aber auch im Vorstand der „Gemeinwohlökonomie Bayern“, einer Bewegung, die sich für ein nachhaltiges Wirtschaftssystem einsetzt und die bekanntlich auch in Peißenberg nach und nach implementiert werden soll. Die „GWÖ“ ist eines der Premiumprojekte der BV und entspricht ziemlich genau ihrem im Wahlprogramm festgelegten Selbstverständnis: „Ökologisch, sozial und fair.“ Thematisch dürften dafür vor allem auch die Kandidaturen von Andrea Freudhöfer (ÖDP-Kreistagskandidatin), Susanne Seeling (ehemalige Asylkoordinatorin im Landkreis) und Bernd-Michael Habermeyer („Lebenswertes Peißenberg“, Energiegenossenschaft) stehen.

Nicht mehr auf der Liste findet sich hingegen die amtierende Gemeinderätin Petra Bauer. Als Vize-BV-Vorsitzende hat sie aber maßgeblich an der Vorbereitung der Aufstellungsversammlung mitgewirkt und ihre Tochter Franziska sowie Ehemann Andreas als Kandidaten rekrutiert. Und was findet sich sonst noch alles auf der BV-Bewerberliste? Sehr viel „TSV Peißenberg“. Listenplatz „1“ wurde erwartungsgemäß für TSV-Präsident Stefan Rießenberger reserviert: „Ich bin sehr stolz, dass ich die Liste anführen darf.“ Des weiteren kandidiert Frank Osenberg (Leichtathletik-Abteilungsleiter), Annette Halbritter (TSV-Frauenvertreterin), Markus Heidler (TSV-Vize-Präsident) Jürgen Hubl (Technischer Leiter) und Hubert Jungmann (Tennis-Abteilungsleiter).

„Wir haben kluge und engagierte Köpfe auf unserer Liste“, so Vorsitzender Matthias Reichhart: „Jeder der 24 Kandidaten wäre eine Bereicherung für den Gemeinderat.“ Wie angekündigt, verzichtet die BV auf einen echten Spitzenkandidaten. 2014 hatte sich noch Rießenberger erfolglos um den Chefsessel im Rathaus beworben.

Die BV kündigte an, einen fairen Wahlkampf führen zu wollen: „Niemand wird dadurch besser, dass er andere schlecht macht“, erklärte „Listenführer“ Rießenberger. Für die Arbeit im künftigen Gemeinderat, so hieß es, müssten alle Gruppierungen miteinander kooperieren – mit einer Ausnahme: „Falls die AfD antritt, dann gibt´s Kampf“, kündigte Rossner an. Ihr Wahlprogramm hat die BV in Schlagwörtern wie „Generationentauglichkeit“, „Wohnen und Ortsbild“, „Wirtschaftsstandort“, „Integration“, „Tradition“ sowie „Freizeit, Kultur und Vereine“ gegliedert. Ganz konkret spricht man sich für die Errichtung eines Geburtshauses, eines Waldkindergartens sowie weiterer Freizeitangebote und Treffpunkte für die jüngere Generation aus. Ebenfalls auf der Agenda stehen der Ausbau des Radwegenetzes, verkehrsberuhigende Maßnahmen entlang der Ortsdurchfahrt, die Schaffung bezahlbaren Wohnraums und eine effektive Nutzung der begrenzten Flächenkapazitäten. Und: „Wir setzen auf eine energieautarke Gemeinde bis 2035“, so Reichhart.

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