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Unternehmensberater Wolfgang Gröll bei der Vorstellung der Ergebnisse der Fragebogenaktion im Schützenheim.

Bürgerversammlung

Erste Details zum geplanten Dorfladen in Haid bekannt

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Die Überlegungen für einen Dorfladen in Wessobrunn-Haid werden konkreter. Nachdem es in der ersten Bürgerversammlung zu diesem Thema hauptsächlich um das Ja oder Nein ging, wurde in der zweiten Versammlung in dieser Woche bereits über Details diskutiert.

Haid – Dass Details diesmal ein Thema waren, sah Wessobrunns Bürgermeister Helmut Dinter durchaus positiv: „Das ist für mich das Zeichen, dass der Dorfladen gewollt und möglich ist“, sagte der Rathauschef, der zu den gut 60 Anwesenden im Schützenheim gehörte, die sich für die neuesten Informationen zu dem Projekt interessierten. Auch Ergebnisse der Fragebogenaktion wurden vorgestellt.

„Ich freue mich, dass trotz Champions-League-Halbfinale so viele da sind“, zeigte sich Wolfgang Soglowek vom Arbeitskreis „Dorfladen“ sehr zufrieden über den Zuspruch der Bürgerinnen und Bürger. Lob gab es von ihm auch für die Beteiligung an der Fragebogenaktion. „Wir haben 240 zurückbekommen, das ist ein guter Wert“, so Soglowek.

Unternehmensberater und Dorfladenspezialist Wolfgang Gröll stellte im Anschluss die Detailergebnisse der Befragung vor. Unter anderem ging aus dieser hervor, dass 87 Prozent der Haider Bürgerinnen und Bürger in dem Dorfladen, der ein Lebensmittelsortiment anbieten, aber auch eine Postagentur, einen Geschenkeladen und ein Cafe umfassen soll, einkaufen würden.

Darüber hinaus könnten sich 35 Prozent der Haider (23 Prozent aller Wessobrunner und der weiteren Ortsteile) vorstellen, sich auch finanziell an solch einem Laden zu beteiligen, bei dem vor allem auf Regionalität der Produkte geachtet werden soll. „Der Mindestanteil liegt bei 250 Euro“, führte Gröll dazu aus.

Ab dem dritten Jahr soll’s Gewinn geben

Insgesamt sollen dabei aus Haid zwischen 6000 bis 13 000 Euro zusammenkommen, die den Grundstock für ein geplantes Eigenkapital von 25 000 bis 50 000 Euro bilden würden. Die weiteren Mittel für die Anlaufkosten, die Groll mit gut 93 000 Euro bezifferte, kämen über Kredite.

In seiner Modellrechnung, die 42 Stunden Öffnungszeiten pro Woche und einen Jahresumsatz von circa 290 000 Euro vorsehen, würden im Dorfladen in den ersten beiden Jahren noch Verluste entstehen. „Ab dem dritten kann man positiv arbeiten“, so Grölls Prognose.

Aus dem Arbeitskreis „Dorfladen“ erfolgten im Anschluss Ergänzungen zu Grölls Ausführungen. Dabei wurde beispielsweise von 20 Euro Wochenumsatz gesprochen, die die 200 Haushalte, die als Kunden ins Auge gefasst werden, jeweils liefern müssten, um den Dorfladen rentabel zu halten. Neben der Einkaufsmöglichkeit kam zudem die Funktion des Dorfladens als Treffpunkt und soziales Zentrum in Haid zu Sprache.

„Es ist noch viel Weg zu gehen“, meinte Soglowek. „Der Bedarf ist da, die Rahmenbedingungen haben sich geändert und auch die Geiz-ist-Geil-Mentalität wandelt sich“, sieht Soglowek nach dem Aus des letzten Dorfladens in Haid vor 16 Jahren gute Chancen dafür, im neuen „Keller-Liesl-Haus“ einen Neuanfang zu starten. In dem Gebäude sollen laut den aktuellen Planungen auch Wohnungen und ein Mehrzweckraum entstehen.

„Die Gemeinde muss jetzt aber erst ein Gebäude bauen,“ bremste Dinter zum Abschluss die Euphorie bezüglich der Pläne. „Im Arbeitskreis sollten jetzt die Detailfragen aufgegriffen werden“, lautete der Vorschlag des Rathauschefs.

Einen Zeitplan gibt es noch nicht

Auch wenn Dinter zur Zeitachse für das Projekt keine Angaben machen konnte, versprach er den Anwesenden eines: „Was auf dem Grundstück passiert, muss für die Gemeinde keinen Gewinn abwerfen.“

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