Die „Tiermutter“ mit ihrem Schützling: Heidi Rothwinkler aus Paterzell mit ihrem Hirschkälbchen „Gusti“.

Heidi Rothwinkler hat ein Herz für Tiere

Ein Fläschchen für „Gusti“

Seit 20 Jahren kümmert sich Heidi Rothwinkler um verletzte Tiere. Dabei geht es nicht nur um Wild wie Rehe oder Hirsche. Auch Katzen, Marder und Vögel nimmt sie auf. 

Paterzell – Die Verpflegung der hilfsbedürftigen Tiere finanziert Rothwinkler komplett selbst. „Ich stehe aber in einem sehr guten Verhältnis zur ,Tierhilfe Oberland’ sowie zu Tierärztin Susanne Gabler-Kau und Kitzretterin Birgit Albert, wir arbeiten alle zusammen und helfen uns. Auch wenn Operationen nötig sind, erhalte ich viel Unterstützung“, so Rothwinkler.

Die gelernte Tierarzthelferin hatte schon immer ein großes Herz für Tiere. „Früher als Kind saß ich schon immer im Hühnerstall bei uns am Bauernhof und habe mich um die Hühner gekümmert. Allgemein liebe ich Tiere, und ich bin auch ein Naturmensch“, erzählt sie. Damit sie Tiere zur Pflege aufnehmen durfte, musste Rothwinkler beim Veterinäramt eine Prüfung ablegen.

Bekannt ist die Tierretterin überall

Derzeit beherbergt die „Tiermutter“ neben circa 20 Katzenbabys, auf welchen der eigentliche Schwerpunkt ihres Engagements liegt, auch zwei Marder, ein paar Vögel und ein Hirschkälbchen namens „Gusti“. Dieses ist einige Wochen alt und lag den ganzen Tag fiepend in der Sonne. Ein klares Zeichen, dass der Mutter etwas passiert sein muss, denn diese würde ihr Baby niemals so lange alleine lassen, sagt die erfahrene Retterin. Bekommen hat sie das Hirschkalb aus Unterammergau, denn bekannt ist sie überall. Jetzt wird das junge Tier bis zu viermal am Tag gefüttert. Es trinkt zweieinhalb Liter Ziegenmilch am Tag – als Ersatz für die Muttermilch.

Rothwinkler, die aus Niederbayern stammt, wildert alle ihre Schützlinge wieder aus, sobald diese dazu in der Lage sind. Einmal sei ihr das leider nicht gelungen: „Da wurde ein kleines Füchslein durch die Handaufzucht zahm. Das musste ich dann leider abgeben, weil ich ihm nicht gerecht geworden wäre“, schildert sie.

Aber auch die ausgewilderten Rehe kamen oft noch zu Besuch, besonders wenn man sie gerufen hat. Leider kommen sie seit einem Jahr nicht mehr. Wahrscheinlich seien sie vor ein Gewehr gelaufen, vermutet die Tierfreundin.

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Appell der „Tiermutter“ an alle Jäger und Bauern

Rothwinkler appelliert immer wieder an die Jäger und Bauern, dass sie vor der Mahd die Felder abgehen sollen, damit die Kitze nicht bei ihr, sondern bei ihren eigenen Müttern aufwachsen können.

„Tierrettung ist mein Hobby geworden“, sagt Rothwinkler, dennoch komme ihr Mann nicht zu kurz und werde noch regelmäßig mit seinem Lieblingsessen verwöhnt. Ab und zu hilft Rothwinkler noch in der Tierarztpraxis in Weilheim aus, in der sie früher angestellt war, aber eigentlich ist sie in Rente und kümmert sich von morgens bis abends um ihre geliebten Pflegetiere.

Von Franziska Florian

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