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In rotes Licht getaucht war die Tiefstollenhalle zu Beginn der Lesung. 

In der Tiefstollenhalle Peissenberg

Launige Lesung über „Grimmigen Tod“

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Peißenberg - Die Peißenbergerin Patricia Christner (16) stellte ihren Krimi vor – vor 220 Besuchern und mit „Wensch-Brötchen“.

Der Dampf der Nebelmaschine verfliegt langsam und Patricia Christner kommt auf die Bühne, setzt sich vorn auf einen Stuhl. Rotes Licht strahlt sie an. Vor ihr steht ein Tisch, der mit weißem Stoff bedeckt ist, in der Hand hält sie eine Taschenlampe. Ruhig liest die 16-Jährige den Prolog ihres Buches vor. Den Moment, in dem ein junges Mädchen im Wald ermordet wird. „Leere“, sagt sie. Dann endet der Prolog. Und es wird dunkel.

Als ein paar Sekunden später das Licht wieder angeht, wirkt die Peißenbergerin erleichtert. Der Anfang ist geschafft. Sie schaut durch das Publikum in der Tiefstollenhalle und lächelt. Rund 220 Interessierte haben sich eingefunden, um ihrer Lesung zu lauschen. Christner stellt ihren Krimi „Barbara Wensch: Grimmiger Tod“ vor. Den hat sie mit 15 geschrieben.

Ihre Nervosität ist zu spüren, aber das macht die Gymnasiastin sympathisch. Und mit jedem Wort, mit dem sie sich ans Publikum wendet, und jedem Auszug ihres Werkes, den sie vorliest, gewinnt sie mehr Sicherheit. Mehr Bühnenpräsenz. Immer wieder liest sie einzelne Absätze vor. Dazwischen erklärt sie, wie sie zum Schreiben gekommen ist. Und sie spricht über die von ihr erschaffenen Charaktere.

Allen voran natürlich Barbara Wensch. Eine Kommissarin kurz vorm Ruhestand. „Barbara liebt ihre Arbeit nicht nur, sie lebt ihre Arbeit“, sagt Christner. Zwei Ehen sind auf der Strecke geblieben, keine Kinder da, keine Freunde an ihrer Seite. Dafür hat sie Karriere gemacht. Und einige Eigenarten entwickelt. Jeden Morgen gönnt sie sich ein Tomaten-Mozzarella-Sandwich. Ohne Tomate, dafür mit Gurke. Klingt komisch? Dachte sich Christner auch – und ließ in der Pause prompt „Wensch-Brötchen“ servieren.

Ein ganz anderer Typ hingegen ist Christian Stein, ihr Nachfolger. Ein junger, motivierter Kommissar, der sich technisch bestens auskennt. „Er hat schon gute Ideen, aber die setzt er komisch um“, sagt Christner – als hätte nicht sie den Charakter erschaffen, als wäre er wie selbstverständlich entstanden.

Das kann sie vom Gerichtsmediziner nicht behaupten. Als dessen Name – Dr. Hermann Sommer – fällt, fangen vor allem die jüngeren Besucher an zu lachen. Wohl wegen „Dr. Sommer“? Falsch gedacht! Die Gymnasiasten erkannten wohl eher die Nähe zu ihrem früheren Schulleiter, Hermann Summer. „Die Ähnlichkeit ist komplett zufällig und ungewollt“, sagt Christner mit einem breiten Grinsen. Denn Summer und Sommer haben noch mehr Gemeinsamkeiten, gibt sie zu. Beide sind „immer freundlich“. Und beide haben diese besondere „Aura der Autorität“, sagt sie.

Danach liest ein weiteres Stück aus ihrem Buch vor. Es geht um die zweite Leiche. Wie viele es im Buch gibt, aus welchem Grund die Frauen sterben mussten und wer der Täter ist, verrät die 16-Jährige nicht. „Das können Sie doch selbst nachlesen“, sagt sie keck. Der Plan geht auf. Die Bücher gehen anschließend weg wie warme Semmeln – noch besser als die „Wensch-Brötchen“. Und die waren schon begehrt. 

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