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Steht auch für heuer wieder auf dem Programm: die Wahl zur „Miss Petticoat“. 

Verwaltungsgericht hat entschieden

+++Update+++ Aufatmen bei der „Gasoline-Gang“: Oldtimer-Treff darf stattfinden

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    Kathrin Hauser
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Im Grunde war es klar: Rund eine Woche vor dem Oldtimertreffen der „Gasoline Gang“ an der Tiefstollenhalle in Peißenberg, hat der Anwohner wieder dagegen geklagt. 

Update vom 11. Juni, 18.20 Uhr:

Die Entscheidung des Verwaltungsgerichts München ist gefallen: Das 8. „Vintage Motor & Music Festival“ der Gasoline Gang in Peißenberg am Samstag, 15. Juni, kann wie geplant stattfinden.

Buchstäblich in letzter Sekunde hatte ein Anwohner Klage gegen den Genehmigungsbescheid der Marktgemeinde eingereicht und in diesem Zusammenhang eine einstweilige Anordnung mit dem Ziel beantragt, das Oldtimertreffen zu verhindern (wir berichteten). Dieser Antrag wurde nun abgelehnt, weitere Rechtsmittel dagegen sind nach Aussage des Organisators des Treffens, Franco Colle, nicht mehr möglich. Damit steht dem Oldtimertreffen nichts mehr im Wege.

„Natürlich sind wir erleichtert“, sagte Colle am Dienstagabend im Gespräch mit der Heimatzeitung. Dabei würden die finanziellen Risiken, die mit einer drohenden Absage des Treffens für die „Gasoline Gang“ verbunden waren, „noch nicht einmal maßgeblich. Es ging einfach um unseren Glauben an den Rechtsstaat“, so Colle.

Er dankte ausdrücklich der Marktgemeinde und deren Anwalt Joachim Münzenberg für die „großartige Unterstützung“ im Rahmen des Rechtsstreits und kündigte an, dass „wir uns auch bei der achten Auflage unseres Treffens natürlich an alle Auflagen halten werden, die uns das Ordnungsamt der Gemeinde ausgesprochen hat“.

Jetzt freue er sich gemeinsam mit den Mitgliedern auf das Treffen, „das ist ja unser Baby, das über die Jahre gewachsen ist und bei dem Jung und Alt gemeinsam ihren Spaß haben können“.

Ursprüngliche Meldung:

Peißenberg – Zum „Vintage Motor&Music Festival“ der „Gasoline Gang“ gehören unter anderem alte Autos, handgemachte Musik, fröhliche Besucher, die Fahrzeugprämierung – und inzwischen die Gerichtsverfahren, mit denen jedes Jahr der gleiche Anwohner versucht, das Fest nicht stattfinden zu lassen. Mitte der vergangenen Woche war es wieder so weit: „Wir wurden vom Gericht gebeten, die entsprechenden Unterlagen zu schicken“, sagt die Peißenberger Bürgermeisterin Manuela Vanni.

Der Anwohner habe beim Verwaltungsgericht (VG) München Klage gegen den Genehmigungsbescheid der Marktgemeinde eingereicht. Da das Gericht länger braucht, um das Urteil zu fällen, hat der Anwohner gleichzeitig auch wieder eine einstweilige Anordnung beantragt, mit dem Ziel, das Oldtimertreffen am Samstag zu verhindern.

Ebenfalls verhindert werden, sollten in Weilheim Badeunfälle. Deshalb entschied der Stadtrat die Sperrung von Badestegen an einem beliebten See. Die Bürger machten sich über die Aktion lustig, wie Merkur.de* berichtete.

Davon geht Bürgermeisterin Manuela Vanni aus

Der Anwalt der Marktgemeinde, Joachim Münzberg, habe die Klageerwiderung bereits geschrieben und ans VG geschickt, sagte Manuela Vanni Ende vergangener Woche. Sie rechnet damit, dass das Gericht in diesen Tagen entscheidet, ob das „Vintage Motor&Music Festival“ der „Gasoline Gang“ wie geplant stattfinden kann.

Die Bürgermeisterin geht davon aus, dass der Anwohner das Oldtimertreffen auch diesmal nicht verhindern wird. „Wir haben uns total daran gehalten, was das Gericht bemängelt hat“, sagt Vanni. Wie berichtet, hatte das VG München im Januar entschieden, dass der Bescheid, mit dem das Oldtimertreffen im Jahr 2017 genehmigt worden war, rechtswidrig gewesen ist – unter anderem, weil die Lärm-Grenzwerte unrealistisch niedrig angesetzt worden seien. Die Werte wurden nach oben korrigiert und die „Gasoline-Gang“ hat ein schalltechnisches Gutachten erstellen lassen, was vom VG ebenfalls angeregt worden war. „Ich gehe davon aus, dass wir alles richtig gemacht haben“, sagte Bürgermeisterin Vanni.

Inzwischen hat der Verwaltungsgerichtshof München auch über den Antrag auf Berufung entschieden, den die Marktgemeinde gegen das Urteil gestellt hatte: Die Berufung wurde nicht zugelassen.

Lesen Sie auch: Schon vor dem Urteil rechnete die „Gasoline Gang“ mit der nächsten Klage.

Vorsitzenden der „Gasoline Gang“: „Wir werden uns das nicht gefallen lassen.“

Auch für Franco Colle, den Vorsitzenden der „Gasoline Gang“ steht fest, dass die Veranstaltung am Samstag stattfindet. Mit Blick auf den Anwohner sagte er: „Er arbeitet mit allen Mitteln gegen das Fest – aber das wird er nicht schaffen. Wir werden uns das nicht gefallen lassen.“ Seiner Ansicht nach plane der Anwohner genau, wie er die Veranstalter und die Verantwortlichen bei der Marktgemeinde mürbe machen kann.

Weil sich die Mitarbeiter der Marktgemeinde sich ständig mit den neuesten Tricks des Anwohners auseinandersetzen müssten und diverse Gerichte beschäftigt werden, gingen Nerven, viel Zeit und Geld verloren. „So werden sehr viele Steuergelder verschwendet“, sagte Colle.

Für seine Mitstreiter und ihn steht fest, dass sie nicht aufgeben werden. „Wir führen diesen Kampf nicht für uns, sondern für alle Peißenberger Vereine, die in der Tiefstollenhalle oder an einem anderen Ort in der Gemeinde etwas veranstalten möchten“, sagte der Vorsitzende der „Gasoline Gang“. Denn wenn der Anwohner Erfolg habe, „sieht es für alle hier nicht gut aus.“

kh

Das könnte Sie auch interessieren: „Wieviel Lärm darf Kultur machen?“ - Diskussion am „Tatort Tiefstollenhalle“.  

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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