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Freuten sich über den Stall und die Esel: (v.l.) Annegret Schmitz, Esel Frederik, Kathrin Schilcher, Christiane Moll, Gertraud sowie Konrad Hoffmann mit Esel Frieda. 

Neuer Eselstall für Tabaluga-Stiftung

„Champions League“ in Windkreut

Esel müsste man sein – zumindest auf dem Gehöft der Tabaluga-Kinderstiftung in Windkreut am Schlagberg. Dort wurde schräg unterhalb des Orange-Houses an die Pferdestallungen eine nagelneue, topausgestattete Eselunterkunft errichtet.

Peißenberg –  Dr. Jürgen Haerlin sprach bei der offiziellen Einweihungsfeier schmunzelnd von „Champions League unter den Eselbauten“: „Mit Stall hat das eigentlich nix mehr zu tun. Das ist schon mehr ein Haus – und zunächst war nicht so klar, wer da eigentlich einziehen wird“, scherzte der Vorstandsvorsitzende der Tabaluga-Kinderstiftung.

Die „Wohnungsvergabe“ wurde freilich nicht wirklich in Frage gestellt. In die Stallungen, über die im ersten Stock noch Aufenthaltsräume für Kinder und Mitarbeiter integriert wurden, sind bereits „Frieda“ und „Freddi“ eingezogen. Nur für die Einweihungsfeier musste das von einem Bauernhof bei Ravensburg stammende Eselspaar noch einmal kurzzeitig ausziehen. Haerlin sprach in seinem Grußwort von einem „außergewöhnlichen Ort“ und von zwei „Hauptakteuren“, die den nicht ganz billigen Holz- und Betonbau erst möglich gemacht haben – gemeint waren damit Gertraut und Konrad Hoffmann. Das pensionierte Lehrerehepaar aus Fürstenfeldbruck wollte sich mit finanziellen Mitteln im sozialen Bereich engagieren. Über ihre Hausbank wurden sie an die Tabaluga-Kinderstiftung verwiesen. Für die Hoffmanns genau das richtige Betätigungsfeld: „Als ehemalige Lehrer wären wir schlecht beraten, wenn wir nicht kinderlieb sein würden“, betonte Konrad Hoffmann am Rande der Einweihungsfeier. Das mit dem Eselstall sei letztlich aber Zufall gewesen. Zum Hintergrund: Als die Hoffmanns die Tabaluga-Einrichtungen in Windkreut besuchten, war einen Tag zuvor Esel „Charly“ aufgrund von Altersschwäche eingeschläfert worden. Einen neuen Esel wollte die Stiftung eigentlich nicht mehr anschaffen. Wenn, dann sollten es schon zwei sein, damit sich die Tiere nicht einsam fühlen. Doch für zwei Esel fehlte der Platz – und da kamen die Hoffmanns ins Spiel: „Kurze Zeit später war so eine Riesensumme auf unserem Konto, dass es mir gleich den Blick verzogen hat“, berichtete Haerlin. Die Hoffmanns hatten sage und schreibe 180 000 Euro überwiesen und damit die kompletten Kosten für den Stallbau finanziert.

Natürlich wurde das neue Eselshaus auch kirchlich eingeweiht. Peißenbergs evangelischer Pfarrer Dr. Rainer Mogk verwies auf die biblische Bedeutung des Reit- und Lastentiers, das „eben nicht störrig, sondern verständig“ sei. Die in Windkreut betreuten Kinder, die schwierige Erfahrungen in ihrem Leben gemacht hätten, sollen laut Mogk von den Eseln lernen: „Sie sollen neue, heilsame Zugänge zu den Tieren und zu sich selbst finden“, betonte der Geistliche. Die beiden Esel werden in der pädagogisch-therapeutischen Arbeit vor allem bei kleineren Kindern eingesetzt. Die Altersgruppe hat vor den Tieren einfach weniger Scheu als vor größeren Pferden. Und was wird in Windkreut als nächstes gebaut? Klare Antwort: Nichts mehr. Laut Haerlin hat sich mit dem Tabaluga-Hof, dem Sternstunden-Haus, dem von der „Hoffmann-Group“ (das Ehepaar Hoffmann hat nichts mit dem Werkzeug-Unternehmen zu tun) finanzierten Orange-House und eben dem Eselstall ein „wunderbarer Kreis“ geschlossen. Auf dem Gelände gebe es ein „gutes Zusammenspiel zwischen Landschaft und Gebäuden“: „Jetzt müssen wir das Ganze weiter mit Inhalten füllen“, sagte Haerlin.

Bernhard Jepsen

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