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320 PS und 18 Tonnen: „Langer Weg“ bis zum neuen Löschfahrzeug - Peißenberger Feuerwehr feiert

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Von: Bernhard Jepsen

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Den symbolischen Schlüssel für das neue HLF bekam Philipp Reichhart (3.v.l.) von Rudi Mach (4.v.l.) überreicht. Mit dabei: (v.l.) Robert Pickert, Mathias Hausmann jun. (Feuerwehrfahrzeugbau-Firma „Lentner“), Klaus Hutter (Fahnenträger) und am Steuer Andreas Schmid.
Den symbolischen Schlüssel für das neue HLF bekam Philipp Reichhart (3.v.l.) von Rudi Mach (4.v.l.) überreicht. Mit dabei: (v.l.) Robert Pickert, Mathias Hausmann jun. (Feuerwehrfahrzeugbau-Firma „Lentner“), Klaus Hutter (Fahnenträger) und am Steuer Andreas Schmid. © Bernhard Jepsen

Es verfügt über ein MAN-Fahrgestell, hat 320 PS, bringt 18 Tonnen auf die Waage - und es war ziemlich teuer: Die Rede ist vom neuen Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) der Peißenberger Feuerwehr. Am Samstagabend wurde das Gefährt feierlich gesegnet.

Peißenberg – Natürlich muss eine Einweihungsfeier für ein neues Feuerwehrauto gut vorbereitet werden. Nicht nur das Zielobjekt, sondern der ganze Fuhrpark sollte blitzblank gewaschen und poliert sein. Dazu muss die Verköstigung der Gäste organisiert werden. Doch für all das hatte die Peißenberger Feuerwehr vergangene Woche nur wenig Zeit: Am Dienstag wurde die Mannschaft nach einem Blitzeinschlag zu einem Dachstuhlbrand in die Iblherstraße gerufen und am Donnerstag zu einem Gasalarm. Beide Male rückten die Floriansjünger mit dem neuen HLF aus. Seit Januar steht das mit einer Wasserkapazität von 2000 Litern ausgestattete Löschfahrzeug im Fuhrpark der Peißenberger Feuerwehr. Kommandant Philipp Reichhart sprach in seiner Festrede bezüglich der Beschaffung von einem „langen Weg“. Ausschreibung, Auswahlverfahren und schlussendlich die Abnahme seien mitunter langwierige Prozesse – noch dazu in Pandemiezeiten: „Corona macht eine Fahrzeugbeschaffung nicht gerade leichter“, so Reichhart. Mit dem neuen HLF sei die Wehr aber nun wieder „wahnsinnig gut ausgestattet“.

Neues Fahrzeug exakt auf Bedürfnisse der Peißenberger zugeschnitten

Während man das alte Löschfahrzeug (LF 16; Baujahr 1994) an die Wessobrunner Feuerwehr abgegeben hat, ist das neue HLF exakt auf die Bedürfnisse der Peißenberger Floriansjünger zugeschnitten worden. „Wir haben es ganz bewusst in Richtung der technischen Hilfeleistungen bestücken lassen“, erklärte Kommandant Reichhart. Immer häufiger muss die Wehr zum Beispiel bei Stürmen, Hochwasserereignissen oder Unfällen ausrücken. In der Fahrzeugausstattung sind deshalb unter anderem Akku-Schneidegeräte integriert.

HLF kostet rund 450.000 Euro - vor der Teuerungswelle

Das alles hat natürlich seinen Preis – nämlich insgesamt rund 450.000 Euro. 125.000 Euro flossen an staatlichen Zuschüssen. „Uns ist klar, dass das ein Haufen Geld ist. Aber es hat alles gut geklappt mit der Gemeinde“, bilanzierte Reichhart. Die Feuerwehr hatte zudem das Glück, dass die Beschaffung vor der allgemeinen Teuerungswelle über die Bühne gebracht werden konnte: „Heute würden wir das Fahrzeug für diesen Preis nicht mehr bekommen, sondern müssten 20 Prozent mehr bezahlen“, so Reichhart.

Die Kommune ist der Sachaufwandsträger für die Feuerwehr. Als offizieller Vertreter des Marktes bei der von Diakon Bernd Skuras und Pfarrer Rainer Mogk zelebrierten Segnung war Rudi Mach (Peißenberger Liste) anwesend. Er vertrat als Gemeinderatsnestor Bürgermeister Frank Zellner (CSU) und dessen Stellvertreter Robert Halbritter (SPD). Die beiden Rathauschefs waren nach Italien gereist, um die Möglichkeit einer Städtepartnerschaft auszuloten.

Dissonanz bei der Feier: Wieso sprechen nicht die Feuerwehrreferenten?

Mach betonte, dass die Gemeinde bei der technischen Ausrüstung der Feuerwehr gefordert sei. Mit dem neuen HLF habe sich deren Ausrüstungsgrad deutlich verbessert: „Ich hoffe aber, dass es nur selten zum Einsatz kommt.“

Dass Mach im Feuerwehrhaus ans Mikrofon trat, sorgte am Rande der Segnung durchaus für Dissonanzen. Mit Sandra Rößle (CSU/Parteilose) und Stefan Rießenberger (Bürgervereinigung) hat der Gemeinderat eigentlich zwei eigens bestimmte Feuerwehrreferenten. Beide waren zur Feier eingeladen worden - und beide waren auch anwesend. Rießenberger verbarg seinen Unmut über Machs Redeauftritt nicht: „Ich bin da schon überrascht. Bei der Sportlerehrung spricht ja auch der Sportreferent.“

Doch zurück zur Segnungsfeier: Nachdem die Knappschaftskapelle die Bayern-Hymne intoniert hatte, wurden die Gäste (unter anderem Gemeinderäte und Kreisbrandmeister) und Fahnenabordnungen der Feuerwehren aus den umliegenden Nachbargemeinden kostenlos mit Essen und Trinken versorgt: „Der Zapfwagen steht in der Waschhalle. Habt keine Scheu“, eröffnete Feuerwehrvereins-Chef, Robert Pickert, den weltlichen Teil der Feier.

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