Zwei Eishockeyspieler kämpfen um den Puck
+
Wird Eishockey gespielt? Das ist weiter fraglich. Das Foto zeigt eine Szene zwischen Valentin Hörndl (li./Peißenberg) und Thomas Heger (re./Peiting) bei einem Blitzturnier im Jahr 2018 in Füssen.

Hygiene- und Zuschauerkonzept erarbeitet

Neue Eishockeysaison – alles weiter offen

  • vonRoland Halmel
    schließen

Die Eishockey-Klubs aus der Region sind heiß auf die neue „Eiszeit“. Ob eine Saison stattfinden kann, ist weiter fraglich. Zumindest die Oberliga erhält nun positive Signale aus dem Innenministerium.

  • Die Eishockey-Vereine haben in den letzten Wochen ein Hygiene- und Zuschauerkonzept erstellt
  • Doch vor dem in der Oberliga geplanten Saisonstart Mitte Oktober sind noch viele Fragen offen
  • Auch die Zeit für die höheren Ligen drängt - auf sie könnte eine hohe finanzielle Belastung zukommen

Landkreis – In den vergangenen Wochen wurden von den Eishockey-Vereinen eifrig Hygiene- und Zuschauerkonzepte erarbeitet, um für den Ligastart gewappnet zu sein. Ob die Oberligisten wie geplant am 16. Oktober loslegen können, steht aber nach wie vor in den Sternen. Im Gegensatz zur DEL und zur DEL2, die ihren Saisonstart in den November verschoben haben, wollen sie an ihrem Termin (Mitte Oktober) festhalten. Und das obwohl viele Fragen offen sind.

Joachim Herrmann (CSU) will Oberligisten in „Bundesprogramm“ einbinden

Vor allem das Zuschauerthema treibt die Vereine um. Viele befürchten, dass die Politik keine Fans oder nur eine geringe Anzahl erlaubt, was wirtschaftlich für kaum einen Klub zu stemmen wäre. In der Branche kursiert bereits eine Zahl, die Besorgnis erregt. Dem Vernehmen nach dürften die Eisbären Regensburg nur 800 Fans ins Stadion lassen – bei einer Kapazität von 5000. Stimmt die Zahl, ist sie meilenweit entfernt von den Vorstellungen der Oberligisten. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) will sich dafür einsetzen, dass zumindest die Oberliga in ein noch in der Entstehungsphase befindliches „Bundesprogramm“ eingebunden wird. Gelingt das, erhalten die Klubs „80 Prozent der ausfallenden Zuschauereinnahmen. Damit ist die nächste Saison für die Eishockey-Oberliga gesichert“, wird Landtagsabgeordneter Bernhard Pohl (ehemals Vorsitzender des ESV Kaufbeuren) von den „Eishockey News“ zitiert. Allerdings machte der Innenminister auch deutlich, dass er für die Einbindung weiterer Ligen (beispielsweise der Bayernliga, in der der TSV Peißenberg spielt) keine Chance sieht. Mit der Verdoppelung der Vereinspauschale sowie durch die für Sportvereine erfolgte Öffnung zum Programm „Soforthilfe Corona“ seien bereits wichtige Unterstützungen in die Wege geleitet worden.

Die Zeit gerade für die höheren Ligen drängt: Die Verträge der Profis in den Vereinen werden spätestens ab dem 1. September gültig und damit auch Gehaltszahlungen fällig. Sollte ein Saisonstart nicht in Sicht sein, würden damit finanzielle Belastungen auf die Vereine zukommen – und das ohne eine Aussicht auf etwaige (Zuschauer-)Einnahmen. Somit dürfte auch das Thema „Kurzarbeit“ virulent werden. So hängen die Vereine und die Spieler, die sich im „Trockentraining“ oder in Fitnessstudios fit halten, in der Luft.

EC Peiting hat noch nicht mit Eistraining begonnen - auch bei Peißenberg noch vieles offen

Fast kein Oberligist hat bisher mit dem Eistraining begonnen. Beim EC Peiting wäre es in diesen Tagen losgegangen. „Unser Plan ist es jetzt, ab dem 11. September aufs Eis zu gehen, falls die Saison, wie angedacht, am 16. Oktober startet“, sagt ECP-Teammanager Gordon Borberg. „Wir müssen jetzt einfach abwarten und auf die nächsten Lockerungen hoffen.“ Auch zu den Vorbereitungsspielen kann er nichts Konkretes sagen.

Beim TSV Peißenberg ist auch noch Vieles unklar – auch, wann das vereinseigene Stadion aufmacht. Angepeilt ist die Öffnung um den 7./8. September herum. Ein Problem: Es stehen gerade einmal fünf Kabinen zur Verfügung. Nach den aktuellen Abstandsregeln dürften die einzelnen Kabineneinheiten nur von fünf Sportlern gleichzeitig benutzt werden. Ein Punktspielbetrieb unter den Bedingungen ist nur schwer vorstellbar.

Seit 2015 im Verein und noch nicht am Ende: Simon Maier bleibt dem EC Peiting treu - mindestens für ein weiteres Jahr.

Auch interessant

Kommentare