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Mehrfach Grund zum Feiern hatten die Johanniter in Peißenberg am Samstag. Neben der Einweihung des neuen Domizils gab es den kirchlichen Segen für zwei Fahrzeuge und nachträgliche Ernennungsurkunden für Verantwortliche, für Christian Achmüller (vorn l.) und Fon Tamunjoh (vorn r.). 

Am Samstag war Einweihung

Neues Domizil der Johanniter ist von Peißenbergs Umfahrung zu sehen

Der Standortwechsel ist vollzogen: Am Samstag weihte der Johanniter-Ortsverband Peißenberg seine neue Dienstelle an der Max-Planck-Straße ein – mit kirchlichem Segen und mit viel Lob für das ehrenamtliche Engagement. Von der Landrätin gab es auch nachdenkliche Töne.

Peißenberg – Eigentlich hätten die Peißenberger Johanniter 2018 ihr 20-jähriges Gründungsjubiläum feiern können. Doch zum Feiern war im vergangenen Jahr bei den ehrenamtlichen Rettungshelfern keinem zumute. Die Zukunft des Ortsverbands mit seinen 44 Mitgliedern und seiner rund 20-köpfigen Jugendgruppe hing am seidenen Faden. Der alte Standort in einer Lagerhalle an der Alten Kohlenwäsche wurde überraschend gekündigt. Zum Jahresende musste der Johanniter-Ortsverband seine Dienststelle räumen – und die Suche nach geeignetem Ersatz gestaltete sich zunächst schwierig.

Als einzige Alternative kristallisierte sich schließlich der nördliche Teil der ehemaligen Tennis- respektive „Daller-Tracht“-Lagerhalle an der Max-Planck-Straße heraus. Die Erleichterung war groß, als man den Zuschlag als Mieter erhielt. „Wir sind sehr zufrieden. Wir bekommen alles unter“, erklärte Ortsverbandschef Christian Achmüller am Rande der Einweihungsfeier – und: „Vom Standort her ist es sogar besser. Durch den Durchgangsverkehr fallen wir besser auf.“

Peißenbergs Bürgermeisterin Manuela Vanni: „Viel besser kann man es als 13 000-Einwohner-Ort nicht haben“

Das Logo der Johanniter ist von der Umgehungsstraße aus bestens zu sehen. Wunderbare Werbung für einen „einen rührigen Verein“, wie Bürgermeisterin Manuela Vanni die Peißenberger Johanniter in ihrem Grußwort nannte. Der Ortsverband sei seit 20 Jahren ein fester Bestandteil der Marktgemeinde – „und ich hoffe, dass ihr das die nächsten 50 bis 100 Jahre auch noch seid. Wir brauchen Euch!“. Peißenberg sei mit dem Johanniter-Standort, dem Roten Kreuz und der Feuerwehr rettungstechnisch umfassend versorgt: „Viel besser kann man es als 13 000-Einwohner-Ort nicht haben“, schwärmte Vanni – und: „Ihr macht alles ehrenamtlich“. Warme Worte gab es auch von Landrätin Andrea Jochner-Weiß: Die Peißenberger Johanniter steckten „viel Herzblut“ in ihre Arbeit und verfügten über ein „hervorragendes Renommee“. 

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Die Landrätin schlug aber auch nachdenkliche Töne an. Der Landkreis werde sich zwar weiterhin seiner Verantwortung in der Gesundheitsversorgung stellen: „Das Thema brennt uns unter den Nägeln, denn jeder braucht mal Hilfe.“ Doch es brauche von der großen Politik endlich auch „einen großen Wurf“, damit die Qualität im Gesundheitswesen bezahlbar und die Qualität aufrecht erhalten bleiben könne.

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Zur Einweihungsfeier waren nicht nur Vertreter des Regionalverbands der Johanniter und Kommunalpolitiker erschienen, sondern auch Abordnungen von der Peißenberger Feuerwehr, vom THW und von der „Konkurrenz“, dem Roten Kreuz. Auch Standortpfarrer Rainer Mogk gab sich die Ehre. Die Johanniter sind eng mit dem christlichen Glauben verbunden – und deshalb wurde zur Einweihung eine kleine Andacht zelebriert. Zudem musste das neue First-Responder-Einsatzfahrzeug und der neue Mannschaftstransporter gesegnet werden.

Ein weitere offizieller Akt: Fon Tamunjoh und Christian Achmüller wurden nachträglich die Ernennungsurkunden für ihre Tätigkeit als Standortarzt bzw. als Ortsverbandsvorsitzender verliehen. Achmüller wurde von seinem Johanniter-Kollegen Maximilian Maar bei der Einweihungsfeier explizit für sein großes ehrenamtliches Engagement gewürdigt. Im Zuge des überwiegend in Eigenleistung realisierten Umbaus des neuen Standorts hat Achmüller 2019 bereits rund 750 Arbeitsstunden geleistet: „Das entspricht einer viermonatigen Vollzeitstelle“, so Maar. 

Bernhard Jepsen

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