Der Abtransport des Turmmodells von Franz Merkls Hausterrasse war eine diffizile Angelegenheit. Fotos (3): Bernhard Jepsen
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Der Abtransport des Turmmodells von Franz Merkls Hausterrasse war eine diffizile Angelegenheit.

50 Jahre nach Ende des Bergbaus

Peißenberg hat wieder einen Förderturm

  • Bernhard Jepsen
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Am ehemaligen Zieglmeierschacht steht seit gestern nach fast 50 Jahren wieder ein Förderturm: Um kurz vor zehn Uhr wurde das von Franz Merkl gebaute Turmmodell (Maßstab 1:10) in sein Betonfundament im Peißenberger Einkaufspark an der Straßenecke „An der Grube / Am Holzgarten“ eingehoben.

Peißenberg - Der Transport per Lastwagen war für das sechsköpfige Bauhofteam durchaus eine Herausforderung. Merkl hatte das fünf Zentner schwere Modell auf seiner Terrasse gebaut. Der Turm ragte bis unter die Dachrinne. Die Bauhofmitarbeiter mussten die Aluminiumkonstruktion erst mit Holzstreben stabilisieren, bevor selbige per Kran auf die Ladefläche gehievt werden konnte. „Ich hab’ damit gerechnet, dass es schwierig wird. Wenn der Turm am Nachmittag steht, dann ist es gut“, unkte Hermann Deutschenbaur, der stellvertretende Bauhofleiter, zu Beginn der Aktion. Doch er und seine Mannen schafften es deutlich schneller. Nach nur zwei Stunden war der Transport abgeschlossen. „Die Operation ist gelungen. Das haben sie gut hinbekommen“, lobte Knappenvereinsvorsitzender Rudi Hochenauer während Vereinskollege Hans Zapf die „Operation“ filmte. Für den ehemaligen Bergmann war das Ganze durchaus ein bewegender Moment: „Da bin ich jeden Tag 1000 Meter runtergefahren“, deute Zapf auf das gepflasterte Schachtrondell am Zieglmeierschacht. Der Förderturmnachbau steht von der Straßenkreuzung aus gut sichtbar in einer Wiese vor dem eigentlichen Bodendenkmal. Das gesamte Schachtgrundstück, das die Gemeinde vor drei Jahren gekauft hat, soll demnächst neu gestaltet und mit Informationstafeln aufgewertet werden. Morgen wird das Förderturmmodell im Rahmen einer kleinen Feierzeremonie offiziell eingeweiht.

Das Datum ist historisch: Am 31. März 1971, also dann vor genau 50 Jahren, wurde im Peißenberger Bergwerk die letzte Schicht gefahren. Bei der Einweihung des „neuen“ Förderturms wird natürlich auch sein Erbauer anwesend sein. Zwei Jahre stand die Alukonstruktion auf der Terrasse vor Merkls Haus am Forster Bahnübergang: „Da geht jetzt schon was ab“, scherzte der 82-Jährige. BERNHARD JEPSEN

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