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Bei den Gemeindewerken in Peißenberg herrscht derzeit Schichtbetrieb. 

Peißenberg: Gemeindewerke  im Schichtbetrieb

  • Bernhard Jepsen
    vonBernhard Jepsen
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Das Coronavirus bestimmt derzeit das öffentliche Leben – und damit auch die Betriebsabläufe bei den Peißenberger Gemeindewerken, die unter anderem für die Strom- und Wasserversorgung zuständig sind. Um die Daseinsvorsorge zu sichern, hat das Kommunalunternehmen (KU) ein personelles Notfallmanagement entwickelt.

VON BERNHARD JEPSEN

Peißenberg – Man stelle sich vor, sämtliche verfügbaren Mitarbeiter der Gemeindewerke erkranken oder stehen aufgrund der Corona-Krise unter Quarantäne. Wie soll dann das Stromnetz, die Kläranlage oder die Wasserversorgung betrieben werden? Das Szenario, dass alle rund 50 KU-Mitarbeiter auf einen Schlag ausfallen, muss laut Werksleiterin Ingrid Haberl „absolut verhindert werden“. In den vergangenen Tagen hat man KU-intern eifrig an Notfallplänen gearbeitet. Das Kundencenter wurde für den Parteienverkehr vorübergehend geschlossen. Die Mitarbeiter stehen aber telefonisch oder per E-Mail für Anfragen zur Verfügung.Die auf der Liste stehenden Zählerwechsel in Privathäusern wurden erst einmal terminlich verschoben. Die KU-Büros im Rigi-Center sind zudem nur noch einzeln besetzt. Einige Mitarbeiter arbeiten im Home-Office. Auch KU-Chefin Haberl und ihr Stellvertreter Richard Krüger vermeiden den sozialen Kontakt. Die wichtigste Maßnahme, um den Fortbestand des KU-Betriebs in der Corona-Krise zu gewährleisten, ist der Personalverteilungsplan in den technischen Sparten.

Ab sofort sind im Schichtwechsel alternierend zwei oder drei Teams eingeteilt, die sich weder zeitlich noch räumlich begegnen. Sollte es in einem Team einen Corona-Verdachtsfall geben, springt das andere komplett ein und wird gegebenenfalls anschließend noch einmal gesplittet. Die Teamzusammensetzung erfolgte auf Basis der persönlichen Umstände der Mitarbeiter (Kinder, Eltern in der häuslichen Pflege oder gesundheitliche Vorerkrankungen). Ziel der Maßnahmen ist es laut Haberl, gegenseitige Infizierungen innerhalb des KU-Personals zu vermeiden, ohne jedoch durch die Vorkehrungen irgendwelche betrieblichen Einschränkungen hinnehmen zu müssen. Man wolle „keinen großen Berg an Arbeit anhäufen“, der nach der Corona-Krise mühsam abgetragen werden müsste: „Man weiß ja heute noch gar nicht, wie lange das alles dauert“, so Haberl. Im Bauhof an der Forster Straße hat man die Wasser- und Stromsparte komplett voneinander isoliert. Auch hat man ehemalige Mitarbeiter rekrutiert, die im Notfall einspringen könnten. Bei Wasserrohrbrüchen kann bedarfsweise auf externe Firmen zurückgegriffen werden.

Haberl ist optimistisch, dass das KU die Daseinsvorsorge ohne Einschränkungen für die Kunden gewährleisten kann: „Es sollte alles glatt laufen.“

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