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Das ausgewilderte Kitz „Miri“ kommt Birgit Albert immer noch besuchen.

Es gibt einiges zu beachten

Gefährliche Zeit für Rehkitze

  • Franziska Florian
    vonFranziska Florian
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Seit sieben Jahren kommen verletzte Kitze zu „Bambi Rescue Peißenberg“. Birgit Albert kümmert sich um die Tiere und päppelt sie wieder auf. Doch für manche kann auch sie nichts mehr tun. Deshalb bittet Albert darum, besonders in der Setzzeit der Rehe Vorsicht walten zu lassen.

Peißenberg – Zwei bis drei Kitze hat Birgit Albert jedes Jahr in ihrer Kitz-Aufzuchtstation in Peißenberg. „Mehr schafft man aber auch gar nicht“, erklärt die 53-Jährige.

Aufzucht eines Kitzes kostet rund 500 Euro

Alle zwei Stunden muss sie ins Gehege in ihrem Garten gehen, um die kleinen Kitze zu versorgen. „Es ist schon sehr zeitaufwendig“, so Albert. Die Kosten sind für die Wahl-Rehmutter nebensächlich. Sie bezahle alles selbst und die spezielle Aufzuchtsmilch sei auch nicht gerade billig. „Für ein Kitz zahle ich im Schnitt rund 500 Euro. Die Milch muss ich immer extra bestellen und die Böcke müssen kastriert werden, da sie sonst aggressiv werden können“, sagt Albert. Dennoch mache sie diese Arbeit gern. Vor allem, weil die Rehe, die nach einem Jahr wieder ausgewildert werden, ab und zu wieder zu Besuch kommen. „Ich erkenne sie meistens an dem gelben Halsband, das ich ihnen umgemacht habe.“

Doch ihre Arbeit ist nicht nur kostspielig, Albert braucht auch immer eine Bestätigung des Jagdpächters, wenn sie ein Kitz in ihrer Station aufnehmen will. „Ich lasse mir die meistens schriftlich geben, weil es sonst als Wilderei zählt. Und da sind die Strafen ganz schön hoch“, erklärt die Peißenbergerin. Teilweise könne sie aber nicht alle verletzten Kitze bei sich aufnehmen. „Dann vermittel ich die Tiere an meine Kollegen, damit sie versorgt werden können.“

Rehkitze sind durch Mahd und freilaufende Hunde in Gefahr

Damit sich die Zahl der verletzten oder alleingelassenen Kitze verringert, appelliert Albert an alle Landwirte: „Vor der Mahd soll bitte die Wiese abgesucht werden.“ Sie helfe auch sehr gerne beim Absuchen der Wiese, sofern sie noch keine Pflegetiere hat. „Sollte ich selbst nicht helfen können, kann ich aber gerne den Kontakt zu anderen Helfern herstellen und diese vermitteln“, so Albert. Ein Kitz, das in ein Mähwerk kam, „ist kein schöner Anblick“.

Auch die Hundebesitzer bittet sie, vorsichtig zu sein und den Hund in Wald- und Wiesengebieten an die Leine zu nehmen. „Ein Hund hat einfach einen Jagdtrieb, der kann noch so gut erzogen sein. Und die Kitze sind noch nicht schnell genug, um dem Hund davonzulaufen“, weiß Albert.

Wichtige Regel: Niemals ein Kitz anfassen

Sollte jemand ein Kitz alleine sehen, darf es „auf gar einen Fall angefasst werden“, mahnt Albert. Die Rehgeißen würden sehr gut riechen, deshalb soll man mindestens 200 Meter von dem Kitz weggehen und abwarten, ob die Mutter des Kitzes kommt. Das Notsignal eines Jungtiers sei immer das Fiepen. In den meisten Fällen sei das Reh dann nicht mehr am Leben und das Kitz längere Zeit alleine. „Wenn das jemand hört, soll er einfach die zuständige Polizei anrufen. Die weiß, wer der Jagdpächter ist und informiert ihn dann“, so die 53-Jährige. Verletzte Tiere sollen am besten zur Tierklinik gebracht werden und nicht direkt zu ihr, so Albert.

Birgit Albert ist unter der Nummer 08803/9164 zu erreichen. Gerne auch auf den Anrufbeantworter sprechen.

Lesen Sie auch: Die Peißenbergerin Birgit Albert betreibt seit Jahren eine Auffangsstation für verwaiste Rehe. Das gefällt allerdings nicht jedem.

Erik Meier kennt Mähdrescher. Er hilft selbst auf dem Feld beim Ernten. Eine Situation beim Mähen lässt ihn Grübeln - und er entwickelt einen Rehkitz-Retter am Mähdrescher.

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