So soll der Edeka-Vollsortimenter in Peißenberg aussehen.
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So soll der Edeka-Vollsortimenter in Peißenberg aussehen. 

Marktrat

Edeka will aufs MTP-Gelände in Peißenberg

  • Bernhard Jepsen
    vonBernhard Jepsen
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Es ist quasi ein komplett neuer Ortsteil, der in den nächsten Jahren auf dem MTP-Gelände zwischen Schongauer- und Hochreuther Straße in Peißenberg entstehen soll. 

Peißenberg – Schon lange ist klar, dass auf dem MTP-Gelände die Industriebauten abgerissen und die freiwerdenden Flächen als städtebauliches Mischgebiet vermarktet werden sollen. Unter anderem ist die Errichtung von rund 150 Wohnungen und ein Einkaufszentrum geplant. Wohin die Zerspanungsfirma „MTP Präzisions-GmbH“ ziehen wird, ist noch unklar. Dem Vernehmen nach schaut sich das Unternehmen mangels Alternativen vor Ort auch in anderen Landkreisgemeinden nach Standorten um.

Auch wenn die Räumung des MTP-Geländes noch dauern wird, flatterte der Marktverwaltung nun bereits der erste Bauantrag ins Rathaus – und zwar für einen Edeka-Lebensmittelvollsortimenter inklusive Backshop und 137 Stellplätzen. Der mit einer Verkaufsfläche von 1800 Quadratmetern und einem Gründach geplante Supermarkt soll am südöstlichen Geländebereich an der Schongauer Straße errichtet werden.

Edeka-Bauantrag: Diskussionsbedarf in der Peißenberger Marktratssitzung

Ohne Diskussionen wurde der Bauantrag in der jüngsten Marktratssitzung allerdings nicht durchgewunken. Vor allem die neue Fraktion von „Bündnis 90 / Die Grünen“ äußerte Bedenken. So verwies Annette Daiber darauf, dass es bereits sieben große Vollsortimenter in Peißenberg geben würde. Durch einen weiteren Standort werde die Konkurrenzsituation „unglaublich gesteigert“.

Auch stelle sich die Frage, ob der Supermarkt wirklich derart groß dimensioniert werden müsse. „Kann man an der Planung noch rütteln?“, fragte die Grünen-Gemeinderätin – und bekam von Bauamtsleiter Bernhard Schregle eine relativ klare Antwort: „Mit drastischen Mitteln schon. Aber man muss den Vollsortimenter im Kontext des gesamten Gebiets sehen.“ Auf dem MTP-Gelände würde ein ziemlich großes Wohngebiet entstehen. Und zur Eindämmung des motorisierten Individualverkehrs im Ort sei es durchaus sinnvoll, tägliche Nahversorgungsangebote in einem Radius von 500 Metern bereitzustellen: „Das sollte der Grundsatz einer vernünftigen Bauleitplanung sein“, so Schregle. Das Verfahren habe einen sehr langen Zeitraum in Anspruch genommen, außerdem sei ein Erschließungsvertrag abgeschlossen worden. Nur durch eine Veränderungssperre und einen Antrag auf Bebauungsplanänderung könne das Paket noch einmal aufgeschnürt werden.

Markt habe positive Auswirkungen aufs Gebiet

Schregle verwies zudem auf die „positiven Auswirkungen“, die der Markt als Gegenzug für die Wertabschöpfung der Gebietsumwidmung dem Grundeigentümer habe abringen können. Exemplarisch nannte der Bauamtschef den Kreisverkehr, der an der Einmündung Schongauer Straße/Hochreuther Straße entstehen soll – und zwar nicht auf Kosten der Gemeinde, sondern zu Lasten des Projektträgers.

Ins gleiche Horn stießen Manuela Vanni (Peißenberger Liste) und Walter Wurzinger (Frei Wähler): „Wir müssen die Kröte jetzt schlucken“, konstatierte letzterer. Es würden im Zuge der Umgestaltung des Geländes schließlich auch „unschöne Altlasten“ wie die Galvanikanlagen verschwinden. Vanni wiederum betonte, dass das Bebauungsplanverfahren und der Erschließungsvertrag nicht nur sehr viel Zeit, sondern auch sehr viel Geld gekostet haben. „Es ist nicht sinnvoll“, so die Altbürgermeisterin, „da jetzt noch einmal ranzugehen.“ Zumal es keine Alternative geben würde: „Entweder man macht Zugeständnisse oder der Eigentümer lässt alles so stehen und verfallen.“ Vanni verwies zudem auf den Kindergarten, der auf dem – bald ehemaligen – MTP-Gelände errichtet werden soll. Auch das sei aus kommunaler Sicht ein Mehrwert.

Gegen das gemeindliche Einvernehmen für den Supermarkt-Bauantrag stimmte neben der Grünen-Fraktion letztlich nur noch Katrin Neumayr. Der AfD-Rätin waren vor allem die Parkplatz-Ausmaße ein Dorn im Auge: „137 Stellplätze. Das ist eine wahnsinnige Versiegelung der Fläche.“

Lesen Sie auch: Deutschland soll dank des milliardenschweren Konjunkturpakets mit einem „Wumms“aus der corona-bedingten Wirtschaftskrise kommen. Die Reaktionen im Landkreis fallen unterschiedlich aus.

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