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Vorreiter im „Stadtradeln“ ist Weilheim: Dort wurden in diesem Jahr über 176 000 Kilometer gefahren. 

Marktgemeinderat

Abfuhr fürs „Stadtradeln“

Nun steht es fest: Peißenberg wird 2019 nicht an der Klimabündnis-Aktion „Stadtradeln“ teilnehmen. An der Argumentation der Rathausverwaltung gab es aber Kritik.

Peißenberg – „Grundsätzlich ist die Teilnahme am Stadtradeln zu befürworten, da dieses umweltorientierte Projekt den Standort fördert und einen Beitrag zum Klimaschutz leistet.“ Nein, inhaltlich hatte die Peißenberger Rathausverwaltung am „Stadtradeln“ nichts auszusetzen – zumindest nicht in der von ihr formulierten Sitzungsvorlage zum Marktrat.

Doch auf den Sinn und Zweck der deutschlandweiten Aktion, an der unter anderem auch Landkreiskommunen wie Weilheim und Bernried teilnehmen, kam es in der Debatte gar nicht an. Wie schon im Hauptausschuss wehrten sich Bürgermeisterin Manuela Vanni und Hauptamtsleiter Johannes Pfleger mit Händen und Füßen gegen die erstmalige „Stadtradeln“-Teilnahme im kommenden Jahr.

Zu viele andere Planungen für 2019

Die Rathausverwaltung, so es hieß es, sei personell nicht in der Lage, die Veranstaltung 2019 zu organisieren. Hauptamtsleiter Johannes Pfleger verlas eine ganze Litanei an Gründen: Demnach müsse sich die Verwaltung unter anderem um die Planungen für die 2019 stattfindenden Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum der Markterhebung kümmern, die Landtags- und Europawahlen abwickeln und die Einführung der Datenschutzgrundverordnung vorantreiben.

Anders als in anderen Gemeinden gäbe es in Peißenberg keinen Wirtschaftsförderer oder einen Arbeitskreis „Mobilität und Verkehr“, der sich der Organisation des Stadtradelns annehmen könnte. Vanni setzte noch eins drauf: „Es kann nicht immer Aufgabe der Verwaltung sein, der Öffentlichkeit solche Dinge anzubieten. Wir sind nicht für die Bespaßung zuständig“, erklärte die Rathauschefin – und erntete Kritik. „Ich würde bei der Aktion nicht von Bespaßung sprechen“, konterte Matthias Reichhart (Bürgervereinigung): „Wir retten damit zwar nicht das Klima, setzen aber ein Zeichen für Nachhaltigkeit und Umweltschutz.“

2020 könnte „Stadtradeln“ aber stattfinden 

Vanni relativierte daraufhin ihre Aussage. Den Begriff „Bespaßung“ habe sie gedanklich in Anführungszeichen setzen wollen. Es gehe ihr ja nur um das kommende Jahr. Für 2020 könne man das „Stadtradeln“ gerne schon jetzt beschließen. „Das wäre mein Vorschlag zur Güte“, so Vanni. Doch in der Beschlussfassung war davon keine Rede mehr.

Der „Stadtradeln“-Antrag der Bürgervereinigung für 2019 wurde vom Marktrat letztlich mehrheitlich abgelehnt – und für 2020 nichts festgelegt. Sechs Räte stimmten für eine Teilnahme im kommenden Jahr – unter anderem Werner Hoyer (fraktionslos). Mit der Aktion hätte die Verwaltung seiner Meinung nach Bürgernähe demonstrieren können, auch wäre die Organisation mit planerischer Flexibilität und eventuellen Kooperationspartnern durchaus zu stemmen gewesen. „Ich appelliere an Ihre Kreativität“, so Hoyer vor der Abstimmung an die Adresse der Bürgermeisterin Manuela Vanni.

Gemeinde solle mehr für Radfahrer machen

Auch Klaus Geldsetzer (SPD) äußerte sich kritisch. Der Einwand der Rathausverwaltung sei zwar ob der Veranstaltungsdichte 2019 verständlich, „allerdings sehe ich die Gefahr, dass 2020 die gleiche Argumentation kommt“. Generell, so Geldsetzer, würde er erwarten, dass die Gemeinde mehr für Radfahrer macht: „Stattdessen hebt man bei der Einbahnregelung auf der Rigistraße die Ausnahme für Radfahrer auf – und das nur, weil sich eine Handvoll Anlieger beschwert.“

Von Bernhard Jepsen

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