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Die Murnauer Schäffler tanzten zur Freude der Zuschauer auf dem Peißenberger Rathausplatz.

Murnauer Schäffler zu Gast beim Patenverein

Peißenberger schwingen anders

Das Gastspiel der Murnauer Schäfflertänzer am Peißenberger Rathausplatz war kein gewöhnliches: Der Auftritt vor rund 300 Zuschauern war als „Ehrentanz“ deklariert – und zwar für den Patenverein, den „Pfeifenclub Peißenberg-Sulz“. Der greift nach siebenjähriger Tanzpause im nächsten Jahr selber wieder an.

Peißenberg – Mit leichter Verspätung marschierten die Murnauer Schäfflertänzer angeführt vom Jugendblasorchester Sonntagmittag am Rathausplatz ein. „Murnau grüßt Peißenberg“, stand auf einem Schild, mit dem die Murnauer Schäffler die laut Reifenschwinger Michael Huber „echt gewachsene Freundschaft“ zu den Peißenberger Kollegen würdigten.

Das Tanzspektakel zog jede Menge Zuschauer und in Wahlkampfzeiten auch viele Kommunalpolitiker an. Letztere bekamen nach den klassischen Tanzelementen wie Laube, Krone und Kreuz von „Kasperl“ Martin Bergmeister einen Ratschlag, wie die Alte Bergehalde nach der vom Marktrat beschlossenen Teilrodung denn am besten zu nutzen sei – nämlich nicht etwa als Freizeitgelände, sondern als Standort für eine Brauerei, weil es in Peißenberg doch fast keine Kneipen mehr geben würde. Darauf gab’s dann erst einmal, wie bei den Schäfflern üblich, einen Schnaps.

Die Schäffler sind freundschaftlich verbunden: Murnaus Tanzmeister Kurt Stelzl (Mitte) mit Pfeifenclub-Vorsitzendem Werner Haseidl (r.) und Bernd Diem (zweiter Vorsitzender).

Nur eines passte irgendwie nicht zur Schäfflersause oder – besser gesagt – zum bekannten Schäfflertanzlied („Aber heid is koid“): Das Wetter mit Temperaturen weit über zehn Grad plus. „Da müsste es eher heißen: ,Aber heid is warm‘“, scherzte Peißenbergs Schäfflersprecher Jörg Wurzer.

Der Ehrentanz der Murnauer Schäffler war für den Pfeifenclub quasi der offizielle Startschuss für die Planungen der eigenen Tanzsaison. Nach dem Spektakel am Rathausplatz traf man sich im Gasthof „Zur Post“ zur ersten großen Besprechung. „Die Stammmannschaft steht“, berichtete Wurzer. Die personellen Abgänge nach der Tanzsaison 2014 werden durch etwa zehn neue, junge Tänzer kompensiert. Rund 80 Tänze sind bereits gebucht und terminiert: „Die Bestellungen laufen super. Das ist ein Selbstläufer“, freut sich Pfeifenclub-Chef Werner Haseidl. Ab September wird jede Woche einmal geprobt. Die Peißenberger Schäffler – der erste Tanz findet am 6. Januar 2021 statt – wollen bei ihren Auftritten Qualität anbieten: „Der Tanz muss sitzen. Die Tanzbesteller zahlen ja auch dafür“, betont Wurzer.

Schwingen ist bei jeder Runde Pflicht

Die einzelnen Schäfflergruppen zeigen übrigens durchaus unterschiedliche Choreographien. „Wir schwingen zum Beispiel anders“, erklärte Peißenbergs „Reifenschwinger“ Dieter Welscher während der Tanzaufführung der Murnauer Kollegen. Und: „Wir bleiben zwischen den Figuren nicht stehen, sondern tanzen alles in einem durch.“ Und dann gibt es noch eine Peißenberger Besonderheit: Damit die Reifenschwinger nicht in den Verdacht kommen, Wasser in die Schnapsgläser zu füllen, wird auf braunen Asbach-Uralt zurückgegriffen.

Der Reifenschwinger ist bei jeder Stamperlrunde in der Pflicht. Bei durchschnittlich zehn Auftritten pro Tanztag kommt da einiges an Hochprozentigem zusammen. Gut, dass neben Welscher abwechselnd Wurzer und der Schäffler-Chef persönlich als Reifenschwinger aufs Fass steigen. Und von Ehrenmitglied Herbert Marx, der jahrzehntelang alleine in die Rolle des Reifenschwingers schlüpfte, gab’s noch eine „Trainingsanleitung“ für seine Nachfolger: „In der Tanzzeit gar nicht erst was anderes als Schnaps trinken.“

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