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Brand in der Rigi Rutsch’n: Angeklagter freigesprochen

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Von: Angela Walser

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Der Schaden, der beim Brand in der „Rigi Rusch’n“ im Februar 2016 enstand, war erheblich. Rund 1,2 Millionen Euro waren nötig, alles wieder zu reparieren. © Ruder

Im Prozess um die vermeintliche Brandstiftung in der Cari-Bar der Peißenberger „Rigi Rutsch’n“ ist der ehemalige Pächter am Landgericht München II freigesprochen worden.

Peißenberg Stundenlang hatten ein Elektriker und ein Brandsachverständiger dem Gericht die technische und bautechnische Situation des einstigen Restaurants im Erlebnisbad „Rigi-Rutsch’n“ dargelegt. Dabei kam heraus, dass es in den vergangenen Jahren niemals eine grundlegende Überprüfung der gesamten Elektrik gegeben hatte, sondern ein Fachmann nur dann gerufen wurde, wenn es örtliche kleinere Probleme gab.

Der andere Experte hatte aufgrund der Brandspuren versucht, die Ursache für das verheerende Feuer zu rekonstruieren. Dabei schied ein technischer Defekt mit großer Wahrscheinlichkeit aus. Allerdings wollte der Experte eine technische Ursache nicht komplett ausschließen. Die meisten Stromkreise seien intakt gewesen. Für eine Inbrandsetzung sprach aus Expertensicht insbesondere die schnelle Entwicklung des Vollbrandes und die Übertragung auf die gesamten Räumlichkeiten, nachdem es zuvor keinerlei Auffälligkeiten im Gastraum gegeben hatte. Mit besagter willentlichen Inbrandsetzung sei das Spurenbild deutlich besser zu erklären, zog der Gutachter sein Fazit. Allerdings mit der Einschränkung, dass eine Brandstiftung nicht zu belegen sei.

Auch interessant: Zum „Rigi-Rutsch‘n“-Prozessbeginn: Angeklagter schweigt. 

Lesen Sie auch: Zweiter Verhandlungstag des „Rigi-Rutsch’n“-Prozesses: Wohl kein Brandbeschleuniger im Einsatz. 

Brandstifter hätte genügend Zeit gehabt, um aus dem Raum zu kommen

„Und wie muss ich das anstellen?“, fragte der beisitzende Richter. „Indem ich Brennpaste auf die Polster der Stühle gebe, sie unter den Tisch schiebe und anzünde“, erwiderte der Mann. Der Brandstifter hätte noch genügend Zeit, aus dem Raum herauszukommen.

Die Caribar war im Februar 2016 abgebrannt. Die Staatsanwaltschaft warf dem damaligen Pächter vor, aufgrund finanzieller Nöte einen Stapel Unterlagen aus dem Büro in den Gastraum getragen und dort angezündet zu haben. Sollte dem 42-Jährigen die Tat nicht nachzuweisen sein, muss das Gericht den Familienvater aus Mangel an Beweisen freisprechen – und überraschend schnell kam es am späten Nachmittag dazu, nachdem auch der Staatsanwalt auf Freispruch umgeschwenkt hatte.

Von Angela Walser

Mehr zum Thema: So lautete die Anklage im Rigi-Rutsch‘n-Prozess.

Zu einem weiteren Brand kam es, als ein Puff in Stade bei Hamburg Feuer fing und das Bordell in Flammen stand, wie nordbuzz.de berichtet.

*nordbuzz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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