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Keine proaktive Unterstützung

Peißenberg will bei 5 G-Technik erstmal abwarten

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Wie soll sich Peißenberg bezüglich eines möglichen Mobilfunknetzausbaus auf „5 G“-Standard verhalten? Mit der Frage beschäftigte sich der Haupt- und Finanzausschuss. Das Ergebnis der Debatte: Die Gemeinde solle erst einmal „abwarten“ und die umstrittene Technologie nicht proaktiv unterstützen.

Peißenberg – An der Mobilfunktechnik „5 G“ (5. Generation) scheiden sich die Geister. Die einen verweisen auf die hohen Bandbreiten, die schnellen Übertragungsraten und die im Vergleich zum bestehenden Standard besseren digitalen Vernetzungsmöglichkeiten von Maschinen und Systemen. Auch das autonome Fahren werde durch die Technik ermöglicht. Die anderen befürchten gesundheitliche Risiken aufgrund der hochfrequenten Strahlung. Langzeitstudien beispielsweise zu einem erhöhten Krebsrisiko gibt es zwar noch nicht. Allerdings haben weltweit mehr als 180 Wissenschaftler bei einem „5 G-Appell“ ein Moratorium gefordert, solange die tatsächlichen gesundheitlichen Folgen nicht abschließend erforscht sind.

Wielenbach und Hohenpeißenberg stellen sich quer

Auch im Landkreis hat sich eine Bürgerinitiative gegen die „5 G“-Technik formiert und die Gemeinden Wielenbach und Hohenpeißenberg wollen weder eigene Grundstücke für Sendemasten zur Verfügung stellen noch den potenziellen Betreibern bei der Suche danach behilflich sein. Und in Peißenberg wird man den Ausbau des Mobilfunknetzes wohl ebenso nicht proaktiv unterstützen. „Abwarten“, lautete der Tenor in der Debatte im vorberatenden Haupt- und Finanzausschuss. Bürgermeisterin Manuela Vanni hatte gefragt, wie die Gemeinde mit dem Thema umgehen solle. Für Werner Haseidl (CSU/Parteilose) war die Angelegenheit klar: „Es wäre ein Unding, wenn wir etwas beschließen, was vielleicht gesundheitsgefährdend ist.“ Die Technik müsse erst erprobt werden, bevor man darüber eine Entscheidung treffen könne.

Auch Haseidls Fraktionskollege Ernst Frohnheiser mahnte zur Vorsicht: An Menschen, so berichtete der Mediziner, seien die Auswirkungen der „5 G“-Technik noch nicht untersucht worden. Bei Ratten, die mehrere Monate der hochfrequenten Strahlung ausgesetzt worden sind, hätten sich „signifikant höhere Krebsraten“ ergeben. Petra Bauer, Bürgervereinigung, äußerte sich hinsichtlich des Entscheidungsspielraums der Kommune skeptisch: „Unser Einfluss als Gemeinde wird sich da in Grenzen halten. Aber man muss es ja nicht auch noch forcieren.“

Forderung: Keine Grundstücke für Sendemasten ausweisen

Ähnlich formulierte es Robert Halbritter (SPD): „Ich will mich nicht generell gegen die Technik sträuben. Aber man muss jetzt keine Grundstücke für Sendemasten ausweisen.“ Die bestehenden Standorte der Sendeanlagen reichten für eine Aufrüstung aus. Der gelernter Kommunikationselektroniker gab zu bedenken, dass die Strahlungsleistung des bestehenden Mobilfunknetzes durchaus hochgefahren werden könnte, sollte sich die „5 G“-Technik nicht durchsetzen. Unter dem Strich wären die Auswirkungen dann ähnlich.

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