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Besuch aus Brasilien: Jurandir Alves da Silva (Vierter von links) berichtete im Pfarrheim St. Jonann. Ihm lauschten neben vielen anderen Interessierten (von links) Dolmetscherin Vanessa Radermacher, Harald Fink, Gemeindereferent Klaus Winterholler, Traudl Thalmair, Heidi Niemand, Anton Stegmair vom Referat „Weltkirche“ und Evi Sedlmair.

Peissenberg

Intensiver Abend zum Thema „Brasilien“

Peißenberg - Jurandir Alves da Silva berichtete im Pfarrheim St. Johann über seine Arbeit im Amazonasgebiet und den Kampf gegen ein Staudammprojekt.

„Die Welt zu Gast in Peißenberg – Leben und Glauben in Brasilien“ war eine Veranstaltung überschrieben, zu der die Pfarreiengemeinschaft Peißenberg-Forst in den Pfarrsaal St. Johann eingeladen hatte. Im Zuge der Misereor-Aktion 2016 hatte das Referat „Weltkirche“ des Erzbistums München und Freising angeboten, mit einem ausländischen Gast-Redner nach Peißenberg zu kommen. Die Pfarrei nahm dankend an – und begrüßte den Brasilianer Jurandir Alves da Silva, der über die Arbeit der Landpastoral CPT sprach.

„Es war ein guter, intensiver Abend“, sagte Gemeindereferent Klaus Winterholler. „Auch über die Teilnehmerzahl habe ich mich gefreut.“ Über 40 Frauen und Männer waren ins Pfarrheim gekommen, um den Ausführungen Alves da Silvas zu lauschen und am Schluss einige Fragen zu stellen. Der Vortrag wurde von Dolmetscherin Vanessa Radermacher ins Deutsche übersetzt, da der Gast ausschließlich Portugiesisch spricht.

Jurandir Alves da Silva war von Beruf Landwirt, wurde danach Sozialarbeiter und arbeitet in der Komission für „Landpastoral CPT“ in der Region Itaituba (liegt im Amazonasgebiet im Nordosten von Brasilien) mit. Die „Landpastoral“ arbeitet laut Winterholler nach dem Handlungsprinzip der Befreiungstheologie: sehen, urteilen und handeln. Alves da Silva setzt sich unter anderem gegen ein großes Staudamm-Projekt am Fluss Tapajos ein. Dort möchte die Regierung neben der Stromgewinnung auch die Schifffahrtsmöglichkeiten erweitern, um Hölzer aus dem Regenwald zu transportieren. Durch den Staudamm würde allerdings Land überschwemmt, auf dem rund 12 000 Ureinwohner vom Stamm „Munduruka“ leben. Für sie ist der Fluss eine Lebensgrundlage. Alves da Silva versucht, den Ureinwohnern eine Stimme zu geben und sie auf ihre Rechte aufmerksam zu machen. Darüber hinaus möchte er Hilfe zur Selbsthilfe geben: Mit der Produktion von Säften sollen die Ureinwohner ein Einkommen erzielen und sich unabhängig machen.

Veranstaltet wurde der Vortrags- und Gesprächsabend von der Gruppe „Mission-Entwicklung-Frieden“ der Pfarreiengemeinschaft. Die musikalische Umrahmung übernahm die Gruppe „Ad Libitum“. Neben dem Vortrag und einem kurzen Film über Brasilien gab es noch ein Büfett. Am Ende des Abends waren 270 Euro an Spenden zusammengekommen, die der Arbeit der „Landpastoral CPT“ zugute kommen, so Winterholler. -ph/gro-

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