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Das Oldtimer-Treffen, das im Jahr 2017 in Peißenberg an der Tiefstollenhalle stattgefunden hat, beschäftigte einmal mehr das Verwaltungsgericht.

Gasoline-Gang schockiert

Oldtimer-Treffen 2017 in Peißenberg war rechtswidrig

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    Kathrin Hauser
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Nach der Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht München könnte das Oldtimer-Treffen der „Gasoline Gang“ an der Tiefstollenhalle in Peißenberg auf der Kippe stehen. Die 16. Kammer hat entschieden, dass der Bescheid der Marktgemeinde damals rechtswidrig war.

Peißenberg/München– Die Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht München in dieser Woche war der juristische Nachklang eines Streites aus dem Jahr 2017, der im Grunde jedes Jahr, wenn die Peißenberger „Gasoline Gang“ ihr Oldtimer-Treffen veranstaltet wieder aufflammt: Ein Anwohner kämpft seit Jahren vehement gegen das das Oldtimer Treffen. Für ihn sind der Lärm, die Autoabgase und Menschenmassen um die Tiefstollenhalle an diesem einen Tag während des Oldtimer-Treffens aber einfach zu viel. Schon mehrere Male haben sich die Gerichte mit dem Oldtimer-Treffen der „Gasoline Gang“ befasst (wir berichteten).

Nun könnte das Oldtimer-Treffen von Peißenberg auf der Kippe stehen. Das Verwaltungsgericht München erklärte zu Wochenbeginn, dass die Gemeinde im Jahr 2017 bei ihrer Erlaubnis unrechtmäßig davon ausgegangen ist, dass die Lärmwerte eingehalten würden. Der Anwohner hatte vor dem Gericht den Bescheid angefochten, weil er die Genehmigung für unrechtmäßig hielt.

Für Lärm gib es ganz verschiedene Richtlinien. Freizeit, Werktag, Sonntag, Ruhezeit oder Nacht – die Werte, die der Mensch zu ertragen hat, variieren massiv. An der Seite seines Anwalts Gerhard Schober kämpft der über 70-jährige Anwohner seit geraumer Zeit gegen die Veranstaltung. Andere Events in der Halle stören ihn nicht. Mit einem Eilantrag war der Ruheständler im Frühsommer im Jahr 2017 vor dem Verwaltungsgericht abgeblitzt. Jetzt erst wurde das Hauptsache-Verfahren verhandelt.

Kläger wollte gleich eine Regelung für die Zukunft

Die Veranstaltung im vergangenen Jahr 2018 musste der Peißenberger, der in der Nähe der Tiefstollenhalle wohnt, klaglos über sich ergehen lassen. Um für heuer gerüstet zu sein und nicht zeitlich wieder kurz vor knapp eine Entscheidung zu bekommen, wollte der Kläger gleich eine Regelung für die Zukunft erreichen. Doch die vorbeugende Unterlassungsklage nahm er aus rechtlichen Gründen wieder zurück. Laut Gericht ist stets ausreichend Zeit, einen Eilantrag zu stellen. Zudem müsse jedes Treffen als Einzelfall gesehen werden, so ein Pressesprecher des Verwaltungsgerichtes gestern. Es könne nicht vom Oldtimer-Treffen im Jahr 2017 auf alle künftigen geschlossen werden.

Die Richter legten ihren Fokus in der Verhandlung rasch auf die Lärmprognose, die sie als problematisch betrachteten. Tatsächlich wurde bislang noch kein Lärmgutachten in Auftrag gegeben, weder vom Veranstalter noch vom betroffenen Anwohner. Im Bescheid war die Gemeinde davon ausgegangen, dass der Lärm – insbesondere in der Nacht – den zulässigen Wert von 45 dBA nicht überschreiten wird.

200 Oldtimer starten nachts um 2 Uhr 

Kläger-Anwalt Gerhard Schober hält das für unrealistisch. Wenn nachts um 2 Uhr, mit Ende der Veranstaltung, 200 Oldtimer gestartet würden, werde dieser Wert rasch überschritten. Aber auch die Werte tagsüber sind mit Live-Musik und Oldtimer-Präsentation aus Sicht der Kläger am Limit. Dieser Einschätzung folgte nun auch das Verwaltungsgericht: „Der Bescheid im Jahr 2017 war rechtswidrig“, sagte der Pressesprecher. Die Grenzwerte, die die Marktgemeinde festgesetzt habe, seien so gering angesetzt gewesen, dass sie mit den Oldtimern schlicht nicht eingehalten werden konnten. Dennoch ist nach Einschätzung der Gerichtes nicht ausgeschlossen, dass die Veranstaltungen genehmigt werden können.

Die Marktgemeinde wird wohl ihren Bescheid abändern müssen. Möglicherweise muss ein Lärmgutachten erstellt werden. Daran, dass die Oldtimer-Treffen weiter stattfinden, haben weder Bürgermeisterin Manuela Vanni noch der Gasoline-Gang-Chef Franco Colle Zweifel. Der Vorsitzende verursachte bei der Fahrt von Peißenberg nach München übrigens wenig Lärm: Er kam mit einem Elektroauto.

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