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Die Bereichsleiterinnen hat Stephan Schmidt fürs Foto dazu geholt. Das sind (v.l.) Barbara Meyer (Pfelegdienstleitung), Andrea Brockhoff (Hauswirtschaftsleiterin) und Tanja Neu (Sozialdienstleiterin). 

Nachfolger von Claudia Hörbrand

Stephan Schmidt: der neue Chef im Seniorenzentrum

Still und leise hat Stephan Schmidt die Leitung des Seniorenzentrums St. Ulrich in Peißenberg übernommen.

Peißenberg – Nein, im Mittelpunkt zu stehen, ist nicht die Sache von Stephan Schmidt. Als der neue Leiter des Caritas Seniorenzentrums St. Ulrich in Peißenberg Mitte Januar anstelle von Vorgängerin Claudia Hörbrand die Verantwortung übernahm, lief der Wechsel ohne Aufsehen hinter den Kulissen ab. Auf die Frage, warum er denn nicht die Presse informiert habe, zuckt Schmidt mit den Achseln: „Ich weiß es auch nicht. Vielleicht hätte ich mich melden sollen. Aber irgendwelche Porträts, das ist nicht so meins.“

Schmidt bezeichnet sich selbst als „Teamplayer“, das wird auch beim „nachgeholten“ Pressegespräch deutlich. Mit Sozialdienstleiterin Tanja Neu sitzt eine seiner Führungskräfte mit am Tisch. Zum Fototermin holt Schmidt auch die übrigen Bereichsleiter dazu: „Ich will hier nicht den einsamen Leiter spielen“, sagt der 57-jährige Murnauer, der die vergangenen neun Jahre bei der Landkreis-Krankenhaus-GmbH engagiert war – zunächst als Verwaltungs-, später als Pflegedienstleiter. Schmidt wollte sich beruflich verändern – weg vom reinen Krankenhausbetrieb hin zu einer Pflegeeinrichtung, „bei der man Leben gestalten kann“, wie er es formuliert.

Über sein neues Betätigungsfeld gerät der gebürtige Oberpfälzer richtig ins Schwärmen. Das Seniorenzentrum St. Ulrich zeige, dass ein Altenheim „kein Horrorszenario“ sei: „Hier gibt es keine langen Gänge, und es stinkt auch nicht nach Urin“, sagt Schmidt: „Wir sind ein offenes Haus. Wir haben hier keine Aufenthaltsräume, sondern Wohnzimmer.“ In den Aussagen steckt viel Lob für die Vorgängerin („Frau Hörbrand hat wirklich gute Arbeit geleistet und ein bestelltes Feld hinterlassen.“), doch sie offenbaren auch Schmidts Verständnis von Betreuungseinrichtungen für Senioren: „Irgendwie erfüllt ja jedes Haus die Pflegenormen. Aber mir geht es darum, eine emotionale, persönliche Note reinzubringen“, sagt er: „Das Seniorenzentrum soll nicht als Heim, sondern als Wohngemeinschaft, als Haus für einen Lebensabschnitt wahrgenommen werden.“

Schmidt und seine Mitarbeiter wollen einen neuen Flyer über das Seniorenzentrum herausbringen, in dem „keine frontalen Infos“, sondern das atmosphärische Ambiente des Hauses beschrieben wird. Auch sonst steht einiges auf Schmidts To-do-Liste: Der Demenzgarten soll umgestaltet und vor der Cafeteria ein Freisitz gebaut werden. „Wir wollen für die Senioren viele Ecken zum Zurückziehen schaffen. Und der Freisitz würde im Sommer auch zur Beschattung der Cafeteria beitragen“, sagt Schmidt, der auch an der „hausinternen Führungskräfteentwicklung“ arbeiten will. Es soll klare Aufgabenstrukturen mit viel Eigenverantwortung und schlanker Verwaltungsebene geben: „Wir brauchen das Personal beim Bewohner. Dort soll die Leistung erbracht werden.“ Sich selbst charakterisiert der Vater von drei erwachsenen Kindern übrigens als „zahlenaffin“: „Betriebswirtschaftlich kann ich die Sachen ganz gut bewerten. Was ich gut kann, das ist auch die Personalführung. Es ist mein Job, die Kollegen mitzunehmen.“

Und was sagen die Kollegen über ihren neuen Chef? „Am Anfang waren wir über den Abgang von Frau Hörbrand nicht amüsiert“, räumt Tanja Neu ein. Man sei ein „extrem zusammengewachsenes Team“ gewesen. Doch die Bedenken hätten sich schnell zerstreut. Unter Schmidt herrsche eine „sehr angenehme und lockere Atmosphäre“: „Er ist spontan, humorvoll, sehr locker – und auch kritikfähig“, lobt Neu. Schmidt habe zudem für „neuen Input von außen“ gesorgt: „Das tut uns sicher gut. Er sprüht vor Ideen – und das steckt an. Die Arbeit mit ihm macht Spaß. So kann es weitergehen.“

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