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Der Barbarahof von der Ecke Sonnen-/Loristraße aus. Rechts ist eine Außenwand der Holzlege zu sehen, die abgerissen werden soll.

30 neue Sozialwohnungen in Planung

Barbarahof in Peißenberg: Nach heftiger Kritik wird jetzt doch gebaut

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Das Neubauvorhaben im Barbarbahof stieß bereits auf Kritik. Inzwischen steht die einstige Bergarbeiter-Siedlung unter Denkmalschutz, es können aber trotzdem rund 30 Sozialwohnungen gebaut werden. 

Peißenberg – Dass die „Wohnbau GmbH“ nun doch grünes Licht für ihr Bauvorhaben hat und Abrissarbeiten beginnen können, liegt an folgender Entwicklung: Das Landratsamt Weilheim-Schongau hob mit einem Bescheid vom 30. Januar das Veränderungsverbot von 2015 auf und teilte mit, dass die östliche sogenannte Holzlege abgebrochen werden darf. So kann Platz für das Neubauprojekt entstehen. Das Bayerische Verwaltungsgericht hatte das Veränderungsverbot bereits im November 2017 für rechtswidrig erklärt.

Die Holzlege – eine lange Hütte teils mit Holzwänden – ist augenscheinlich heruntergekommen. Ein Sachverständigen-Gutachten kam zu dem Ergebnis, dass sie „das Ende ihrer Lebensdauer erreicht“ habe, heißt es in einer Mitteilung der „Wohnbau GmbH“: „Die Standsicherheit des Gebäudes ist nicht mehr uneingeschränkt gewährleistet, die Gebrauchstauglichkeit sowie die Dauerhaftigkeit des Bauwerks sind nicht mehr gegeben. Eine mögliche Sanierung wäre nicht zielführend und lässt sich nicht wirtschaftlich darstellen.“

Seinen Zweifel an diesen Feststellungen hat Peißenbergs Altbürgermeister Hermann Schnitzer, dem der Barbarahof als historischer Ort am Herzen liegt: Die Holzlege hätte sich nach seiner Ansicht „mit vertretbarem Aufwand locker herrichten lassen“. Wenn ein Ensemble, das eigentlich unter Denkmalschutz stehe, zerstört werde, werde dadurch die bayerische Verfassung „ausgehöhlt“, so Schnitzer.

Schnitzer: Klage einzulegen, sei „ein Schmarrn“ 

Die Politik habe im Fall des Barbarahofs den Denkmalschutz ausgestochen – das sei eine Einschätzung, die er auch beim Landesamt für Denkmalschutz gehört habe. Schnitzer „stinkt“ die neue Entwicklung in Sachen „Barbarahof“ zwar kräftig, wie er sagt, doch jetzt Klage einzulegen, sei „ein Schmarrn“.

Auch Bewohner des Barbarahofs, denen die Holzlege als Lagermöglichkeit diente, hatten sich gegen deren Abriss gewehrt. Doch jetzt scheint die Lage entspannter zu sein: Es habe zwar in jüngster Zeit seitens der Bewohner „ein paar Nachfragen“ zum Bauprojekt gegeben, sagte „Wohnbau“-Geschäftsführer Markus Kleinen diese Woche, Kritik sei aber nicht geübt worden.

Bürgermeisterin Manuela Vanni sieht die Lage anders als ihr Vorgänger

Auch bei Bürgermeisterin Manuela Vanni ging zuletzt keine Beschwerde seitens der Barbarahof-Bewohner ein. Vanni sieht die Lage anders als ihr Amtsvorgänger Schnitzer: „Ich bin erleichtert und freue mich, dass es doch noch klappen wird und wir neue Sozialwohnungen in Peißenberg bekommen.“ Schließlich stünden rund 90 Antragsteller auf der Warteliste für Sozialwohnungen.

Vanni findet es gut, dass bei dem Neubauvorhaben auf das Ensemble „Barbarahof“ Rücksicht genommen wird. „Um den besonderen Charakter des Bereiches zu wahren, wird die überarbeitete Entwurfsplanung des Architekten derzeit mit der Unteren Denkmalschutzbehörde und dem Landesamt für Denkmalpflege abgestimmt“, so die „Wohnbau GmbH“. Es sei eine „maßvolle bauliche Weiterentwicklung“ vorgesehen. Der Baubeginn für die „zwei bis drei Baukörper“ mit den rund 30 Wohnungen ist laut „Wohnbau“-Geschäftsführer Kleinen noch offen.

Obwohl das Landratsamt im Januar seinen Bescheid zum Barbarahof erlassen hatte, gab Kleinen danach bei einer Nachfrage der Heimatzeitung keine Auskunft dazu(wir berichteten). Damals sei noch in Frage gestanden „ob und wie wir weitermachen“, rechtfertigte sich der Geschäftsführer jetzt.

sts

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