Die alten Holzlegen an der Loristraße sind inzwischen abgerissen. An dieser Stelle soll ein Wohngebäude mit 33 Meter mal 11,5 Meter Grundfläche entstehen. Im Inneren des Barbarahofs sind zwei weitere Baukörper geplant. foto: jepsen

Wohnbau GmbH fügt „Mobilitätskonzept“ bei

Keine Tiefgarage am Barbarahof

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Der Bauausschuss segnete einhellig den Vorbescheidsantrag der Wohnbau GmbH Weilheim zur Errichtung von drei Mehrfamilienhäusern mit oberirdischen Stellplätzen ab. 

Peißenberg – „Ist die geplante Errichtung von drei Wohngebäuden (Mehrparteienhäuser/Geschosswohnungsbau) auf dem Grundstück FL.-Nr. 1052/22 der Gemarkung Peißenberg stellplatzrechtlich und bauplanungsrechtlich zulässig?“ Es war eine konkrete Frage, mit der die „Wohnbau GmbH Weilheim“ den Peißenberger Bauausschuss im Rahmen eines Vorbescheidsantrags konfrontierte. 

Die zustimmende Antwort des Gremiums und die Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens war letztlich nur eine Formsache. Im Rathaus ist man froh darüber, dass die Nachverdichtung im Barbarahof nach der Beseitigung der denkmalschutzrechtlichen Hürden nun doch möglich ist. Schließlich ist auch in Peißenberg erschwinglicher Wohnraum rar. Die Warteliste für Sozialwohnungen ist lang.

Eigentlich 60 Parkplätze erforderlich

Der Bauausschuss drückte vermutlich auch deshalb beim Barbarahof in puncto „Parkraumplanung“ ein Auge zu. Nach der kommunalen Stellplatzsatzung müssten eigentlich ab der sechsten Wohneinheit eine Tiefgarage und mindestens zwei Parkplätze je Wohneinheit nachgewiesen werden. Mit den geplanten 30 neuen Wohnungen wären damit im Barbarahof 60 zusätzliche Stellplätze erforderlich, 30 davon überdacht.

Die Planungen der Wohnbau GmbH sehen aber nur 52 oberirdische Stellplätze vor. Die Ausweisung einer von der Satzung abweichenden Parkplatzkapazität hat vor allem finanzielle Gründe. Tiefgaragen sind für gewöhnlich „gewaltige Kostentreiber“, wie es Bauamtsleiter Bernhard Schregle im Ausschuss formulierte. Das wiederum würde die Schaffung von sozialgefördertem Wohnraum massiv erschweren oder sogar unmöglich machen.

Besonderheit: Fundiertes Mobiliätskonzept

Um der Gemeinde eine Befreiung von der Stellplatzsatzung zusätzlich schmackhaft zu machen, hat die Wohnbau GmbH dem Vorbescheidsantrag ein „Mobilitätskonzept“ beigefügt. In dem Papier werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie man den Autoverkehr im Wohnquartier „Barbarahof“ reduzieren könnte. Unter anderem ist da von ebenerdigen Fahrradstellplätzen die Rede, von E-Bike- und E-Scooter-Stationen, von einer verbesserten Anbindung an den ÖPNV sowie von Car-Sharing-Angeboten. „Ob das alles angenommen wird, das wird letztlich erst die Praxis zeigen“, erklärte Schregle im Ausschuss, „aber das Konzept ist schon sehr fundiert.“

Ähnlich positiv äußerte sich Bürgermeisterin Manuela Vanni: „Es tut uns gut, wenn wir über alternative Mobilitätsformen nachdenken.“ Am Bahnhof würde die Car-Sharing-Station zwar „nicht so gut funktionieren“, doch in einer Wohnsiedlung wie dem Barbarahof, „da könnte ich es mir besser vorstellen“. Generell verteidigte Vanni die Pläne zum Bau von drei neuen Wohnhäusern im Barbarahof: „Das Credo der bayerischen Staatsregierung lautet nun mal ,Innen- vor Außenverdichtung’. Und es wird im Barbarahof ja auch nicht zu sehr nachverdichtet.“

VON BERNHARD JEPSEN

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