Teilnehmer der Peißenberger Eislaufschule im Eisstadion an der Pestalozzistraße.
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Das Eisstadion als Tummelplatz: Die Eislaufschule in Peißenberg ist stets gut besucht.

Peissenberg

Eisstadion: Läuft der Betrieb gleich nach den Sommerferien?

  • Bernhard Jepsen
    vonBernhard Jepsen
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Trotz Corona hat ein Großteil der Sparten des TSV Peißenberg den Sportbetrieb wieder aufgenommen. Beim Eisstadion tut sich der Sportverein allerdings noch schwer. Die Eisbereitung soll zu Beginn des neuen Schuljahres erfolgen – doch sicher ist das nicht

Eigentlich war alles schon generalstabsmäßig geplant: Am 17. August sollte heuer im Eisstadion der Betrieb beginnen – so früh im Jahr wie noch nie in der rund 30-jährigen Geschichte des hallenüberdachten Kunsteisstadions an der Pestalozzistraße. Zum Hintergrund: Der TSV als Hallenbetreiber konkurriert mit anderen Eisstadien in der Region – zum Beispiel um die Gunst der Hobbymannschaften. Die bringen über das Jahr wichtige Mieteinnahmen in die Kasse. Je früher das Eis aufbereitet wird, desto besser – zumindest, wenn man energetische Fragen ausklammert. Doch Corona hat die Pläne des TSV zunichte gemacht.

In Absprache mit der Eishockey-Sparte hat man aufgrund der angespannten Pandemielage den Starttermin verschoben. Die Eishalle soll nun nach den Sommerferien im September öffnen. Doch die Betonung liegt auf „soll“. „Es ist noch nichts fix. Wir peilen den 7. oder 8. September an. Wir befinden uns momentan noch im luftleeren Raum“, erklärt TSV-Präsident Stefan Rießenberger. „Es kommt letztlich auf das bayerische Innenministerium an“, ergänzt sein Stellvertreter Markus Heidler. Unter den aktuellen Hygiene- und Abstandsregelungen wäre der Eishallenbetrieb nur schwer zu händeln.

Eisstadion: Öffnung Anfang September geplant

Zwar hat der Deutsche Eishockeybund (DEB) ein an das Füssener Eisstadion angelehntes Hygienekonzept herausgegeben. Doch Rießenberger hält es für „absoluten Schwachsinn“, die Rahmenbedingungen eines Bundesleistungszentrums als Referenz für kleine Eishallenbetreiber in den Raum zu stellen: „In Füssen gibt es bis zu 20 Umkleidekabinen. Das kann man mit uns überhaupt nicht vergleichen.“ Im Peißenberger Eisstadion stehen gerade einmal fünf Kabinen zur Verfügung. Das Problem: Nach den aktuellen Abstandsregeln dürften die einzelnen Kabineneinheiten nur von fünf Sportlern gleichzeitig benutzt werden. Die TSV-Eishackler haben zwar ein 20-seitiges Hygienekonzept ausgearbeitet, das sich an die Benutzung der Sporthallen anlehnt und auf das Eisstadion zugeschnitten ist. Aber ein Punktspielbetrieb unter den Bedingungen ist nur schwer vorstellbar.

Ob die Eishackler überhaupt in eine Bayernliga-Saison 2020/2021 starten können, ist derzeit noch völlig ungewiss. Vom Bayerischen Eishockeyverband ist bislang nur ein Rahmenterminplan vorgelegt worden, mehr nicht. Es gibt viele offene Fragen, zum Beispiel, ob Zuschauer ins Eisstadion gelassen werden dürfen. Die Amateurteams in den unteren Ligen sind auf Publikumseinnahmen angewiesen. „Es gibt aber noch kein Konzept für Zuschauer. Die wären nach aktuellem Stand der Coronaregeln definitiv untersagt“, erklärt Rießenberger.

Sportstätten in der Corona-Zeit

„Der TSV versucht, ganz Peißenberg den Sportbetrieb zu ermöglichen. Für uns kleinen Haufen im Vorstand ist das gar nicht so einfach“, erklärt TSV-Präsident Stefan Rießenberger stolz. Seit ein paar Wochen sind die Turnhallen und die Sportstätten im Freien wieder nutzbar. Die Gemeinde hat dem TSV die Betriebsträgerschaft übertragen – und damit auch die Haftung und den Organisationsaufwand. Der Sportverein musste vor Öffnung der Sportstätten ein ausführliches Hygienekonzept im Landrats- und Gesundheitsamt vorlegen. Inzwischen sind die Sportanlagen an allen Wochentagen belegt. Aufgrund der besonderen Situation mit der langen Corona-Pause im Frühjahr bleiben die Turnhallen heuer auch in den Ferien noch eine Zeit lang geöffnet. Erst am 14. August wird der Betrieb für zwei Wochen unterbrochen.

Für die Vergabe der Belegungszeiten ist allein der TSV zuständig – wobei nicht nur die eigenen Sparten bedient werden. Auch die Tanzgarden des „Frohsinn 2000“, die Linedancer, die Solidarität, der Reha-Sportverein und die Hobbykicker vom „Gasthaus Post“ und „FC Plötz“ erhalten über den TSV Einlass in die Sportstätten.

Doch selbst wenn kein Punktspielbetrieb möglich sein sollte, will der TSV alles tun, um die Eishalle zu öffnen: „Wenn wir das Stadion geschlossen lassen würden, dann wäre das ganze Umfeld und die Zukunft der Eishockey-Sparte stark gefährdet“, konstatiert Rießenberger. „Hauptziel“ sei es, zumindest einen Trainingsbetrieb zu ermöglichen: „Das ist auch unter sozialem Gesichtspunkt wichtig. Das Eisstadion ist im Winter die Anlaufstelle Nr. 1 in Peißenberg“, betont der TSV-Präsident.

Eisstadion: Auch andere Sparten sind darauf angewiesen

Auch andere Sparten wie die Stockschützen oder die Eiskunstläufer seien auf die Einrichtung angewiesen. Ebenso dürfe man den Publikumslauf nicht vergessen. Um die Kapazitäten der Kabinennutzung etwas auszudehnen, hat man als Plan B die Aufstellung einer provisorischen Zeltbehausung ins Auge gefasst.

Ein Jahr im reinen Trainingsmodus könnte der TSV finanziell wohl überbrücken – „wenn wir Einnahmen durch die Hobbymannschaften haben“, wie Schatzmeister Ulrich Ingenfeld relativiert. Auch ein Jahr mit kompletter Schließung „würde man überleben“. Aber das ist für die TSV-Verantwortlichen aktuell keine Option

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