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Peißenberger (58) nach Unfall mit unversichertem Auto vor Gericht

Rollerfahrerin übersehen 

Verhängnisvolle Fahrt: Peißenberger (58) nach Unfall mit unversichertem Auto vor Gericht

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Unter anderem wegen fahrlässiger Körperverletzung wurde ein 58-jähriger Peißenberger vom Amtsgericht Weilheim zu einer zweimonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. 

Peißenberg – Bei der polizeilichen Vernehmung hatte der Angeklagte noch keine Angaben zu dem Unfall und zu der verhängnisvollen Autofahrt gemacht gemacht, vor Gericht gab er alles zu: „Ja, es stimmt“, antwortete er auf die Frage von Richterin Christiane Serini, ob die in der Anklage vorgetragenen Vorwürfe der Wahrheit entsprächen.

In der Anklage wurde dem 58-jährigen ein Unfall zur Last gelegt, den er am 14. Oktober gegen 16 Uhr in Unterhausen verursacht hatte – und das mit einem Auto, das schon seit rund eineinhalb Jahren nicht versichert war. „Ich habe sie einfach nicht gesehen“, sagte der Peißenberger über die Rollerfahrerin aus Weilheim, die er umgefahren hatte. Die junge Frau wurde dabei zum Glück nicht schwer verletzt – sie erlitt Prellungen und Abschürfungen –, aber der Roller war ein wirtschaftlicher Totalschaden.

Peißenberger ist nicht zum ersten Mal erwischt worden

Es war nicht das erste Mal, dass der Peißenberger mit seinem Fahrzeug ohne Versicherungsschutz erwischt worden war. Ein Jahr zuvor war er schon einmal mit seinem nicht versicherten Fahrzeug aufgefallen. Wegen dieser Fahrt war er bereits vom Amtsgericht Weilheim zu einer Geldstrafe verurteilt worden, was, so Richterin Serini offensichtlich nicht dazu beigetragen habe, dass er von weiteren Fahrten mit seinem Auto abgeschreckt worden wäre. „Sie sind relativ schnell wieder rückfällig geworden“, sagte Serini.

Der Angeklagte gab sich reumütig: „Dass ich gefahren bin, war Blödsinn.“ Er habe nach Weilheim gemusst und habe dazu leider sein Auto benutzt. Das sei eine Ausnahme gewesen, sonst würde er immer mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren.

Die Richterin erkundigte sich nach Grund, warum der Angeklagte, der selbstständig ist, den Versicherungsbeitrag nicht bezahlt habe, was schließlich zur Kündigung der Autoversicherung führte. „Zur Zeit laufen die Geschäfte nicht so, dass ich mir das leisten kann“, antwortete er. Auch den Schaden am Roller hat er noch nicht beglichen.

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Richterin: Rückfallgefahr sei hoch

Die Richterin verurteilte den 58-Jährigen schließlich wegen fahrlässiger Körperverletzung, des Gebrauchs eines nicht versicherten Fahrzeugs und eines Verstoßes gegen das Kraftfahrzeugsteuergesetz zu einer Haftstrafe von zwei Monaten, die Strafe wurde allerdings zur Bewährung ausgesetzt. Als Bewährungsauflage muss er 1500 Euro an die Rollerfahrerin zahlen – die Kosten für einen neuen Roller, der mit rund 1250 Euro veranschlagt wurde, und den Rest als Schmerzensgeld. Er kann die Summe in Raten von jeweils 100 Euro pro Monat zahlen. Zudem muss der Peißenberger nachweisen, dass er sein Fahrzeug entweder verkauft oder versichert hat. Die Rückfallgefahr sei ihrer Einschätzung nach einfach zu hoch, sagte die Richterin.

kh

Lesen Sie auch: Verhandlung am Weilheimer Amtsgericht: Arrest wegen Schlag mit Bierflasche.

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