+
Mäuse, Sterne, Herzen: Armin Groß und Gerlinde Schmid mit Büchern, deren Seiten gefaltet sind. 

 „Orimoto“-Exponate  in der Bücherei Peißenberg

Die Kunst aus Büchern

Gerlinde Schmid faltet die Seiten von Büchern zu Kunstwerken. Ihre „Orimoto“-Exponate sind jetzt in der Bücherei Peißenberg zu sehen.

Peißenberg – Bücher sind zum Lesen da, da sind sich der Leiter der Peißenberger Gemeindebücherei, Armin Groß, und Kundin Gerlinde Schmid einig. Bücher sind aber auch zum Falten da. Das zeigt „Orimoto“, die Faltkunst für Bücherfreunde, der Schmid seit September verfallen ist. Ihre Werke sind als dekorative, überraschende Objekte auf und zwischen den Regalen in der Bücherei platziert. Immerhin hat Groß im Rahmen einer vom Freistaat geförderten, gezielten Bestandserweiterung die Voraussetzung für Schmids neue Leidenschaft geschaffen – er beschaffte zahlreiche neue Werke, die sich um das Thema „Selber machen (Do it yourself)“ drehten.

Bisher hatte Schmid Bücher gelesen wir jeder andere. „Am liebsten interessante Biografien und Krimis“ und zwar „zu jeder Tages- und Nachtzeit“, sagt sie. Noch heute hat sie die Stimme ihrer Mutter im Ohr, die seinerzeit meinte „Du liest nochmal bis zur Bewusstlosigkeit“. Bewusstlos wurde Gerlinde Schmid nicht, als sie vor Monaten das „Orimoto“-Buch mit nach Hause nahm, aber sie war „zunächst irritiert“. Aber dann habe es plötzlich „Klick gemacht“. Angefangen hat sie mit einer kleinen Maus, die nach einer Stunde fertig war. Es folgten Herzen, Sterne und weitere, grafisch interessante Faltungen. Irgendwie lies es die 72-Jährige nicht mehr los, und Armin Groß freute sich über die Produkte, auf die er von der übrigen Kundschaft immer wieder angesprochen wird.

Das Buch, das mit vielen Objektvorschlägen und exakten Anleitungen aufwartet, sei seither „permanent ausgeliehen“. Noch mindestens bis Ende Februar kann man Schmids zwölf Faltobjekte in der Gemeindebücherei bewundern. Weil die Bastlerin, die „immer schon gerne etwas mit den Händen gemacht“ hat, großen Respekt vor der Schriftstellerei hat, nimmt sie übrigens „nur alte Bücher, vom Flohmarkt, oder, was mir der Herr Groß spendet“. Und sie weist darauf hin, dass jeder die Freiheit habe, die Objekte wieder zu entfalten und das Buch zu lesen.

gro

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Karlstraße in Penzberg: Vollsperrung verlängert
Die Vollsperrung der Karlstraße in Penzberg auf Höhe des Schulzentrums wird voraussichtlich zwei Tage länger dauern als ursprünglich geplant.
Karlstraße in Penzberg: Vollsperrung verlängert
Vor 125 Jahren rührte sich was in der Stadt
Vor 125 Jahren berichtete die Weilheimer Zeitung über den Alltag in der Stadt: Einbrüche, Waldfeste und Werbung fürs Ammer-Bad beschäftigten die Menschen. Es rührte sich …
Vor 125 Jahren rührte sich was in der Stadt
Neuer Zweig für Berufsschule
Die Berufsschule in Weilheim erhält ab kommendem Schuljahr eine neue Ausbildungsrichtung: „Stanz- und Umformtechnik“. Das Angebot gilt zunächst vorübergehend.
Neuer Zweig für Berufsschule
„Rigi-Rutsch‘n“: 1897 Besucher am bisherigen Rekordtag
Nach einem Jahr Pause kann heuer wieder in der „Rigi-Rutsch‘n“ gebadet werden - allerdings ohne Warmbecken. Ob das Verluste bringt? Eine erste Bilanz:
„Rigi-Rutsch‘n“: 1897 Besucher am bisherigen Rekordtag

Kommentare