Ortstermin bei Schneefall: (v.l.) Stefan Deschler mit Sohn Florian sowie Thomas Schamper und Frank Zellner.
+
Ortstermin bei Schneefall: (v.l.) Stefan Deschler mit Sohn Florian sowie Thomas Schamper und Frank Zellner.

Vorbereitung für Großprojekt

Peißenberg: Rodungsarbeiten für den Hochwasserschutz

  • Bernhard Jepsen
    vonBernhard Jepsen
    schließen

Drei Millionen Euro wird der Markt demnächst in den Hochwassersschutz „Peißenberg-Süd“ investieren. Der Löwenanteil von 2,5 Millionen Euro wird dabei in den Bau eines Regenrückhaltebeckens am Stadelbach fließen. Nun wurde mit den Rodungsarbeiten am künftigen Standort begonnen.

Peißenberg – Der offizielle Startschuss für die Bauarbeiten am Hochwasserrückhaltebecken wird erst im Sommer erfolgen, aber für das lange geplante Großprojekt hat nun die Umsetzungsphase begonnen. Südwestlich des Recyclinghofs ist das Fuhrunternehmen Deschler aus Deutenhausen seit ein paar Tagen damit beschäftigt, eine Fläche von 15 500 Quadratmetern zu roden. Bis zum Donnerstag waren bereits zwei Drittel der Büsche, Erlen und Weiden umgesägt. Das blieb von einigen Spaziergängern nicht unbeobachtet: „Es haben schon einige gefragt, was wir da machen“, so Firmenchef Stefan Deschler: „Sie dachten, dass das Gelände wie das MTP-Areal bebaut werden soll.“ Doch dem ist nicht so: Westlich des ehemaligen BHS-Geländes werden keine Wohn- oder Gewerbebauten entstehen, sondern es ist ein Rückhaltebecken mit einem Fassungsvermögen von 44 000 Kubikmetern geplant.

Nach dem Abschluss des Planfeststellungsverfahrens liegt die Baugenehmigung seit ein paar Monaten vor. Das Becken soll zusammen mit diversen Gewässerausbauten am Stadelbach (etwa in der Schachtstraße) den Hochwasserschutz im Ortsteil Wörth gewährleisten. Auch für Peißenberg-Nord soll sich durch das Rückstaubauwerk eine leichte Entspannung bei Starkregenfällen ergeben: „Das wird nicht dramatisch sein, aber etwas positive Auswirkung wird es haben“, so Thomas Schamper, im Rathaus für die Tiefbaumaßnahmen zuständig.

Im Planungsprozess wurde kurz einmal überlegt, eine Abflussverrohrung zum PKG-Wehr zu errichten respektive vorhandene Leitungssysteme zu nutzen. Das Wasser des Stadelbachs hätte dann Richtung Ammer abgeleitet werden können. Doch die Varian-te wurde schnell wieder verworfen. Dazu wäre nämlich ein aufwendiges Schöpfwerk nötig geworden. „Das wäre um ein Vielfaches teurer geworden – und wir hätten das Wasser trotzdem nicht komplett weggebracht und somit immer noch ein Becken bauen müssen“, erklärt Schamper. Allein das Schöpfwerk hätte mit rund 1,5 Millionen Euro zu Buche geschlagen.

Apropos Kosten: Die drei Millionen Euro muss die Gemeinde nicht komplett aus eigener Tasche stemmen. Es wird staatliche Zuschüsse geben. Wie hoch sie ausfallen werden, steht noch nicht abschließend fest: „Wir hoffen aber auf 60 Prozent“, so Schamper. Die Rodungsarbeiten kosten knapp 16 600 Euro. Das Angebot der Firma Deschler war in der Ausschreibung das mit Abstand kostengünstigste. Die Bandbreite der übrigen vier Submissionsteilnehmer lag zwischen 31 000 und 94 000 Euro. Für die gefallenen Bäume wird die Gemeinde laut Bürgermeister Frank Zellner ökologische Ausgleichsmaßnahmen veranlassen. So soll der Damm des neuen Beckens mit Magerrasen gestaltet werden.

Das Rodungsmaterial wird an Ort und Stelle gehäckselt und dann in ein Heizkraftwerk transportiert. „In zwei Wochen ist alles weg. Dann sind auch die Wurzelstöcke heraus“, so Deschler.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare