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Referierten über die Ammer: (von links) Nikolaus Stöger (Bayerische Staatsforsten), Monika Hirl (Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern), Matthias Luy (Landesbund für Vogelschutz), Karl-Heinz Grehl (stellvertretender Landrat), Dr. Sebastian Hanfland (Landesfischereiverband), Dr. Norbert Schäffer (LBV-Vorsitzender), Roland Kriegsch (Leiter des Wasserwirtschaftsamts Weilheim) und der Landschaftsökologe Alfred Ringler. 

Kritische Stimmen bei LBV-Tagung

Die Ammer ist nicht nur der Hammer

„Die Ammer ist der Hammer – ein Juwel unserer Heimat.“ Unter diesem Titel stand eine Tagung, zu der der Landesbund für Vogelschutz (LBV) in die Tiefstollenhalle in Peißenberg eingeladen hatte. Über 100 Besucher zählte die Veranstaltung, bei der auch Kritiker zu Wort kamen.

Peißenberg – Für den LBV-Vorsitzenden Dr. Norbert Schäffer ist die Ammer „etwas Besonderes“, das geschützt werden müsse. Gleichzeitig könne sie aber auch „bedrohlich sein“, diesbezügliche Sorgen der Anwohner müsse man ernst nehmen. Den Ausbau der Wasserkraft an der Ammer lehnt Schäffer ab, die Flüsse in Bayern würden bereits ihren Anteil zur regenerativen Stromerzeugung leisten. Die Ammer solle als wertvoller naturnaher Lebensraum erhalten bleiben. Besser als die Steigerung der Erzeugung von elektrischer Energie sei die Reduzierung des Verbrauchs. Schäffer bedauert: „Das gute alte Energiesparen ist aus der Mode gekommen.“

Dr. Sebastian Hanfland vom Landesfischereiverband fordert, die Ammer und die vom Staffelsee kommende Ach wieder für Fische durchgängig zu machen, um ihnen die Wanderung zu ermöglichen und so die Artenvielfalt zu erhalten. Auf die Nachfrage eines Besuchers, was er von Schachtkraftwerken halte, die Fische nicht schädigen, sagte Hanfland: „Das kann ich mir nicht vorstellen.“

Der Erhalt der Artenvielfalt ist auch dem Landschaftsökologen Alfred Ringler wichtig. Dazu sei unter anderem der Schutz der Griese, der großen Kiesflächen im Oberlauf, notwendig. Diese würden nicht nur seltenen Pflanzen einen Lebensraum bieten, sondern auch dem Wasserrückhalt dienen.

Der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands, Wolfgang Scholz, sieht das Thema „Ammer“ etwas komplexer. Flüsse seien nicht nur Natur, sondern auch ein Teil des menschlichen Lebensraums. So sei die Besiedlung oft entlang von Flüssen erfolgt, weil diese als Verkehrswege genutzt wurden und die fruchtbaren Böden beiderseits eine ideale Grundlage für die Nahrungsmittelproduktion boten. Auch die Energiegewinnung begann an den Flüssen. So sollte auch heute die Situation der Bauern verstanden werden, bei denen es ein „hohes Angstpotenzial“ gebe. Die Ängste seien berechtigt, wenn etwa der Fluss landwirtschaftliche Flächen oder Zufahrtswege zu solchen wegspüle.

Alfred Schubert

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