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Günther Schatz (li) und Frank Zellner (re) präsentieren die neue Technik.

Peißenberg

Neue Technik für die Tiefstollenhalle

  • Bernhard Jepsen
    vonBernhard Jepsen
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In der Tiefstollenhalle können pandemiebedingt derzeit keine Konzerte, Theater- oder Kabarettaufführungen stattfinden. Doch die Corona-Pause wird genutzt, um das 2004 eröffnete Kultur- und Veranstaltungszentrum technisch auf Vordermann zu bringen. Kurz vor Neujahr wurde unter anderem die Beamer-Anlage erneuert.

Peißenberg – Die Tiefstollenhalle hat sich längst zu einem auch überregional bekannten Veranstaltungsort gemausert. Selbst namhafte Künstler finden immer wieder den Weg nach Peißenberg. Gerade in Bezug auf die Lüftungstechnik und das großzügige Raumangebot setzt die Halle Maßstäbe. 2019 vor der Corona-Krise registrierte die Rathausverwaltung 130 Buchungstage (im Pandemiejahr 2020 waren es nur 70). 20 Prozent der „Nutzungen“ gingen auf das Konto des Kulturvereins, der in Kooperation mit einer Veranstaltungsagentur für die Gestaltung des Spielprogramms in der Tiefstollenhalle zuständig ist. Zehn Prozent entfielen auf Nutzungen durch Dritte und 70 Prozent auf Buchungen durch Vereine, Schulen, Parteien und auf Selbstnutzungen durch die Marktgemeinde.

Die Auslastung ist vor allem an den Wochenenden hoch. Damit die Attraktivität der Halle als Veranstaltungsort erhalten bleibt, hat die Gemeinde in Absprache mit dem Kulturverein ein langfristiges Konzept zur infrastrukturellen Aufwertung erarbeitet. Auf der Liste stehen unter anderem eine neue Tonanlage und die Erneuerung der Oberlichtbühnentechnik.

Der erste Schritt in der Konzeptumsetzung war für einen Kostenaufwand von 23 000 Euro allerdings nun die Anschaffung einer neuen Beamer-Anlage und die Aufrüstung der Scheinwerfertechnik. Beides wichtige Komponenten für professionelle Veranstaltungsformate.

Die Lichtstrahler, die an einer dicken Metallquerleiste unter der Hallendachkonstruktion angebracht sind, können nun bequem vom Boden aus mit einer Adapterstange eingestellt und verschoben werden. „Das ist wichtig, denn jede Veranstaltung und jeder Künstler haben Anforderungen“, erklärt Kulturvereinschef Günther Schatz. In der Vergangenheit mussten die Bühnentechniker oft noch kurz vor den Aufführungen mit der Leiter hochsteigen, um beispielsweise den Neigungswinkel oder die Höhe der Strahler zu verstellen – obwohl der Saal bereits bestuhlt war.

Die individuellen Regelungsmöglichkeiten bieten nun laut Schatz „perfekte Bedingungen“ – gerade auch für hochwertige Veranstaltungen. Die Theatergruppe der Kolpingsfamilie müsse zum Beispiel künftig vor ihren Auftritten in puncto „Lichttechnik“ keine aufwendigen Szeneneinstellungen mehr vornehmen. Die zweite Anschaffung ist hinsichtlich der Bühnentechnik ebenfalls ein kleiner Quantensprung: Ein hochauflösender Laserbeamer mit Rückraumprojektion. Letztere sorgt dafür, dass die Redner bei Vortragsveranstaltungen nicht mehr im hellen Beamerlicht stehen und keine Schattensilhouetten mehr auf die Leinwand werfen.

Warum die Gemeinde gerade jetzt in der Corona-Pause in die technische Ausstattung ihres Kulturzentrums investiert? „Die Tiefstollenhalle wird ja trotz der Pandemie genutzt, beispielsweise für Marktratssitzungen oder für Veranstaltungen, die aufgrund der Abstands- und Hygieneregeln nur hier stattfinden können“ erklärt Bürgermeister Frank Zellner. Die Investition müsse zudem als Vorgriff auf die „Nach-Corona-Zeit“ interpretiert werden. Wann der Kulturverein wieder in sein Spielprogramm einsteigen kann, das steht allerdings noch in den Sternen.

„Die ursprünglich kontraktierten Veranstaltungen haben wir alle verschoben“, berichtet Schatz. Dennoch würde der Kulturverein in regelmäßigen Vorstandssitzungen weiterarbeiten und eine stufenweise Öffnung planen – beispielsweise über besucherbeschränkte Veranstaltungen: „Wir versuchen, flexibel aus dem Dornröschenschlaf aufzuwachen“, so Vereinschef Schatz.

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