Bundeswehr-Hubschrauber in Mali abgestürzt

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Niedrige Brücken, an denen sich Treibgut sammelt, bereiten den Anwohnern der Bachstraße Sorgen. Das Bild entstand Anfang Juni. 

Anwohner fordern Hochwasserschutz

Leben in großer Sorge

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Peißenberg - Die Anwohner  der Bach- und Jahnstraße fordern in einem Brief an die Gemeinde Hochwasserschutz.  Der ist auch heute in der Bürgerversammlung Thema.

Am Freitag, da war wieder so ein Tag. Einer, an dem viele Peißenberger besorgt nach oben geschaut haben. An dem sie hinausliefen, um Bretter anzubringen und Sandsäcke vor die Türen zu legen. An dem sie ängstlich dachten: Passiert es wieder? An diesen Tagen, wenn der Starkregen vom Himmel prasselt, sind entlang der Peißenberger Bäche ganze Straßenzüge in Aufruhr. Die Hochwasser-Ereignisse haben die Menschen im Ort geprägt. Seit dem 29. Mai und 3. Juni „leben wir alle in der großen Sorge, Vergleichbares könnte in Kürze wieder geschehen“. So wurde es in einem Brief niedergeschrieben, den die Marktgemeinde erhalten hat. Unterschrieben wurde er von rund 60 Peißenbergern – der Großteil von ihnen lebt an der Bach- oder der Jahnstraße. Auf dreieinhalb Seiten drücken sie ihre Sorgen aus, analysieren das Geschehene und machen Verbesserungsvorschläge. Dabei wird deutlich: Die Betroffenen erwarten, dass nun etwas passiert. Sie wollen Antworten bekommen. Sie hoffen, dass sie diese bei der Bürgerversammlung am heutigen Dienstag, 26. Juli, bekommen.

„Wir Eigentümer, die wir durch das Hochwasser schwer getroffen worden sind, fordern, dass die Planungen und Baumaßnahmen zum Hochwasserschutz (...) nunmehr in aller Entschiedenheit und mit aller Kraft vorangetrieben werden“, heißt es in dem Schreiben. Es sei klar, dass der Schutz nicht „von heute auf morgen realisiert“ werden könne. „Um so mehr stellt sich die Frage, welche Sofortmaßnahmen ergriffen werden können, um vorläufig eine gewisse Vorsorge zu treffen“, schreiben die Anwohner.

Sie haben sich auch selbst viele Gedanken zur Situation gemacht, unter anderem schlagen sie „ein noch häufigeres und tieferes Ausbaggern des Wörthersbaches“ vor. Außerdem sollten Kanaldeckel häufiger gewartet werden. „Diese Deckel saßen so fest, dass sie von den Anwohnern nicht oder viel zu spät geöffnet werden konnten“, heißt es in dem Schreiben. Darin wird auch auf die 13 Brücken entlang des Wörthersbach hingewiesen – „11 davon führen zu Privathäusern“. Da diese „relativ niedrig“ seien, hätten auch diese dazu geführt, dass sich das Wasser staute.

Um bei Hochwasser mit anpacken zu können, bitten die Absender zudem darum, leicht zugängliche Depots mit Sandsäcken einzurichten. Nur so könnten die Häuser im Notfall innerhalb von Minuten – und ohne fremde Hilfe – geschützt werden.

Auch bei den Einsatzkräften sei nicht alles glatt gelaufen, wird im Brief beschrieben. Zwar hätten sie ihr Bestes gegeben – „bei kritischer Betrachtung müssen wir aber zugeben, dass das Vorgehen unkoordiniert und planlos war. Sehr lange waren wir Anwohner praktisch auf uns allein gestellt“. Es seien zwar Keller leergepumpt worden – an „neuralgischen Stellen wie Brücken“ hätten aber Helfer gefehlt, die Treibgut mit entsprechendem Gerät herausfischen und so einen Rückstau verhindert hätten. Zudem seien die Straßen zu spät abgesperrt worden, kritisieren die Betroffenen. Autos hätten Flutwellen verursacht, „die uns Anwohnern noch mehr Wasser in die Grundstücke und Häuser trieb“.

Damit all das nicht mehr passiert, fordern die Unterzeichner einen Strategieplan. Und natürlich schnellstmöglich Hochwasserschutz. Damit nicht bei jedem starken Regen den Anwohnern gleich ein Schauer über den Rücken läuft.

Die Bürgerversammlung

beginnt am heutigen Dienstag um 19 Uhr in der Tiefstollenhalle.

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