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Peter Blome (links) unterstützt Moritz Hummig, der aus dem alten Juze einen Kulturtreff für junge Künstler machen will. 

Mehrere Interessenten für das Gebäude

Altes Juze als Objekt der Begierde - „Das Ganze ist ...“

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Moritz Hummig hat seinen Plan, im alten Peißenberger Jugendzentrum einen Kulturtreff einzurichten, noch nicht aufgegeben. Doch nun gibt es einen weiteren Interessenten für das ausrangierte Gebäude – nämlich „Frohsinn 2000“, der nach einer Trainingsstätte für seine Garden sucht. Dass dafür das alte Juze ins Visier genommen wurde, stößt bei einem SPD-Gemeinderat auf Kritik.

Peißenberg – Bei der Kommunalwahl hat Moritz Hummig sage und schreibe 2149 Stimmen eingeheimst. Der Wehrmutstropfen: Obwohl er das zehntbeste Gesamtergebnis aller Kandidaten eingefahren hat, hat der gelernte Pyrotechniker den Sprung in den Marktrat über die Liste der Freien Wähler verpasst.

Klares Statement für die Idee eines Kulturtreffs

Dennoch: Hummigs Stimmenzahl hat für Anerkennung gesorgt – auch bei Peter Blome. Der SPD-Gemeinderat wertet das Ergebnis als „ganz klares Statement“ für Hummigs Idee, im alten Juze einen Kulturtreff für junge Künstler mit Bandproberäumen einzurichten (wir berichteten): „Der Moritz hat nicht umsonst so viele Stimmen erhalten.“ Und: „Es braucht in Peißenberg einen Platz, wo Subkulturen ihren Platz finden.“

Blome hält dafür das alte Juze für prädestiniert – ebenso wie Hummig. Der verweist auf die Geschichte des Hauses. In seiner Hochzeit war das Juze am St. Georgenweg die Geburtsstätte von zahlreichen Bands, darunter die international bekannten Independent-Rocker von „The Notwist“. Die Weihnachtskonzerte waren legendär. Diesen Charakter möchte Hummig wiederbeleben: „Es geht nicht um irgendeinen Raum, sondern um genau dieses Gebäude mit seinem kulturellen Status“, betont er. 

Verkauf des alten Juze-Gebäudes wurde strikt abgelehnt

Doch für das Gebäude interessiert sich inzwischen auch der der Faschingsverein „Frohsinn 2000“. Blome hat bis vor kurzem davon nichts gewusst – und das ärgert ihn: „Der Gemeinderat hätte schon längst darüber informiert werden müssen.“ Das Gremium hatte im Dezember 2019 mehrheitlich sein Veto gegen einen Verkauf des alten Juzes an Hummig eingelegt und eine Erbpachtlösung vorgeschlagen. Ein Argument lautete damals, dass man Hummig vor sich selber schützen müsse. Das alte Juze sei schließlich eine Bauruine.

Auch Sandra Rößle (CSU/Parteilose) war strikt gegen einen Verkauf. Der Ehemann der Vize-Bürgermeisterin heißt bekanntlich Thomas Rößle, der Vorsitzende des „Frohsinn 2000“. „Der Verdacht eines Geschmackerls liegt da nahe“, kritisiert Blome – wobei er eines ausdrücklich klarstellt: „Das geht nicht gegen den ‘Frohsinn 2000‘.“

Trainingsstätte sollte eher im Wörther Sport- und Freizeitgelände sein

Es sei keine Frage, dass der Verein eine Trainingsstätte benötige. Blome sieht einen möglichen Standort aber eher im Wörther Sport- und Freizeitgelände als Bestandteil des von der SPD geforderten Gesamtkonzepts. Was ihm „übelst aufstößt, ist die Art und Weise, wie das gelaufen ist“. Blome spricht von „stillem Kämmerlein“: „Es geht genauso weiter wie vor der Wahl. Das ist nicht fair gegenüber dem Moritz.“ Hummig ist entsprechend enttäuscht. Er habe mehrmals mit Bürgermeisterin Manuela Vanni geredet, Konzepte und Bauzeichnungen im Rathaus eingereicht: „Man hat wohl gedacht, dass ich die Nutzungsänderung vom Landratsamt eh nicht bekomme.“ 

Als die aber dann vorlag, habe man auf die Erbpachtlösung gepocht. Offenbar seien andere Interessenten durch seine Pläne „inspiriert“ worden, vermutet Hummig: „Diejenigen, die Einfluss haben, die bekommen es halt dann. Aber dann gibt es wieder nichts für junge Bands in Peißenberg.“ Bis dato habe er von der Gemeinde nichts Schriftliches bekommen – nicht einmal eine Absage.

Dass die Gemeinde einen Verkauf strikt ablehnt, kann Hummig nicht nachvollziehen. In der Praxis hat die Kommune ihre Linie tatsächlich nicht immer konsequent eingehalten. Das Wohnhaus in der Böhmerwaldstraße 1 oder das ehemalige Frauenhaus am Tiefstollen hat man zum Beispiel verkauft. Für Blome indes ist die Angelegenheit noch nicht ausdiskutiert: „Es gibt frische Gesichter im Marktrat und neue Mehrheiten. Das Ganze ist noch nicht gegessen.“

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