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Rund 80 Besucher waren beim CSU-Empfang, bei dem auch Bundesminister Dobrindt (l., mit Brille) sprach.

Neujahrsempfang der CSU Peißenberg

Dobrindt „in der Oase“

Peißenberg - Für Bundesminister Alexander Dobrindt war der CSU-Neujahrsempfang in Peißenberg  ein Heimspiel. Rund 80 Besucher waren gekommen.

Peißenberg – Der Neujahrsempfang der Peißenberger CSU ist für Alexander Dobrindt „immer ein ganz besonderer Tag“. Klar, für den Bundesverkehrsminister sind die Auftritte in der Tiefstollenhalle ein Heimspiel. Im Ortsverband seines Geburtsortes begann er seine politische Laufbahn. Da bleibt man verbunden. Doch auf den gestrigen Empfang freute sich Dobrindt ganz besonders: „Ich bin ja viel auf Reisen, und Anfang der Woche war ich in Teheran – in der Wüste. Dann in Berlin – in der Ödnis. Und heute bin ich in Peißenberg – in der Oase“, schwärmte er. Dobrindt war wieder einmal das Zugpferd des Empfangs. Mit rund 80 Besuchern war die Resonanz deutlich größer als in der Vorwoche bei der SPD. Doch das täuschte ein wenig darüber hinweg, dass die Peißenberger CSU schon wesentlich bessere Zeiten erlebt hat. Von den acht Gemeinderäten der Fraktion CSU/Parteilose tragen nur noch vier das Parteibuch. Und der Ortsverband muss sich mal wieder nach einem neuen Vorsitzenden umschauen. Walter Wurzinger, der sich beim Empfang entschuldigen ließ, wird sein Amt aus privaten Gründen abgeben. Einen Nachfolger gibt es noch nicht.

„Ich werde es nicht sein. Politisch würde es mich zwar reizen, aber es geht bei mir beruflich nicht“, erklärte Michael Hosse am Rande des Empfangs. Der stellvertretende Ortsverbandschef moderierte gestern den offiziellen Veranstaltungsteil und referierte mit Vize-Rathauschefin Sandra Rößle (parteilos) über das gemeindliche Geschehen. Hosse gab dabei ein Bekenntnis zum geplanten Gewerbegebiet-Ost ab. Peißenberg könne nur dann ein attraktiver und lebendiger Ort sein, wenn man zusätzliche Flächen für das Gewerbe ausweise.

Rößle beteuerte, dass sich die Marktratsfraktion von CSU/Parteilose dafür einsetzen werde, die „Rigi-Rutsch’n“ nachhaltig zu erhalten: „Wir müssen dabei aber schauen, was sich die Gemeinde leisten kann und was die Gemeindewerke schultern können.“

Rößle kritisierte im Rückblick, dass der demokratische Beschluss, die Sommerbadesaison 2016 nach dem Großbrand im Bäderpark ausfallen zu lassen, populistisch torpediert worden sei. Das habe dem bis dato guten Miteinander im Marktrat einen Dämpfer verpasst: „Vorher war ein offenes Arbeiten möglich, aber das hat sich getrübt“, so Rößle. Bevor Dobrindt in seiner „Oase“ ans Rednerpult ging, gab es von MdL Harald Kühn erst mal einen Lobgesang auf den Verkehrsminister. Der sei ein „Glücksfall“ für Bayern und speziell das Oberland. Noch nie sei so viel Geld vom Bund nach Bayern für Infrastrukturmaßnahmen geflossen wie unter Dobrindt. „Du hättest auch Bergwerksdirektor werden können. Du gräbst, Du sprengst, und Du bist bienenfleißig“, lobte Kühn seinen Parteikollegen. Dobrindt wiederum relativierte den von ihm angeblich gesteuerten Geldfluss: „Da stehe ich unter Dauerverdacht, obwohl es falsch ist. Aber wenn es stimmen würde, dann wär’s auch in Ordnung.“ Der Minister, der auch für digitale Infrastruktur zuständig ist, appellierte an die Empfangsgäste, sich den neuen Techniken nicht zu verschließen. Das automatisierte Autofahren zum Beispiel werde mit Sicherheit kommen. „Die Frage ist nur, ob wir damit Geld verdienen oder die anderen“, erklärte Dobrindt mit Hinweis auf die asiatische Konkurrenz.

Technik-Fan Dobrindt kam zum Empfang nicht mit leeren Händen. Auf den Stehtischen lagen jede Menge Kugelschreiber – ausgestattet mit Dobrindt-Logo und Gummiknubbel zur Tablet-Bedienung. Angesichts der Bundestagswahl im September ein nicht ganz uneigennütziges Geschenk: „Den Stift bitte in die Wahlkabine nehmen. Dann können Sie nichts falsch machen“, so Dobrindts Empfehlung an die Gäste.

Bernhard Jepsen

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