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Freuen sich auf den Saisonstart kommenden Montag in der „Rigi-Rutsch’n“: (v.l.) Katrin Grehl, Karin Hosse (Verwaltungsleitung Gesundheits- und Bäderpark), Ingrid Haberl und Werner Jungwirth (Fördervereinsvorsitzender). Auf dem Sprungturm ist Schwimmmeister Hannes Meyer.

„Rigi-Rutsch‘n“ wieder offen

Ab Montag kann Badevergnügen in Peißenberg wieder losgehen - mit drei Badezeiten

  • Bernhard Jepsen
    vonBernhard Jepsen
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Am kommenden Montag startet die „Rigi-Rutsch’n“ in die Sommersaison. Aufgrund der Corona-Krise wird es keinen normalen Badebetrieb geben. Die Gemeindewerke bauen auf das Verantwortungsbewusstsein der Besucher. Details zum Schutz- und Hygienekonzept wurden gestern auf einer Pressekonferenz vorgestellt.

Peißenberg – Das Plantschvergnügen kann beginnen: Am Montag um 9 Uhr öffnet die „Rigi-Rutsch’n“ ihre Tore – knapp einen Monat später als ursprünglich geplant. Die Corona-Pandemie hatten den Starttermin am 15. Mai unmöglich gemacht. „Vor vier Wochen haben wir noch nicht daran gedacht, dass wir das Bad heuer überhaupt aufmachen können“, räumte Gemeindewerksleiterin Ingrid Haberl gestern im Rahmen der Pressekonferenz ein. Doch für das Kommunalunternehmen (KU) war immer klar: Sollten die Behörden respektive die Politik grünes Licht geben, dann wird die „Rigi-Rutsch’n“ trotz Corona geöffnet. „Wir haben ein Bad – und dann wollen wir es auch anbieten. Der Sommer steht vor der Tür – und irgendwo müssen die Leute ja hingehen können“, so Haberl.

Baden in Corona-Zeiten nur mit Badezeiten möglich

Wissenschaftlichen Studien zufolge ist die Ansteckungsgefahr in den Schwimmbecken wohl äußerst gering. Die Chlorkonzentration tötet die Viren vollständig ab. Doch allein darauf will sich das KU nicht verlassen. Es hat auf Basis der gesetzlichen Vorschriften ein mehrstufiges Schutz- und Hygienekonzept entwickelt. Dessen Kernpunkt ist die Einteilung in drei Tagesbadezeiten – nämlich von 9 bis 12 Uhr, von 12.30 bis 16 Uhr und von 16.30 bis 20 Uhr.

Pro Badezeit werden nicht mehr als 650 Badegäste zugelassen. In den Pausen wird das Freibadgelände jeweils komplett geräumt. Mit der Regelung sollen unter den gegebenen Corona-Einschränkungen möglichst viele Besucher ins Freibad geschleust werden. „Wir erwarten schon einen gewissen Ansturm. Wir sind eines der wenigen Bäder im Umkreis, das öffnet“, konstatiert Haberl. Bezüglich der Badezeiten-Einteilung werben die Werke um Verständnis und Solidarität: „Man bleibt halt nicht den ganzen Tag im Bad. Es sollen möglichst alle Bevölkerungsschichten das Bad nutzen können“, so Haberl. In den Morgenstunden ist zum Beispiel das Nichtschwimmerbecken allein für Senioren und Risikopatienten reserviert.

Nur mit Disziplin der Besucher kann dauerhaft geöffnet bleiben

Bei der Einhaltung der Schutz- und Hygienevorschriften bauen die Werke generell auf das Verantwortungsbewusstsein der Badegäste: „Wir hoffen sehr auf die Disziplin der Besucher, denn nur dann kann das Freibad auch dauerhaft geöffnet bleiben“, erklärt Haberl. „Wenn die Leute vernünftig sind und Abstand zueinander halten“, ergänzt KU-Sicherheitsbeauftragte Katrin Grehl, „dann dürfte es kaum eine Ansteckungsgefahr geben.“ Auf der Liegewiese gelten demnach die einschlägigen Abstandsregelungen (1,50 Meter Mindestabstand) und in den Becken dürfen nicht mehr als 50 Schwimmer ihre Bahnen ziehen. Auch hier ist laut Haberl wieder Solidarität gefragt: „Man sollte zum Beispiel nicht zu lange am Beckenrand hängen und den Betrieb blockieren, sondern wirklich schwimmen und die Badegänge zur Erfrischung nehmen. Nur so kommen möglichst viele zum Zug.“

Personalien werden aufgenommen - für den Bedarfsfall

Das Innenbecken ist ebenso wie der Dusch- und Umkleidetrakt im Hauptgebäude für den Freibadbetrieb gesperrt. Dafür stehen die Sanitäranlagen im Außenbereich zur Verfügung. Die Einrichtungen werden den Tag über regelmäßig desinfiziert. Wartezeiten wird es vermutlich beim Einlass geben. Um im Bedarfsfall Infektionsketten nachvollziehen zu können, werden die Personalien der Badegäste aufgenommen.

Für die Gemeindewerke bedeutete die Entwicklung und Umsetzung des Schutz- und Hygienekonzepts viel Arbeit. Lob für das Engagement kommt aus dem Peißenberger Rathaus: „Wir freuen uns sehr, dass die Werke das in der Kürze der Zeit geschafft haben. Einen großen Dank an das Mitarbeiterteam“, betont Bürgermeister Frank Zellner: „Das Freibad ist wichtig für Peißenberg. Und es gibt uns wieder ein Stück Normalität zurück.“

Eintrittspreise für das Freibad

Saisonkarten gibt es heuer für die „Rigi-Rutsch’n“ keine, „weil wir nicht wissen, wie sich die Pandemie entwickelt“, wie Gemeindewerksleiterin Ingrid Haberl erläutert. Für alle Badegäste gelten die ermäßigten Eintrittspreise des Früh- und Abendtarifs. Erwachsene zahlen demnach pro Eintritt fünf Euro sowie Kinder und Jugendliche drei Euro. Kinder bis sechs Jahren sind frei. Der Saunabetrieb ist bis auf weiteres komplett geschlossen. Kinder respektive Jugendliche bis 14 Jahre erhalten nur in Begleitung eines Erwachsenen Einlass ins Freibad. Im Kassenbereich muss ein Mund- und Nasenschutz getragen werden.

Lesen Sie auch: Die Peißenberger Gemeindewerke investieren laufend in ihre Infrastruktur. Bald steht ein millionenschweres Großprojekt auf der Agenda: Der Neubau einer modernen Trinkwasserspeicheranlage.

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