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Drehleiter der Feuerwehr Peißenberg: Segen für ein „technisches Wunderwerk“

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Bernhard Jepsen
© Segen für die neue Drehleiter der Feuerwehr Peißenberg.

Die neue Drehleiter der Peißenberger Feuerwehr ist zwar schon seit März im Einsatz, doch erst seit Mittwoch steht sie auch unter kirchlichem Segen: Im Anschluss an einen Gottesdienst wurde das hochmoderne Fahrzeug ökumenisch geweiht. Danach ging es zur weltlichen Feier ins Feuerwehrhaus zum Tag der offenen Tür.

Peißenberg – „Der liebe Gott muss ein Peißenberger sein“, konstatierte Sigi Willberger schmunzelnd, als vor der Maria-Aich-Kirche der Gottesdienst zur Segnung des neuen Drehleiter-Fahrzeugs begann. Der langjährige Chef der Peißenberger Boxer meinte das herrliche Wetter am gestrigen Maifeiertag, das dem feierlichen Anlass die perfekten Rahmenbedingungen bot.

Die uniformierten Feuerwehrler, die samt ihren Fahnenabordnungen per Kirchenzug zur Aich-Kirche gezogen waren, lauschten andächtig dem von Pfarrer Georg Fetsch zelebrierten und von der Knappschaftskapelle musikalisch umrahmten Gottesdienst. Keine Frage: Die Fahrzeugweihe ihrer neuen Drehleiter war für die Peißenberger Floriansjünger ein Hochamt. „Wir können stolz auf das sein, was wir bekommen haben“, erklärte Peißenbergs Feuerwehrkommandant, Philipp Reichhart, in seinem Grußwort. So ein neues Drehleiterfahrzeug sei „nichts Alltägliches“ – auch nicht, was die Kosten betreffen würde. Der Preis von knapp 700 000 Euro sei schon eine „ordentliche Summe“, räumte Reichhart ein, aber die Anschaffung sei „mehr als notwendig“ gewesen: „Die Zeiten haben sich gewandelt. Der Unterschied zur alten Drehleiter ist wie Tag und Nacht. Wir sind jetzt wieder auf dem modernsten Stand.“ Das „technische Wunderwerk“, wie Vize-Landrat Karl-Heinz Grehl das MAN-Fahrzeug nannte, verfügt über eine 32 Meter lange Drehleiter der Marke „Rosenbauer“ und über zahlreiche Extras wie einen Wasserwerfer und eine Wärmebildkamera. Laut Kreisbrandrat Rüdiger Sobotta ist eine Drehleiter generell „eines der wichtigsten Rettungsinstrumente der Feuerwehr“: „Da können wir uns keinen Fahrzeugausfall leisten“.

Lob für den Einsatz der Feuerwehr

Und in Anspielung auf ein in Peißenberg nicht ganz unumstrittenes Verkehrsprojekt relativierte Sobotta die Kosten: „Drehleitern sind teuer, aber auch ein Minikreisel kostet viel Geld.“ Natürlich wurden die Feuerwehrler in den Reden für ihren freiwilligen Einsatz ausgiebig gelobt. Vize-Landrat Grehl sprach bezüglich des ehrenamtlichen Engagements von einem „Ausdruck höchster sozialer Kompetenz“ und Bürgermeisterin Manuela Vanni attestierte der Peißenberger Feuerwehr, „eine nicht wegzudenkende Institution“ im Ort zu sein. Die Gemeinde, so kündigte Vanni an, werde auch in den nächsten Jahren viel Geld in die Wehr investieren, zum Beispiel in eine neue Schlauchpflegeanlage.

Feuerwehr: Sanierung des Feuerwehrhauses

Auch werde man sich um die energetische und bauliche Sanierung des Feuerwehrhauses in der Ebertstraße kümmern müssen. Kein Geheimnis ist es, dass die Führungsspitze der Feuerwehr zwischenzeitlich mit einem kompletten Neubau geliebäugelt hatte. Doch diesen Begehrlichkeiten schob die Gemeinde aus finanziellen Gründen einen Riegel vor. Demnächst wird die Feuerwehr nun konkrete Umbauvorschläge vorlegen.

Vanni wünscht sich, dass sich auch der Landkreis an den Kosten beteiligt. Wie Grehl am Rande der Fahrzeugweihe erklärte, wäre das „theoretisch durchaus möglich“. Im Vergleich zu anderen Standorten würden in Peißenberg auch landkreisweit genutzte Einrichtungen und Gerätschaften vorgehalten, wie zum Beispiel das Notstromaggregat und die Sandsackabfüllanlage. Zur weltlichen Feier zog der Feuerwehrtross samt Drehleiterfahrzeug schließlich von der Aich-Kirche zurück zum Feuerwehrhaus.

Dort konnten sich die Besucher beim Tag der offenen Tür über die Aufgaben und den Fuhrpark der Feuerwehr informieren. Nur wenige Meter weg vom „technischen Wunderwerk“ parkte eine alte Drehleiter der Weilheimer Feuerwehr. Das 1964 gebaute Fahrzeug hatte früher auch in Peißenberg seinen Dienst verrichtet. Nachdem es ausrangiert worden war, wurde es unter von einem Baumpfleger genutzt. Nun wird die alte Drehleiter ab und an zu Oldtimertreffen chauffiert – „und sie ist immer noch voll funktionstüchtig“, erzählten die Weilheimer stolz.

Text: Bernhard Jepsen

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