Nach verdächtiger E-Mail: Großeinsatz an Münchner Gymnasien - Bombendrohung im Landkreis

Nach verdächtiger E-Mail: Großeinsatz an Münchner Gymnasien - Bombendrohung im Landkreis
+
Entenhausen im Modell - das war eine der Montessori-Arbeiten.

Montessori-Schüler legen Arbeiten vor  - von Magnetschwebebahn bis Entenhausen

Einmal im Jahr verwandelt sich die Tiefstollenhalle regelrecht in ein „Jugend forscht“- Camp, nämlich dann, wenn die 8. Jahrgangsstufe der Peißenberger Montessori-Schule ihre praktischen Facharbeiten präsentiert. Auch heuer gab es wieder erstaunliche Werke zu bewundern – zum Beispiel Donald Ducks „Entenhausen“.

Peißenberg – „Hilf´ mir, es selbst zu tun.“ An diesem Leitspruch orientiert sich in den Montessorischulen die Gestaltung des Unterrichts. Die Schüler sollen aus eigenem Antrieb heraus lernen – ohne äußere Motivationshilfen. Das pädagogische Konzept schneidet im Vergleich zu den Regelschulen durchaus erfolgreich ab. Bei den externen Prüfungen zum Quali oder zum Mittelschulabschluss fahren die Montessori-Schützlinge zum Beispiel oft bessere Notendurchschnitte ein. Das eigenständige Arbeiten fördert laut Klassenlehrer Ingo Böhme zudem die Sozialkompetenz der Schüler: „Was sie sehr gut können, ist, dass sie sich gegenseitig helfen.“

Lernen aus eigenem Antrieb, das ist bei den Montessori-Schülern vor allem gefragt, wenn in der 8. Jahrgangsstufe die Facharbeiten anstehen. Bewertet werden ein selbstständig gefertigtes Werkstück, dazu eine wissenschaftliche Abhandlung und die Präsentation vor großem Publikum. „Bei manchen Schülern glaubt man, dass sie sich nie auf eine Bühne stellen würden“, erzählt Böhme, „aber dann meistern sie die Situation mit Bravour.“ Heuer ließen 36 Schüler ihre Facharbeiten von der aus Schülern, Lehrern, Elternbeiräten, Montessori-Vorständen und externen Wirtschaftsvertretern zusammengesetzten Jury bewerten. Das Ergebnis: Alle haben bestanden. Das inhaltliche Spektrum reichte diesmal von einer kunstvoll hergestellten Intarsienarbeit (Martin Streicher) über den Bau eines Modellflugzeugs (Alwin Pfennig) bis hin zur Installation einer Magnetschwebebahn (Lina Sophie Habermeyer). Ihr Werkstück leider nicht in die Tiefstollenhalle mitbringen konnte Lara ter Haseborg. Die Boulder- und Kletterwand ist fest an der Fassade des elterlichen Hauses in Murnau montiert. Ob Mama und Papa von der Gebäudeneugestaltung begeistert waren? „Ja, eigentlich relativ schnell“, erzählt der 13-jährige Kletterfan schmunzelnd.

Mit der regenerativen Energieerzeugung hat sich indes Lorena Wanninger beschäftigt. Sie hat ein solarbatteriebetriebenes Karussell gebaut. „Ich interessiere mich schon länger für das Thema“, erklärt Wanninger, die auch mit der „Fridays for Future“-Bewegung sympathisiert: „Einmal hab’ ich bei den Demos schon mitgemacht.“ Emma Ritzer hingegen dürfte es mit ihrem restaurierten SUP-Board eher ans Wasser ziehen. Getestet wurde das Werkstück im Weilheimer Hallenbad – „weil der Alpsee noch zugefroren war.“ Das Board ist laut Ritzer nicht nur „wunderschön“, sondern auch extrem wendig. Pfingsten geht es samt Werkstück übrigens an den Gardasee: „Und da geht’s dann so richtig ab“, kündigt Ritzer an. Für große Bewunderung bei den unteren Jahrgangsstufenschülern sorgte in der Tiefstollenhalle die Facharbeit von Collin Wachs. Der Donald-Duck-Fan baute ein Modell von Entenhausen nach – natürlich mit dem Wohnhaus seines Idols, dem Geldspeicher von Onkel Dagobert und der Werkstatt von Daniel Düsentrieb. In der Präsentation hieß es, dass Collin „gerne Comics liest – sehr zum Leidwesen seiner Eltern“. Doch zumindest Mama Sina gab sich angesichts der Schaffenskraft ihres Sohnes einsichtig: „Ich nehme alles zurück. Es war sein Projekt und dafür hat er gebrannt.“

Text: Bernhard Jepsen

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

„Alpenbus“ startet frühestens Ende 2021 - aber hält er auch in Weilheim?
In Sachen „Alpenbus“ geht einiges voran. Bei einem Treffen der beteiligten Landräte wurde vereinbart, den MVV mit der Grobkonzeption zu beauftragen. Bis der Expressbus …
„Alpenbus“ startet frühestens Ende 2021 - aber hält er auch in Weilheim?
Telekom-Hammer: Feuerwehr hat seit Monaten kein Telefon - soll aber Gebühr bezahlen
Die Feuerwehr von Huglfing in Oberbayern muss ohne Telefon und Internet auskommen. Die Gemeinde wartet seit Dezember auf die Telekom – diese berechnet aber Gebühren.
Telekom-Hammer: Feuerwehr hat seit Monaten kein Telefon - soll aber Gebühr bezahlen
Telekom-Hammer: Feuerwehrler haben seit Monaten weder Telefon noch Internet - sollen aber zahlen
Die Huglfinger Feuerwehr muss ohne Telefon und Internet auskommen. Die Gemeinde wartet seit Dezember auf die Telekom – diese berechnet aber Gebühren.
Telekom-Hammer: Feuerwehrler haben seit Monaten weder Telefon noch Internet - sollen aber zahlen
72-Stunden-Aktion: Jugendliche packen an, wo Hilfe gebraucht wird
„Deutschlands größter Sozialaktion“ findet von Donnerstag bis Sonntag auch im Landkreis statt: Über 350 Aktive der katholischen Jugend helfen in Kindergärten, …
72-Stunden-Aktion: Jugendliche packen an, wo Hilfe gebraucht wird

Kommentare