Breites Interesse beim Artenschutz-Treffen im Gasthof „Sonne“ in Peißenberg: Agnes Edenhofer (li., stehend) und Dr.Maiken Winter (re. daneben) informieren.Gronau

Unterschriften für das ÖDP-Volksbegehren

Artenschutz: Breites Bündnis im Landkreis macht mobil

  • Bernhard Jepsen
    VonBernhard Jepsen
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Für Bienen und den Artenschutz hat die ÖDP im Frühjahr ein Volksbegehren initiiert. Im Landkreis soll nun ein Aktionsbündnis die Werbetrommel rühren.

Peißenberg – „Liebe Naturschutzfreunde, liebe Artenretter“ – so begrüßte ÖDP-Kreischefin Agnes Edenhofer jene rund 35 Besucher, die am Montagabend der Einladung der Ökopartei zur Konstituierung eines Aktionsbündnisses für das Volksbegehren gefolgt waren. „Wir müssen alle Kräfte bündeln, egal welche Parteifarbe und Gruppierung“, lautete Edenhofers Appell. Und so war es ein bunter Mix aus Parteienvertretern, Naturschutzverbänden und Privatleuten, die sich im Nebensaal des Gasthauses „Sonne“ versammelten.

Die breite Basis wird auch dringend nötig sein: Damit das Artenschutz-Volksbegehren erfolgreich über die Bühne gehen kann, müssen es bayernweit rund eine Million Bürger unterstützen. Der Haken: Mit einfachen Unterschriftenlisten ist es nicht getan. Die Befürworter des Begehrens müssen zum Unterzeichnen eigens mit Personalausweis in einer vorgegebenen Frist (31. Januar bis 13. Februar 2019) in die Rathäuser kommen. „Es geht bei dieser Geschichte um Mobilisierung“, konstatierte Grünen-Kreischef und „Bündnispartner“, Manuel Neulinger: „Dass die Leute, salopp gesagt, den Arsch hochkriegen, dazu wird es etwas mehr brauchen, als sie zu einem lange vorher bekannten Wahltermin zu locken.“

Andreas Krahl will Plakate aufhängen

Neulinger wurde neben Edenhofer, Dr. Knut Neubeck (Landesbund für Vogelschutz) und Dr. Helmut Hermann (Bund Naturschutz) von der Versammlung einhellig zum Sprecher des Aktionsbündnisses gekürt. Dazu wurde für jede der 34 Landkreisgemeinden ein Lokal-Beauftragter benannt. Der frischgebackene Landtagsabgeordnete der Grünen, Andreas Krahl, erklärte sich zum Beispiel bereit, in Sindelsdorf Werbeplakate zu kleben. Im Vorfeld der Einschreibe-Frist will man über verstärkte Pressearbeit auf das Volksbegehren aufmerksam machen, auch soll es eine Gesamtauftaktveranstaltung geben. Während der Frist will das Aktionsbündnis vor den Rathäusern „Lotsen“ positionieren, die Passanten direkt überzeugen, für das Begehren zu unterschreiben.

Und man will über prominente Unterzeichner eine Sogwirkung erzeugen. Unter anderem ins Visier genommen hat man dabei Andrea Jochner-Weiß. Die Landrätin hat sich bereits des Öfteren als Schirmherrin für diverse Bienen-Projekte zur Verfügung gestellt.

Mitglieder des Aktionsbündnis sind hochmotiviert 

Alles schön und gut, aber das allein ist dem Aktionsbündnis zu wenig: „Es gibt einen Haufen Mundaktive im Landkreis. Aber jetzt gilt es, Nägel mit Köpfen zu machen“, so Edenhofer. Die Mitglieder des Aktionsbündnisses sind jedenfalls hochmotiviert: „Es ist total dringend, dass sich etwas ändert“, betonte Dr. Maiken Winter, die im Fachsprechergremium für das Volksbegehren mitwirkt. Bayern müsse in puncto „Artenschutz“ endlich Strahlkraft entwickeln.

Würden die Forderungen des Begehrens zum Gesetz, hätte man eine wunderbare „Handhabe auf die Regierung“. Unter anderem setzt sich das Begehren dafür ein, dass die ökologisch bewirtschafteten Flächen bis 2025 von derzeit zehn auf 25 Prozent ausgebaut werden – und zwar „durch Anreize und nicht mit der Peitsche“, wie es Winter formulierte. Zudem sollen mindestens zehn Prozent der Naturflächen in Blühwiesen umgewandelt und spätere Mähtermine festgelegt werden. Auch steht die Schaffung von Biotopverbunden auf der Agenda. „Es geht schlichtweg um unser Überleben“, fasste eine Versammlungsteilnehmerin die Ziele kurz und knapp zusammen. Auch Helmut Hermann verwies auf die thematische Brisanz: „Das Begehren zu verlieren, wäre nicht nur für die ÖDP, sondern auch für den Artenschutz fatal.“

Von Bernhard Jepsen

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