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Dr. Mathias Igerl freut sich über seine neue Aufgabe als Rektor der Grundschule St. Johann in Peißenberg.

Dr. Matthias Igerl legt los

Peißenberg: Neuer Rektor in der Grundschule „St. Johann“

Dr. Matthias Igerl suchte eine neue Herausforderung – als Rektor der Grundschule St. Johann hat er sie gefunden. Für den 38-Jährigen ist es die zweite Station als Schulleiter.

Peißenberg – Ob seines jugendlichen Aussehens kann man es eigentlich kaum glauben, dass Dr. Matthias Igerl kein Novize mehr im Amt eines Grundschuldirektors ist. Bereits im Alter von 34 Jahren hatte er die Leitung der Grundschule in Bernbeuren übernommen, zuvor war er als Lehrer neun Jahre an der Hardtschule in Weilheim tätig. Aufgewachsen ist Igerl in Gilching. Als er nach dem Studium in Weilheim seine Referendariatszeit begonnen hatte, ist er nach Böbing umgezogen. Für den leidenschaftlichen Bergsteiger und Skitourengeher der perfekte Wohnort. Nicht ganz so optimal war hingegen die tägliche Pendelei nach Bernbeuren. Peißenberg liegt da „etwas heimatnäher“, wie es Igerl formuliert. Doch das war nicht der Grund für den Wechsel an die St. Johann-Grundschule. Die berufliche Herausforderung an einer größeren Schule mit über 200 Schülern reizte – und: „Wenn Stellen frei werden“, so Igerl, „dann muss man die Chance nutzen.“

„Weinendes Auge“ beim Abschied aus Bernbeuren

Natürlich gab es beim Abschied aus dem beschaulichen Bernbeuren (knapp 100 Schüler) ein „weinendes Auge“, dennoch überwiegt beim neuen St. Johann-Schulleiter die Vorfreude auf die neue Aufgabe. Bereits Ende Juli, nachdem Vorgängerin Heidi Grunert in den Ruhestand verabschiedet wurde, hat Igerl mit der Einarbeitung begonnen: „Zum Schulstart ist alles geregelt. Auch mit den Kollegen passt alles. Einige davon kannte ich ja schon.“

Lehrer respektive Schulleiter ist so etwas wie der „Traumberuf“ für Igerl. Nach dem Abitur hat er zunächst überlegt, Medizin zu studieren, aber dann begann er doch ein Lehramtsstudium an der LMU in München: „Ich wollte lieber mit jungen Menschen arbeiten“, erinnert sich Igerl. Der Bezug zur Medizin durch sein langjähriges ehrenamtliches Engagement als Rettungsassistent färbte aber dann doch ein wenig in die Lehrerausbildung ab. Seinen Doktortitel in Schulpädagogik erhielt er für die Entwicklung von Unterrichtssequenzen in „Erster Hilfe“, bei denen auch Reanimationsübungen auf dem Lehrplan standen. Igerl initiierte dazu eine bayernweite Studie mit 400 Kindern. Das Ergebnis „war ein durchschlagender Erfolg“, wie er stolz berichtet.

Sport und Musik sind Trumpf

An der St. Johann-Grundschule sollen unter Igerls Regie die sportlichen und musikalischen Aktivitäten intensiviert werden. Die Kinder sollen Aufführungen einstudieren und durch die Bühnenerfahrung Selbstvertrauen tanken. „Den Erfolg zu genießen, das ist gerade für schwächere Schüler wichtig“, sagt Igerl. Seiner Einschätzung nach haben sich die Verhaltensweisen der Schülerschaft im Laufe der Jahre verändert und damit auch die Anforderungen an Pädagogik. Beide Elternteile seien beispielsweise zumeist gezwungen, zu arbeiten. „Das äußert sich im natürlich im Verhalten der Kinder“, meint Igerl: „Wir als Schule sind Dienstleister und müssen es so annehmen.“ Und wie beurteilt der neue Schulleiter die räumliche Situation in St. Johann? „Wir kommen zurecht – aber nur solange die Mittelschule nicht da ist“, erklärt Igerl. Zum Hintergrund: Die Mittelschule hatte zwischenzeitlich aufgrund ihrer Raumprobleme im Wörther Stammhaus zwei Klassen nach St. Johann ausgelagert. Doch die Grundschule benötigte die Räumlichkeiten nach der Einführung der Ganztagsschule wieder selbst. „Wir brauchen den Platz. Eine Option wäre allenfalls, den Speicher auszubauen“, sagt Igerl.

Von Bernhard Jepsen

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