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Ob beim Discolauf, bei der Eislaufschule oder bei einem Spiel der „Eishackler“: Ohne Eis geht in Peißenberg nichts. 

Eisstadion in Peißenberg 

Noch keine Lösung in Sicht: Eismeisterei bleibt vorerst bei Gemeinde

Bezüglich der Eismeisterregelung im Peißenberger Eisstadion bleibt erst einmal alles beim Alten. Problematisch ist das nicht nur aus arbeitsrechtlichen Gründen.

Peißenberg – Keine Frage, Eishockey ist in der Marktgemeinde unangefochten die Sportart Nummer eins. Doch das vom TSV Peißenberg betriebene Eisstadion an der Pestalozzistraße kostet Geld – sehr viel Geld. Ohne die Subventionen der Kommune wäre der Unterhalt der Sportstätte nicht möglich. Allein für die Abstellung eines Bauhofmitarbeiters von Montag bis Freitag als Eismeister greift die Gemeinde tief in die Tasche. 2016 beliefen sich die Personalkosten auf 49 000 Euro und 2017 auf 47 000 Euro. 

An den Wochenenden in der Eislaufsaison sorgt der TSV selbst für die Eisaufbereitung, was unterm Strich mit rund 1200 Euro pro Monat zu Buche schlägt. In der Kommunalpolitik gibt es Stimmen, die sich eine noch stärkere finanzielle Beteiligung des TSV wünschen. Der Rechnungsprüfungsausschuss hatte zum Beispiel angeregt, dass die Gemeinde für die Eismeisterei keine Bauhofmitarbeiter mehr abstellen, sondern sich nur noch an den Kosten für TSV-eigenes Personal beteiligen solle. Allerdings handelte es sich nur um eine „Empfehlung“, die von der Rathausverwaltung etwas zu wörtlich genommen wurde. Im Vorfeld der zurückliegenden Eislaufsaison hatte es Ärger gegeben, weil Hauptamtsleiter Johannes Pfleger in einem Schreiben an den TSV das Ende des personellen Engagements durch den Bauhof ankündigte. Der Vorstoß wurde im Marktrat scharf kritisiert. Man dürfe den TSV nicht vor vollendete Tatsachen stellen, hieß es.

Reibereien sind längst ausgeräumt 

„Ich habe da etwas barsch reagiert. Das war eine vorschnelle Reaktion“, gibt Pfleger im Rückblick zu. Die Reibereien sind längst ausgeräumt – das Problem mit der Eismeisterei allerdings nicht: „Die Empfehlung des Rechnungsprüfungsausschusses lässt sich momentan nicht umsetzen“, erklärt Pfleger. Der TSV bemüht sich um Personal, hat aber bis dato keines gefunden. Das Dilemma: Die derzeitige Regelung steht auf wackeligen Füßen – vor allem wegen der arbeitsrechtlichen Vorgaben. Der Einsatz im Eisstadion dauert für den abgestellten Bauhofmitarbeiter in der Regel bis 24 Uhr. Damit er nicht zu viel Arbeitsstunden anhäuft, braucht es einmal in der Woche einen Vertreter. 

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Der Bauhof ist aber auch für den Winterdienst zuständig – und der beginnt meist frühmorgens. Das Problem: Wenn der Mitarbeiter zuvor im Eisstadion tätig war, kann er seine gesetzlich vorgeschriebenen Ruhephasen nicht einhalten. „Solange nichts passiert, ist das gut und schön“, sagt Pfleger, „aber wenn sich der beim Schneeräumen den Fuß bricht, dann ist die Berufsgenossenschaft sofort da.“ Theoretisch könne man zusätzliches Personal beim Bauhof einstellen, doch das sei eigentlich nicht die Intention des Gemeinderats: „Der will ja gerade, dass wir runterkommen von den Personalleistungen“, so Pfleger. Zudem gibt es haftungsrechtliche Fragen: Wer zum Beispiel weist die Eismeister ein? Der TSV oder die Gemeinde? „Da besteht noch Klärungsbedarf“, weiß Pfleger. 

Gespräche sollen noch vor den Sommerferien starten

Noch vor den Sommerferien soll es Gespräche mit Bauhofchef Roman Bals geben – „wobei wir den TSV nicht vor den Kopf stoßen wollen“, wie Pfleger betont. Helfen würde es, wenn der Sportverein ein oder zwei 450-Euro-Kräfte für die Abendschicht im Eisstadion einstellen würde. „Dann könnte der Bauhofmitarbeiter wenigstens seine Ruhephasen einhalten“, so Pfleger.

Keine Option mehr ist indes eine Kooperation mit den Gemeindewerken. So war angedacht, einen Mitarbeiter zu engagieren, der im Winter im Eisstadion und im Sommer in der „Rigi-Rutsch´n“ arbeitet. Doch wie im Marktrat zu erfahren war, wird daraus nichts. Die Werke, die den Saunabetrieb nun doch ganzjährig führen und zudem ein Rehazentrum bauen, benötigen im Bäderpark Personal für das ganze Jahr.

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Von Bernhard Jepsen

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