Frank Zellner (l.) auf Stippvisite bei den Abbrucharbeiten, die vom Bauhof unter Regie von Hermann Deutschenbaur (r.) und seinem Team abgewickelt wurden.
+
Frank Zellner (l.) auf Stippvisite bei den Abbrucharbeiten, die vom Bauhof unter Regie von Hermann Deutschenbaur (r.) und seinem Team abgewickelt wurden.

In Peißenberg

Nach Bahnfahrt war Weg für Abbruch des alten Stellwerkhäuschens frei

  • Bernhard Jepsen
    VonBernhard Jepsen
    schließen

Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Das marode und längst ausrangierte Stellwerkhäuschen zwischen dem Peißenberger Bahnhof und dem Bahnübergang am St. Georgenweg konnte von der Gemeinde nun endlich abgerissen werden. Eine Intervention auf kurzem Amtsweg gab den Ausschlag.

Peißenberg – Mehrere Jahre hatte sich die Rathausverwaltung die Zähne an der Deutschen Bahn ausgebissen, wenn es um den gewünschten Abriss der alten Stellwerksruine ging. Allein der frühere Gemeinderat Ernst Frohnheiser (CSU/Parteilose) stellte im Marktrat drei Anträge, damit das von vielen als „optischer Schandfleck“ empfundene Häuschen aus dem Ortsbild verschwindet. Die Gemeinde hakte immer wieder nach, aber die Bahn schob die Sache intern von Abteilung zu Abteilung. Nun gab es endlich grünes Licht für den Abriss – auf kurzem Amtsweg.

Im Juli lud die Bahn zu einem Pressetermin, bei dem werbewirksam über den barrierefreien Ausbau der Bahnhöfe in Peißenberg, Hohenpeißenberg und Peiting informiert wurde (wir berichteten). Mit anwesend waren nicht nur die jeweiligen Bürgermeister der drei Ortschaften, sondern mit Klaus-Dieter Josel auch ein hochrangiger Bevollmächtigter des DB-Konzerns. Peißenbergs Rathauschef Frank Zellner nutzte die Gelegenheit, um am Rande des Pressetermins auch das leidige Thema „Stellwerk-Ruine“ anzusprechen – und siehe da: Die Genehmigung lag kurze Zeit später auf dem Tisch. „Herr Josel hat sich in der Angelegenheit sehr pragmatisch gezeigt“, berichtet Zellner.

Die Bahn gab zwar ihr Okay für den Abriss, aber die Gemeinde bleibt auf den Abbruchs- und Entsorgungskosten sitzen – obwohl es sich bei dem Stellwerkshäuschen eigentlich um ein ausrangiertes DB-Gebäude handelt. Die Abbruch-Aktion, die vom Bauhof innerhalb von zwei Tagen abgewickelt wurde, schlug mit rund 1500 Euro zu Buche. Unter dem Strich trotz allem eine verschmerzbare Summe – und der Zeitpunkt war günstig: Durch die Ausbauarbeiten an den Bahnhöfen ist die Pfaffenwinkelbahn derzeit nicht in Betrieb, die Strecke also gesperrt. „Die Abbrucharbeiten wären sonst nicht so einfach gewesen“, erklärt Zellner.

Der Bürgermeister ist aus zwei Gründen froh über den Abriss: „Es ist eine Aufwertung, wenn die Ruine nicht mehr steht. Das Ortsbild wird dadurch schöner.“ Zudem gehe es um den Sicherheitsaspekt. Das direkt am Bahngleis stehende Stellwerkhäuschen sei mitunter auch von Jugendlichen in Beschlag genommen worden. „Das ein oder andere Feuerchen wurde darin auch gemacht“, weiß Zellner. Und dann wurde das Häuschen noch als Abladeplatz für Müll und Zeitungen genutzt. Bei den Abrissarbeiten entsorgten die Bauhofmitarbeiter unter anderem ein Kinderrad, ein BMX-Rad und mehrere Pakete des „Ammer-Kuriers“. Den gibt es seit vielen Jahren schon nicht mehr: „Das wäre fast etwas für unser Archiv“, so Zellner schmunzelnd.

Nicht abgerissen werden kann laut Zellner das ebenfalls ausrangierte Stellwerkhäuschen nördlich des Bahnübergangs an der Sulzer Straße: „Dort ist noch zu viel Bahntechnik verbaut.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare