Peißenberg

Hochwasser bewegt noch immer

  • schließen

Peißenberg – Nach dem Hochwasser befinden sich über 7500 Euro auf Spendenkonto. Die Bürgermeisterinnen Manuela Vanni und Sandra Rößle mussten indessen Kritik einstecken.

Das Hochwasser hat die Menschen in Peißenberg völlig überrascht. Und auch, wenn die Bäche längst wieder in ihren Betten fließen, ist das Thema damit längst nicht erledigt. An vielen Häusern sind Schäden entstanden, die die Menschen beseitigen müssen. Dafür haben einige schon finanzielle Hilfe vom Staat bekommen – zudem hat die Gemeinde ein Spendenkonto eingerichtet.

Auf dem sind laut Bürgermeisterin Manuela Vanni bis Mittwoch 7691 Euro eingegangen. Wie das Geld verteilt werden soll, wird in der Gemeinderatssitzung am 6. Juli nichtöffentlich besprochen. „Nach meinem Vorschlag soll es nur Privatpersonen zugutekommen“, sagt die Bürgermeisterin. So hätten es sich auch Spender gewünscht. Die „OMV“-Tankstelle Schongau und auch der Organisator der „Kulturnacht Peiting“ hätten gebeten, dass ihre jeweils rund 1000 Euro eine Familie erhält.

Die staatliche Soforthilfe konnten Privathaushalte ebenso wie Gewerbetreibende beantragen. Laut Vanni wurden in Peißenberg bisher 347 500 Euro ausgezahlt. An wie viele Menschen und Unternehmen das Geld gegangen ist, kann Vanni nicht sagen, „da teilweise Mehrfachanträge gestellt wurden“.

Während sich die Betroffenen darum kümmern, die Schäden zu beseitigen, wurde im Gemeinderat das Thema „Hochwasser“ noch einmal hochgekocht. Vanni (Peißenberger Liste) und ihre Stellvertreterin Sandra Rößle (CSU/Parteilose) wurden von der SPD für ihr Verhalten in der Notsituation kritisiert – vor allem ging es um den 29. Mai, an dem es durch Starkregen erstmals zu Hochwasser gekommen war. „Viele Menschen sind unzufrieden, wie es abgelaufen ist. Es gibt Missmut auf der Straße“, sagte Jutta Geldsetzer. Georg Karl kritisierte, dass die Rathauschefin nicht schnellstmöglich nach Peißenberg gekommen war.

An jenem Tag war Vanni beim Gemeindetag in Leipzig. „Ich habe versucht, am Sonntagabend eine Zugheimfahrt zu bekommen, was aber aufgrund des gleichzeitigen Katholikentags nicht möglich war“, wehrte sich die Rathauschefin. „Ich kann sowas nicht vorhersehen.“ Zudem sei sie bei ihrer Rückkehr am Dienstag „als erstes in die Bachstraße gefahren“.

Karl nahm zudem Rößle ins Visier. „Ich hätte von der zweiten Bürgermeisterin verlangt, dass sie die Gummistiefel anzieht und vorbeischaut.“ Auch Rößle ließ sich die Kritik nicht bieten. „Ich war bei der Feuerwehr und in der Gemeinde, und ich habe mit einigen Bürgern gesprochen“, erwiderte sie. „Aber ich kann nicht mit allen sprechen.“

Kritik gab’s auch für die Rathausmitarbeiter. Karl fragte, wo denn Ordnungsamt und Bauamt gewesen seien – schließlich seien Brücken gefährdet gewesen. „Das erste, was Herr Schamper (Bauamt, Anm. d. Red.) gemacht hat, war, sich die Brücken anzuschauen“, konterte Vanni.

Laut Hauptamtsleiter Johannes Pfleger haben sich auch ein paar Peißenberger kritisch im Rathaus geäußert. „Wenn man es den Leuten erklärt hat, hatte jeder Verständnis für die Situation“, berichtete er. Zum 29. Mai erzählte er zudem, dass er und Rößle gemeinsam versucht hatten, ein Bürgertelefon einzurichten, dabei aber mit technischen Schwierigkeiten zu tun hatten. Deshalb hatte Pfleger in der Woche darauf mit dem Landratsamt darüber gesprochen. „Wir werden einen Notfallplan für solche Dinge erarbeiten“, versprach der Hauptamtsleiter. „Von solchen Katastrophen war in unserer Gegend bisher nicht auszugehen.“ Man habe zwar die Ammer im Blick gehabt, nicht aber solche Probleme an den Bächen. „Es treten jetzt neue Wetterphänomene auf mit Platzregen“, sagte Pfleger. „Damit müssen wir uns jetzt beschäftigen.“

Spendenkonto der Gemeinde

Die Gemeinde hat ein Spendenkonto für vom Unwetter Betroffene eingerichtet. Auf dieses kann auch weiterhin eingezahlt werden. Die Kontodaten lauten: IBAN DE65 7035 1030 0032 3580 79(BIC:BYLADEM1WHM).

Rubriklistenbild: © Ruder

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Stadtwerke warnen vor Hochwasser
„Bitte ergreifen Sie Vorsichtsmaßnahmen“: Diese Nachricht veröffentlichten die Stadtwerke Weilheim gerade für die Anwohner des Angerbachs in Weilheim, nachdem dessen …
Stadtwerke warnen vor Hochwasser
Vorstellung mit kleinen Pannen
500 Besucher  kamen zur  Mannschaftspräsentation der „Eishackler“ ins  Peißenberger Eisstadion. Die Fans warteten jedoch vergeblich  auf den Namen des neuen Ausländers.  
Vorstellung mit kleinen Pannen
„Wir wollten wachrütteln“
Die Plakate gegen eine Erweiterung der Fußgängerzone, die einer Todesanzeige nachempfunden sind, entzweien Weilheim. Während die Geschäftsleute sie noch ein bis zwei …
„Wir wollten wachrütteln“
Musikschule zieht mit Büro in die Innenstadt
Viele Jahre befand sich das Büro der städtischen Musikschule Penzberg etwas versteckt im Josef-Boos-Heim. Seit Montag ist es mitten in der Stadt.
Musikschule zieht mit Büro in die Innenstadt

Kommentare