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Mit diesem Sammler-Paket zur ostdeutsch-russischen Raumfahrt-Mission „Sojus 31“ ist Günter Fiebig aus Peißenberg zur Sendung „Die Superhändler“ nach Köln gefahren.

Der Superhändler aus Peißenberg

Mit „Sojus 31“ auf Fernseh-Mission

  • Kathrin Hauser
    vonKathrin Hauser
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Günter Fiebig aus Peißenberg ist leidenschaftlicher Sammler. Sein Hobby hat ihm nun einen Auftritt in der RTL-Sendung „Die Superhändler“ eingebracht. Die Sendung wurde am Dienstag aufgezeichnet und wird in ein bis zwei Monaten ausgestrahlt.

Peißenberg – Dass Günter Fiebig ein passionierter Sammler ist, ist in der Region bekannt. Seit 25 Jahren verkauft der Peißenberger seine Waren auf Flohmärkten in der Region. „Ich liebe das“, sagt Fiebig, der als Verkäufer im „Hagebau“ in Peißenberg arbeitet. Rund um den Flohmarkt gefalle ihm einfach alles: Er stehe gerne früh auf, fahre dann zum Ort, in dem der Flohmarkt stattfindet, baue dort seinen Stand auf und warte dann auf Interessenten: „Das Feilschen und Handeln und wenn sich dann jemand findet, der Freude an einem bestimmten Stück hat – das macht einfach Spaß.“

Dabei kauft Fiebig, der in Peißenberg auch deswegen bekannt ist, weil er Vorsitzender des „Spielmannszugs Peißenberg“ ist, keine Waren an. Weil so viele von seiner Sammelleidenschaft und seiner Freude am Flohmarkt-Verkauf wissen, schenken ihm Freunde, Bekannte, Nachbarn und Verwandte Dinge, die bei Haushaltsauflösungen anfallen oder einfach übrig sind. „Bevor ich es wegschmeiße, kriegt es der Fiebig“, sei ein geflügeltes Wort in seinem Umfeld. „Ich wohne in einem Mehrfamilienhaus und es passiert immer wieder, dass irgendjemand eine Plastiktüte mit Waren an meine Türe hängt.“ Manchmal wisse er gar nicht, wer ihm die Stücke überlassen habe. „Viele sind froh, wenn sie die Sachen nicht wegschmeißen müssen. Und es gibt fast nichts, was sich nicht verkaufen lässt“, sagt Fiebig.

Weil viele in seinem Freundes- und Bekanntenkreis wissen, dass Günter Fiebig für so gut wie alles einen Käufer findet, hat er kürzlich auch eine Kaffeekanne aus der Biedermeier-Zeit geschenkt bekommen, die er im Internet zum Kauf feilbot. Diese hätten die Mitarbeiter der Produktionsfirma von „Die Superhändler – 4 Räume 1 Deal“ entdeckt und sich bei ihm gemeldet, erzählt Fiebig. Bei dem Telefonat habe er von einem Sammel-Paket zur ostdeutsch-russischen Raumfahrt-Mission „Sojus 31“ im Jahr 1978 berichtet, das ihm ein inzwischen verstorbener Freund vor rund zehn Jahren gegeben hatte. Ein Buch, zwei Wimpel, ein Originalfoto und zwei Briefumschläge mit Sondermarken, von Sigmund Jähn, dem ersten deutschen Astronauten, der im All war, handsigniert. „Da war von der Kaffeekanne keine Rede mehr“, sagt Fiebig. Am Ende des Telefonats sei die Einladung in die Sendung gefolgt.

Am Montag ist der Peißenberger mit dem Zug nach Köln gefahren, wo die von Sükrü Pehlivan moderierte Sendung aufgezeichnet wird, bei der es darum geht, unter den vier Händlern, die in jeweils einem Zimmer sitzen, einen Käufer für die angebotene Ware zu finden. Fiebig wurde von der Produktionsfirma abgeholt und ins Hotel gebracht, wo er die Nacht vor der Aufzeichnung verbrachte.

Am nächsten Morgen musste der Peißenberger einen Corona-Schnelltest machen, ohne diesen hätte er das Studio nicht betreten dürfen. Nachdem der Test negativ war, „ging es Schlag auf Schlag“, erzählt Fiebig. Er sei in die Maske gekommen, seine Kleidung wurde auf fernsehtauglichkeit überprüft und eine Tonprobe gemacht. Es folgte ein Interview, wo Fiebig etwas über seinen Beruf, seine Heimat und seine Hobbys erzählte. „Dann ging es zum Studio“, sagt der Peißenberger.

Zu diesem Zeitpunkt sei er ganz schön aufgeregt gewesen, gibt er zu. Die Aufregung sei aber verflogen gewesen, als es richtig losgegangen sei mit der Aufzeichnung und er den Moderator und die Händler getroffen habe. „Dann habe ich meine Ware vorgestellt und angepriesen.“ Das sei ihm als Verkäufer und passioniertem Flohmarkt-Händler leicht gefallen.

Schließlich ging es zum ersten Händler ins Zimmer. Was dort passierte und ob dieser oder einer der anderen Händler das „Sojus“-Paket gekauft haben, will Fiebig noch nicht verraten: „Sonst ist es ja nicht mehr spannend, wenn die Sendung in ein bis zwei Monaten läuft“, sagt er. Dass er ohne sein Sammler-Paket wieder nach Peißenberg kam, das könne er schon sagen, meint er.

Nach der Aufzeichnung wurde er wieder zum Bahnhof gebracht und um 19.30 Uhr war er wieder zurück in Peißenberg. Leider habe er wegen der Corona-Maßnahmen die Reise nicht weiter auskosten können, doch dabeigewesen zu sein, sei „echt toll“ gewesen. „Es war ein schöner und gut bezahlter Ausflug“, sagt Fiebig.

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