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„Cooming Soon“ steht auf dem Transparent für den Indoor-Spielpark. Eine Genehmigung liegt allerdings dafür nicht vor. 

Peißenberg

Noch keine Genehmigung für Indoor-Park

Die Johanniter-Rettungsstelle ist schon beschildert, und an der Fassade der ehemaligen Tennishalle hängt ein großes Plakat, das auf die Eröffnung des Indoor-Freizeitparks hinweist. Der Haken: Das Landratsamt hat die Genehmigung auf Nutzungsänderung vorerst auf Eis gelegt.

Wie berichtet, hatte der Peißenberger Bauausschuss in seiner Februarsitzung sein Einvernehmen für die Umnutzung der nach dem „Daller-Tracht“-Auszug leer stehenden Halle in einen Indoor-Freizeitpark samt Spielhalle und einer Betriebsunterkunft für den Rettungsdienst der Johanniter erteilt. Kritisch wurde jedoch das Stellplatzkonzept beurteilt, das an der südlichen Gebäudefront die Parkplätze vorsieht. Das Problem: Die Fläche ragt bereits in den planerischen Außenbereich hinein, was generell nicht genehmigungsfähig ist.

Der Ausschuss hatte diesbezüglich auf das Landratsamt verwiesen, das abschließend über die Zulässigkeit von Bauprojekts zu befinden hat. Die Kreisbehörde legte ihr Veto ein, wie in der Sitzung des Bauausschusses zu erfahren war: „Es steht alles. Die Baugenehmigung wird vorerst nicht ausgesprochen“, erklärte Peißenbergs Bauamtschef Bernhard Schregle.

Doch die Stellplatzfrage ist nicht das einzige Problem. Die Bauarbeiten an der ehemaligen Lagerhalle sind trotz der fehlenden Genehmigung offenbar seit längerem im Gange, der neue Standort der Johanniter ist – zumindest von außen betrachtet – fix und fertig. Das gemeindliche Einvernehmen hatte der Investor nicht abgewartet – was im Gemeinderat für Kritik sorgte.

Robert Halbritter bezeichnete den frühzeitigen Baustart in der jüngsten Sitzung als „befremdlich“: „Dahinten ist ja schon alles fertig. Die Antragssteller können mit uns offenbar machen, was sie wollen“, beklagte der SPD-Fraktionssprecher. Auf die Frage Halbritters, ob das Verhalten des Bauherrn im konkreten Fall irgendwelche Konsequenzen nach sich ziehen würde, verwies Bauamtsleiter Schregle an die zuständigen Abteilungen im Landratsamt. „Die schicken eventuell einen Baukontrolleur vorbei. Wenn Sie das wollen, geben wir den Sachverhalt so weiter.“ „Ja, ich bitte darum“, antwortete Halbritter.

Doch das Landratsamt hält in der Angelegenheit offenbar die Füße still. Das zumindest berichtete Schregle nun im Bauausschuss: „Das Landratsamt wird da nichts machen und nicht dagegen vorgehen. Aber es wird zunächst auch nicht genehmigen. Das heißt, die neue Nutzung darf nicht aufgenommen werden.“ Das Landratsamt sei generell „nicht ganz glücklich“ mit dem beabsichtigten Projekt. Allerdings habe die Behörde eben vor Jahren auch die erste gewerbliche Nutzung mit der „Daller-Tracht“-Lagerhalle genehmigt. „Jetzt können sie da schlecht zurückrudern“, mutmaßte Schregle.

Scheitert der Freizeitpark also an der Stellplatzfrage? Laut Schregle hat das Landratsamt signalisiert, dass es der Planung zustimmen würde, wenn die Gemeinde für die Parkplätze im Außenbereich eine baurechtliche Einbeziehungssatzung erlässt. Genau dafür hat der Bauausschuss denn auch einhellig votiert – mit der Einschränkung, dass wenig Fläche versiegelt und Rasengittersteine verwendet werden sollen. „Wenn wir wollen, dass mit der Halle etwas passiert“, argumentierte Bürgermeisterin Manuela Vanni, „dann müssen wir die Stellplätze irgendwie ermöglichen.“


Bernhard Jepsen

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