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Ein gelungenes Konzert gaben Sabine Tummer und Thomas Bodenmüller. 

Pfarrkirche St. Barbara in Peißenberg

„Ohren-Öffner“ öffnen auch Herzen

Beim Auftritt mit Thomas Bodenmüller erweist sich Sabine Tummler als musikalischer Tausendsassa.  Sie spielte sogar zwei Instrumente gleichzeitig.

Peißenberg – Hinter den „Klängen des Himmels“, so der Titel für das außergewöhnliche Konzert, steckte eine Improvisation, bei der Künstlerin Sabine Tummer als Tausendsassa agierte. Sie spielte das Saxophon, sie blies die Flöte, sie griff zur Blockflöte – einmal nahm sie für ein Einspiel sogar die Sopran- und die Altflöte gleichzeitig an den Mund –, und sie entlockte am Schluss sogar dem Cello süße Töne. Diese instrumentale Vielfalt war prägend für das Konzert, das die vielseitig veranlagte Lehrerin aus Oberhausen zusammen mit dem Peißenberger Kirchenmusiker Thomas Bodenmüller am Sonntagnachmittag in der Kirche St. Barbara gab.

Das Duo hat den Namen „Ohren-Öffner“. Aber mit dem, was sie interpretieren und vor allem wie sie es darbieten, sprechen die Beiden zutiefst die Herzen der Zuhörer an. Gut 80 Besucher fanden sich im weiten Schiff der Pfarrkirche in Peißenberg-Wörth ein. All das Spontane, was Improvisation kennzeichnet und woraus Neues entsteht, wie es Pfarrer Georg Fetsch eingangs erwähnte, wirkte auf die Zuhörer inspirierend. „The question“, das erste Stück, war eine freie Improvisation. Ein weicher, aber satter Saxophonsound erfüllte anfangs den Sakralraum; ganz leise setzte nach einigen Takten die Orgel ein. Nachher verdichtete sich der Klang massiv, um später wieder zur Ruhe zu finden und in einem feinen Moll-Akkord zu enden. Nach der Improvisation über das Lied „Was Gott tut, das ist wohlgetan“ aus dem Gotteslob sangen die Besucher zwei Strophen mit. Auch bei weiteren Stücken war das Mitwirken gefragt, wie zum Beispiel beim Lied „Erde singe, dass es klinge“, das als Impro für Flöte und Orgel eröffnet wurde. Die heiteren Figuren auf den Instrumenten: Man hatte den Eindruck, als ob ein Vogelgezwitscher zu hören wäre.

Zwischendurch wechselte das Duo – Timmer ist auch im Peißenberger Kirchenorchester aktiv – für fünf Lieder von der Empore nach vorn vor den Altar, wo Bodenmüller bei fünf Darbietungen das E-Piano spielte. Schwungvoll langte er bei „Ehre sei Gott in der Höhe“ in die Tasten, sorgte für einen schmissigen Rhythmus – ähnlich wie bei einem Gospel. Nicht nur schön zu hören, sondern auch anzuschauen war, wie Bodenmüller bei der Impro „Kaum ein Wort kann jetzt beschreiben“ von Kopf bis Fuß temperamentvoll am E-Piano agierte und zwischendurch wie ein Entertainer aufdrehte. Ergreifend die Improvisation zum Kyrie aus der „Missa de Angelis“ für Saxophon und Orgel. Die Konzertbesucher konnten sich da wie an Bord eines großen Raumschiffes fühlen. Die sphärischen Klänge kamen in der großen, weiten Kirche St. Barbara mit ihrer hellen Akustik und dem Nachhall besonders zum Tragen. So ein von Spontanität erfülltes Klangerlebnis entfaltet sich nur in wenigen Kirchen. Das Duo „Ohren-Öffner“ hat an diesem Nachmittag viele Herzen geöffnet.

Johannes Jais

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