+
Freundliches Ambiente: Ruth Kroll in einem der Räume des „iku“.

Im ehemaligen Krankenhaus

Asyl-Helferkreis erhält Raum für interkulturelle Begegnung

Peißenberg – Der Landkreis stellt dem Asyl-Unterstützerkreis einen „interkulturellen Begegnungsraum“ zur Verfügung - ein Ort, wo sich die Kulturen treffen können.

Es ist ein ambitioniertes und vielversprechendes Projekt, das Rita Wiedmann, Ruth Kroll und Angela Hein mit ihrem „interkulturellen Begegnungsraum“ (iku) in Peißenberg umsetzen wollen. Das Organisationstrio vom Unterstützerkreis „Asyl“ möchte mehrere Angebote unter einem Dach bündeln, unter anderem das Sprach- und Internetcafé, Deutsch- und Mathekurse sowie diverse Beratungsleistungen bei der Arbeits- und Wohnungssuche. Vor allem aber soll der „iku“ ein Ort werden, in dem sich die verschiedenen Kulturen, sprich Einheimische und Asylbewerber, treffen können. Lange waren die Organisatoren auf der Suche nach geeigneten Räumen – nun wurden sie fündig: Im Ostflügel des stillgelegten Krankenhauses (Hauptstraße 55, Eingang über die Freitreppe am Rückgebäude) hat der Landkreis für das Asyl-Kultur-Projekt mietfrei Räume zur Verfügung gestellt.

Vorerst stehen Räume bis Jahresende zur Verfügung

Insgesamt sind es sechs ehemalige Büro- und Besprechungszimmer, die das „iku“-Team im ersten Stock auf der Etage der früheren Krankenhauskapelle nutzen kann. Dabei hatte es zunächst vom Landkreis eine Absage gegeben: „Am Anfang hat da niemand so recht gezogen“, erzählt Ruth Kroll. Doch sie und ihre beiden Kolleginnen blieben hartnäckig. Man arbeitete detaillierte Konzeptunterlagen aus und startete eine „persönliche Offensive“ bei Bundestagsmitglied Alexander Dobrindt (CSU) sowie bei Landrätin Andrea Jochner-Weiß (CSU) – und siehe da: Die Kreisverwaltung lenkte ein.

Vorerst stehen die Räume nur bis zum Jahresende für den „iku“ zur Verfügung. „Eine Verlängerung ist ungewiss, aber nicht ausgeschlossen“, sagt Kroll, die zusammen mit Rita Wiedmann in der Sitzung des Peißenberger Haupt- und Finanzausschusssitzung für das „Vorzeigeprojekt“ warb. Letztlich ging es darum, den Gremiumsmitgliedern die gemeindliche Übernahme der Nebenkosten schmackhaft zu machen. Bis Ende 2016 wurde mit dem Landkreis eine Pauschale von 900 Euro vereinbart. Das Problem: Der Asylunterstützerkreis hat keine eigenen Geldmittel, und Sponsoren halten sich bei Projekten, die sich im Aufbaustadium befinden, eher zurück.

"Wir müssen lernen, miteinander auszukommen"

Offiziell eröffnet wird der „iku“ Anfang Mai. Peu à peu soll der Treffpunkt dann mit Leben gefüllt werden: „Wir stehen nicht unter Zugzwang, die Räume würden ja ansonsten ohnehin leer stehen“, erklärte Kroll im Ausschuss. Natürlich würden beispielsweise die Deutsch-Kurse in den Schulen oder Pfarreien parallel weiterlaufen. Ziel sei es, zusätzliche Raumkapazitäten zu schaffen – und das Besondere am „iku“ sei der kulturell-gesellschaftliche Aspekt als Begegnungsstätte: „Wir müssen lernen, miteinander auszukommen“, betonte Kroll – und Wiedmann ergänzte: „Die Lage der Räumlichkeiten ist toll. Es könnte ein richtiges Zentrum werden. Wir haben da große Hoffnungen.“ Die Argumentation überzeugte auch den Hauptausschuss, er segnete die Übernahme der Nebenkosten als „Anschubfinanzierung“ einhellig ab.

Verbindende Wirkung von Musik

Peter Blome (SPD) hatte zudem noch einen Vorschlag parat: Immer wieder würden bei ihm „junge Burschen“ nach geeigneten Räumlichkeiten für Bandproben anfragen. Eventuell könne man dazu auch den „iku“ verwenden: „Da würden wir zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“, verwies Blome auf den kulturellen Austausch und die „verbindende Wirkung“ von Musik.

Petra Bauer (Peißenberger Bürgervereinigung) indes sorgte sich um die öffentliche Wahrnehmung. Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass der Asyl-Treffpunkt „der erste Schritt“ zu einem Asylbewerberheim im ehemaligen Krankenhaus sei. „Es ist noch nicht klar, was mit dem Gebäude passiert“, entgegnete Bürgermeisterin Manuela Vanni: „Aber es ist nicht beabsichtigt, dass dort Asylbewerber einziehen. Das hat mir jedenfalls die Landrätin gesagt.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Unfälle auf A95: Mehrere 10.000 Euro Schaden
Zu mehreren Verkehrsunfällen ist auf der A95 gekommen, zum Teil wegen der Schneefälle. Betroffen waren  auch Autofahrer aus Penzberg, Pähl, Eberfing und Habach. Der …
Unfälle auf A95: Mehrere 10.000 Euro Schaden
Feuerwehr löscht Zimmerbrand im Paradeis
Die Feuerwehr Weilheim musste am heutigen Mittwoch zu einem Brand im Paradeis ausrücken. Sie konnte das Feuer schon nach kurzer Zeit löschen.
Feuerwehr löscht Zimmerbrand im Paradeis
„Altwasser“ ist Marktmeister im Eisstockschießen
22 Mannschaften haben  bei den 28. Marktmeisterschaften der Stockschützen im Peißenberger Eisstadion mitgemacht. Den Titel holte sich das Team „Altwasser“.
„Altwasser“ ist Marktmeister im Eisstockschießen
Aufregung um Stahlbügel als Radständer
Aufregung am Weilheimer Bahnhof: Dort finden sich plötzlich Bügel an denen Fahrräder abgestellt werden können. Sie sind aber  nur ein Provisorium.
Aufregung um Stahlbügel als Radständer

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion