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Die Ökumenische Sozialstation ist im März 2018 ausgezogen. Nun soll das Erdgeschoss im ehemaligen Krankenhaus-Westflügel als Kindergarten genutzt werden.

Vanni: „Ich bin guter Dinge, dass wir uns einig werden“

Ins frühere Krankenhaus Peißenberg soll ein Kindergarten einziehen

Seit dem Auszug der Ökumenischen Sozialstation steht der Westflügel des ehemaligen Peißenberger Krankenhauses leer – vermutlich aber nicht mehr lange. Die Marktgemeinde möchte dort provisorisch einen Kindergarten einrichten. 

Peißenberg – In der Marktgemeinde gibt es sieben Kinderbetreuungsstätten. Inklusive Waldkindergarten in Paterzell sind es laut Bürgermeisterin Manuela Vanni „eigentlich sogar siebeneinhalb“. Dennoch: Das Angebot recht nicht aus. Nach der jüngsten Anmelderunde für die jeweiligen Einrichtungen landeten insgesamt 20 Kindergartenkinder und zehn Krabbelgruppenkinder auf der Warteliste. Ein paar davon werden wohl noch Plätze ergattern können, „aber alle werden wir dieses Mal nicht unterbringen können“, erklärt Vanni: „Wir haben heuer wesentlich mehr Kinder auf der Warteliste als sonst.“

Die Rathausverwaltung geht davon aus, dass sich dieser Trend in den kommenden Jahren verfestigen wird. Schon seit längerem ist sich die Gemeinde darüber im Klaren, dass sie einen weiteren Kindergarten braucht. Die Standortsuche gestaltete sich bislang jedoch schwierig.

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Zunächst hatte man ein Grundstück am Mühlpointfeld ins Visier genommen, allerdings wurde man sich mit dem Eigentümer nicht einig. Auch ein Neubau am Tiefstollen ist inzwischen vom Tisch. Dorthin wollte man eigentlich den evangelischen Kindergarten „Regenbogen“ auslagern und erweitern. Doch ein in Auftrag gegebenes Bodengutachten fiel ernüchternd aus. An dem aufgeschütteten Tiefstollengelände müsste man für die Gründungsarbeiten bis zu elf Meter in die Tiefe bohren: „Das wäre viel zu teuer und würde finanziell für uns nicht gehen“, winkt Vanni ab. Aber wohin dann mit dem Kindergarten? Nach Auskunft der Rathauschefin hat man nun den leer stehenden Westflügel des ehemaligen Krankenhauses als provisorische Zwischenlösung auserkoren. Im Erdgeschoss soll demnach Platz für zunächst zwei Gruppen geschaffen werden. Die Raumkapazitäten würden aber auch eine Erweiterung auf vier Gruppen ermöglichen. Das Projekt ist schon relativ weit gediehen.

Im ehemaligen Krankenhaus Peißenberg sind vermutlich keine größeren Umbauten nötig 

Mit Landrätin Andrea Jochner-Weiß, Kreiskämmerer Norbert Merk und einer Vertreterin des Jugendamts hat bereits ein Ortstermin stattgefunden. „Das Gebäude würde sich sehr gut als Kindergarten eignen“, fasst Vanni das Gesprächsergebnis zusammen.

Bis auf Schallschutz, angepasste Sanitäranlagen und einige Wandverschiebungen seien vermutlich keine größeren Umbauten erforderlich. Über die Kosten, so Vanni, werde man jedoch erst im September belastbare Zahlen vorliegen haben.

Der Marktrat hat in nichtöffentlicher Sitzung bereits einhellig sein Plazet zu den Eintritt in Mietverhandlungen mit dem Landkreis respektive der Krankenhaus GmbH gegeben.

Vanni ist optimistisch: „Ich bin guter Dinge, dass wir uns einig werden. Die GmbH wäre froh darüber, wenn der Westflügel zumindest vorübergehend genutzt wird. Es tut einem Gebäude einfach nicht gut, wenn es länger leer steht.“ Wer im Bedarfsfall die Trägerschaft für den Kindergarten übernehmen wird, ist noch unklar. Die am Ort tätigen Anbieter sind von der Gemeinde erst vor kurzem angeschrieben worden. Fest steht aber, dass der „Interimskindergarten“, wie ihn Vanni nennt, „allerhöchstens für fünf Jahre“ im ehemaligen Krankenhaus verbleiben soll.

Geplant ist in Peißenberg auch der Neubau eines Kindergartens am MTP-Gelände

Sollte sich der Trend mit steigenden Kinderzahlen bestätigen, möchte die Gemeinde am MTP-Gelände an der Hochreuther Straße einen neuen Kindergarten bauen. „Das ist der Plan“, so Vanni. Das MTP-Gelände soll bekanntlich städtebaulich vermarktet werden. Derzeit läuft ein aufwändiges Bebauungsplanverfahren.

Der evangelische Kindergarten wird indes dort bleiben, wo er ist – nämlich oberhalb der Friedenskirche an der Thalackerstraße. Eine Erweiterung ist am bestehenden Standort aus Platzgründen nicht möglich: „Aber der Kindergarten wird saniert und erneuert“, kündigte Vanni an.

Ebenfalls ein interessanter Beitrag über Peißenberg: SPD kritisiert Leerstand: „Peißenberg wird zunehmend zur Geisterstadt“

In Paterzell musste ein Biber befreit werden: Rettungsaktion für verirrten Biber

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