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Ein Biber – hier ein Archivbild – war zwei Tage lang in einem Fischbecken gefangen.

Er konnte aber gerettet werden

Rettungsaktion für verirrten Biber

Ein Biber hielt die rauschenden Fischbecken von Peter Kunath in Paterzell wohl für einen Bach. Der Nager fiel in eines der Betonbecken und kam nicht mehr heraus. Die Biberberater mussten ihn aus seiner misslichen Lage befreien. Die Biber sind im Landkreis generell auf dem Vormarsch.

Landkreis – Dass ausgewachsene Biber hier in der Gegend fast keine natürlichen Fressfeinde – wie den Luchs oder Wolf – haben, ist durchaus bekannt. Deshalb hat auch die Population der Nager in den letzten Jahren wieder zugenommen. Das bemerkte dieser Tage auch Peter Kunath, der in seinem Fischbecken in Paterzell einen Biber vorfand.

Kunath sah angenagte Bretter in den einzelnen Becken schwimmen. „Da wusste ich sofort, dass ein Biber dahinter steckt“, sagt er weiter und lacht. Außerdem sei eines der Gitter, das normalerweise immer geschlossen sei, offen gewesen. „Da bin ich dann natürlich sofort zu jedem Becken gegangen und habe im untersten den Biber sitzen sehen“. Daraufhin habe er das Gitter geschlossen, damit der Nager nicht mehr flüchten konnte.

Der Biber konnte unverletzt in die Natur entlassen werden

Kunath informierte die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises und bekam Hilfe von einem ehrenamtlichen Biberbeauftragten aus Peißenberg, Friedrich Gindhart. Er fing den Biber vorsichtig ein. So vorsichtig, dass das Tier keine Verletzungen davontrug und wenig später gesund und munter in die Natur entlassen werden konnte.

Peter Kunath entdeckte die angenagten Holzteile in seinem Fischbecken und wusste sofort, dass da ein Biber zugange war.

Es kann schon passieren, dass Biber irgendwo hängen bleiben oder runterfallen, wenn sie auf der Suche nach einer neuen Heimat sind, berichtet der Experte. „Nach zwei Jahren im elterlichen Revier werden die Jungtiere verstoßen“, erklärt Gindhart. 

Auch in anderen Teilen des Landkreises werden die Biber immer mehr

Denn dann komme der neue Nachwuchs und die älteren Jungtiere seien auf sich alleine gestellt. Aber nicht nur in Paterzell werden die Biber immer mehr: Auch in Penzberg gibt es immer mehr Beschwerden, wie der Biberberater, Walter Heußler, berichtet. 

Und nicht nur dort: Auch in Gebiet von Gerhard Schauberger, das von Schongau bis Peiting reicht, melden sich immer wieder Biber-Geschädigte, wie Schauberger berichtet. „14 Schäden habe ich dieses Jahr aufgenommen“, sagt er. Am häufigsten werden angenagte Bäume gemeldet. „Ich bekomme so ziemlich jede Woche einen Anruf“, so Schauberger. Aber auch Überschwemmungen in Forsten oder auf Feldern seien häufig ein Grund.

Oftmals werden ganze land- und forstwirtschaftliche Areale durch Biber zerstört. „Letztes Mal wurde in meinem Einsatzgebiet eine frische Aufforstung durch einen Biber kaputt gemacht, da er alles unter Wasser gesetzt hat“, so der Penzberger Heußler. 

Private Haushalte müssen Reparatur der Schäden selbst bezahlen 

Das koste nicht nur viele Nerven, sondern auch viel Geld. Er verstehe auch, wenn sich Bürger über Biber und deren Beschädigungen beschweren. „Ein privater Haushalt muss die Reparatur der Schäden alleine stemmen“, heißt es weiter. Der sogenannte „Biberfonds“ greift nur, sobald Menschen betroffen sind, die von landwirtschaftlichen Erträgen leben.

Es sei jedoch nicht alles schlecht, was Biber machen. „Dort, wo sie arbeiten können und dürfen, sind sie nützlich“, erklärt Heußler. Es kommen zum Beispiel seltene Libellenarten zurück, wo Biber „arbeiten“ dürfen.

VON FRANZISKA FLORIAN

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