Moritz Hummig von den freien Künstlern
+
Nun interessieren sich nur noch Moritz Hummig und die „Freien Künstler“ fürs alte Juze.

Nur noch ein Bewerber fürs alte Juze

  • Bernhard Jepsen
    vonBernhard Jepsen
    schließen

Ist der Weg nun frei für die „Freien Künstler Peißenberg“? Der Verein ist inzwischen der einzige Bewerber für die Nachnutzung des alten Jugendzentrums. Der „Frohsinn 2000“ hat sich aus dem Rennen verabschiedet. Die Faschingsgesellschaft sieht ihre Zukunft im geplanten „Aktivzentrum“.

Peißenberg – Eigentlich lief alles auf einen Showdown hinaus: Nachdem im November die „Freien Künstler Peißenberg“ und der „Frohsinn 2000“ ihre Konzepte für die Nachnutzung des alten Jugendzentrums (Juze) im Marktrat präsentiert hatten (wir berichteten), sollte nach dem coronabedingten Ausfall der Dezembersitzung endgültig im Januar über die Zukunft des baufälligen Gemäuers am St. Georgenweg entschieden werden. Es drohte eine politische Zerreißprobe und Spaltung. Doch der große Druck ist mittlerweile aus dem Kessel genommen: Kurz vor Weihnachten hat der „Frohsinn“ seine Bewerbung zurückgezogen. Damit bleibt dem Gemeinderat die schwierige Entscheidung, welche Lobby nun bedient werden soll, erspart.

„Wir hätten das alte Juze schon ganz gerne gehabt“, erklärt „Frohsinn“-Vorstand Thomas Rößle zwar auf Nachfrage der Heimatzeitung. Mit dem geplanten „Aktivzentrum“, das neben dem Eisstadion entstehen soll und für das die Gemeinde bereits eine Förderzusage in Höhe von 900 000 Euro erhalten hat, habe sich für den Faschingsverein allerdings eine „deutlich bessere Alternative“ aufgetan. Das Zentrum könne den Tanzgarden eine professionelle Trainingsstätte bieten, zudem könnten in den Neubau dringend benötigte Lagerräume eingeplant werden: „Das wäre ideal und ein Traum – nicht nur für unseren Verein“, so Rößle: „Wir hätten dann die nächsten 20 bis 30 Jahre Ruhe.“

Dem „Frohsinn“ sei es wichtig gewesen, den Verantwortlichen im Rathaus und den Gemeinderäten möglichst frühzeitig über die Planänderung respektive Abkehr von einer möglichen Nutzung des alten Juzes zu informieren: „Alles andere wäre nicht fair gewesen“, betont Rößle: „Ich bin immer transparent und offen. Wir brauchen einfach eine gute Zusammenarbeit.“

Während sich der „Frohsinn 2000“ komplett auf das Aktivzentrum fokussiert, läuft in punkto „Altes Juze“ nun alles auf die „Freien Künstler“ hinaus. Frontmann Moritz Hummig und seine Mitstreiter wollen das Gebäude zu einem kulturellen Treffpunkt für Nachwuchsbands und Künstler anderer Genres ausbauen.

Selbst die Kritiker im Marktrat werden sich schwertun, gegen die „Freien Künstler“ zu argumentieren. Erst zwei Vereine in einen Wettbewerb schicken und dann nach dem Rückzug eines Interessenten dem verbliebenen eine Abfuhr erteilen, das wäre nach außen hin nicht vermittelbar und für die Gemeinde blamabel. Dennoch gibt es nach wie vor einen Knackpunkt: Der Verein, der im Jahr 2019 gegründet wurde, respektive Hummig möchten das Gebäude nach einer Übergangszeit von fünf Jahren kaufen. Teile des Marktrats präferieren aber eine reine Erbpachtlösung und verweisen auf die bisherige Praxis mit anderen Vereinen.

Marktkämmerer Michael Liedl spricht bezüglich der Erbpacht von einer „rechtssicheren Vertragsvariante“. Der Rathausverwaltung gehe es auch darum, möglichen Konfliktsituationen mit der benachbarten Schrebergartensiedlung vorzubeugen. Allerdings: Das Grundstück am St. Georgenweg lasse sich unter anderem aufgrund seiner Lage im Außenbereich nicht mit anderen Liegenschaften vergleichen: „Man muss die Sache differenziert betrachten“, so Liedl.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare