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Die Führung der Peißenberger Feuerwehr: (sitzend v.l.) Stefan Seebauer, Philipp Reichhart und Andreas Bock. (stehend v.l.) Michael Bauer (Schriftführer), Robert Pickert (als Vorsitzender neu gewählt), Georg Kreutterer (2. Vorsitzender) und Manuel Mitlmeier (Kassier). 

Peißenberg

Neue Führungsspitze bei der Feuerwehr

Peißenbergs freiwillige Feuerwehr hat einen neuen Kommandanten: Phillipp Reichhart wird in den nächsten sechs Jahren für die Einsatzleitung verantwortlich sein. Der 37-Jährige erhielt bei der Kommandantenwahl am vergangenen Freitag ein breites Vertrauensvotum.

„Ihr habt gute Führungsdienstgrade, und ihr macht hervorragende Arbeit.“ Es war großes Lob, das Kreisbrandinspektor Anton Knappendobler in seinem Grußwort bei der Jahreshauptversammlung der Peißenberger Feuerwehr für seine Kollegen parat hatte.

Dennoch: In den vergangenen Monaten hatte es intern bei den örtlichen Floriansjüngern ordentlich gekriselt. Im Oktober 2018 war Michael Schleich nach knapp neunjähriger Dienstzeit als Kommandant zurückgetreten (wir berichteten) – und das nicht nur aus privaten Gründen. Schleich sprach bei seinem Abgang von „eingefahrenen Strukturen“, die es bei der Peißenberger Feuerwehr geben würde. Er habe letztlich erfolglos versucht, dagegen anzukämpfen.

Die Meinungsverschiedenheiten betrafen offenbar weite Teile des Führungszirkels. Unter anderem legten die beiden Zugführer Hubert Resch und Konrad Hutter nach Unstimmigkeiten mit Schleich ihre Ämter nieder. Über die genauen Hintergründe wurde im Rahmen der Jahresversammlung nicht gesprochen. Schleich selbst war nicht anwesend. Als Dank „für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit“, wie es Vize-Bürgermeisterin Sandra Rößle in ihrem Grußwort formulierte, soll ihm aber nachträglich noch die silberne Ehrenmedaille der Marktgemeinde verliehen werden.

Bei der Kommandantenwahl erhielt Philipp Reichhart 62 von insgesamt 76 Stimmen. 13 wurden ungültig abgegeben, und eine Stimme entfiel auf Werner Aufinger, der allerdings nicht offiziell als Kandidat nominiert war. Zu Reichharts Stellvertreter wurde Stefan Seebauer gewählt, der das Kommandantenamt nach Schleichs Abgang kommissarisch bekleidet hatte. Als einzige Feuerwehr im Landkreis leisten sich die Peißenberger Floriansjünger mit Andreas Bock zudem künftig einen dritten Kommandanten.

„Es ist der Marktgemeinde sehr wichtig, gute Voraussetzungen für die Feuerwehr zu schaffen“, rechtfertigte Rößle die vom Gemeinderat bereits abgesegnete Personalaufstockung. Die Feuerwehr sei ein „unverzichtbarer Teil unseres Rettungswesens“, ergänzte die stellvertretende Bürgermeisterin, die kurz vor Weihnachten selbst Hilfe benötigte, nachdem der hauseigene Wintergarten in Brand geraten war: „Aber nachdem ich die Feuerwehr alarmiert habe, bin ich ruhig geworden“, erzählte Rößle. Und wie sieht die Zukunft der Peißenberger Feuerwehr aus? Mit 85 Aktiven (82 Männer, drei Frauen) verfügt man über einen stabilen Mannschaftsstamm. Zudem hat die Feuerwehrführung einen Zehnjahresplan hinsichtlich der künftigen technischen und baulichen Ausstattung bei der Gemeinde eingereicht. „Man muss so ehrlich sein: Nicht alle Inhalte werden wir finanziell umsetzen können“, relativierte Rößle: „Aber wir werden nach sinnvollen Lösungen suchen.“

Dem Vernehmen nach soll die Feuerwehr wohl mit einem komplett neuen Betriebsgebäude liebäugeln. Dem neuen Kommandanten war dazu am Rande der Jahresversammlung nichts zu entlocken – nur so viel: „Wir haben den Ist-Zustand durchleuchtet und einen Wunschzustand vorgestellt. Jetzt müssen wir schauen, was umsetzbar ist.“

Reichhart will in seiner neuen Funktion „klare Strukturen aufbauen“ und mit seinen Kollegen „in einem gut funktionierenden Führungsteam zusammenarbeiten“. Den Posten des Kommandanten habe er nicht explizit angestrebt: „Wenn man zur Feuerwehr geht, dann steckt man sich nicht solche Ziele. Das hat sich jetzt so ergeben.“ Das Kommandantenamt erfordere „viel Arbeit und viel Verantwortung“.

Als er als Nachfolger von Schleich ins Gespräch gebracht worden sei, habe er sich Bedenkzeit erbeten: „Ich habe nicht gleich von heute auf morgen ‘Ja‘ gesagt“. Man hat schließlich Beruf und Familie“, so Reichhart.

Bernhard Jepsen

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