Der Discounter durfte einen Pylon aufstellen. Ob auch der gegenüberliegende, neu eröffnete TÜV die Erlaubnis bekommt, wird im Gemeinderat entschieden. 

Peißenberger Bauausschuss dafür

Darf der TÜV nun doch werben?

Darf die neue TÜV-Prüfstelle an der Schongauer Straße nun doch eine Werbeanlage errichten?  Es sieht danach aus. Der Bauausschuss hat sich mit breiter Mehrheit für die Zulassung eines Pylonen an der Gehwegkante ausgesprochen.

Peißenberg –  Im Februar noch hatte das Gremium sein Veto gegen die beleuchtete Säule eingelegt. Die 1,20 mal 3,60 Meter große Werbeanlage, so lautete die damalige Begründung, würde zu einer „störenden Häufung“ von Werbeanlagen an der Schongauer Straße führen. Außerdem sei das an der Fassade angebrachte TÜV-Emblem von der Straße aus bereits gut zu erkennen. Rechtlich stützte der Ausschuss seine Entscheidung auf die Vorgaben des gültigen Bebauungsplans „Reichl-Grundstücke an der Schongauer Straße“. Darin ist geregelt, dass Werbeanlagen außerhalb der festgesetzten Baugrenzen nicht zulässig sind. Doch der TÜV und das Autohaus „Medele“, das in den Gebäuden des ehemaligen Autohauses „Gwehenberger“ ein Classic-Center betreibt, ließen nicht locker. Beantragt wurde nun eine textliche Änderung des Bebauungsplans, um Werbeanlagen auch außerhalb der Baugrenzen zu ermöglichen. Zudem wurde die Planung für den Pylonen größenmäßig reduziert – auf 0,8 mal 2,30 Meter. Die Leerrohre für den elektrischen Anschluss wurden bereits vorsorglich verlegt. Als Argument führten die Antragssteller des Weiteren aus, dass der Pylon ohnehin „nicht als reine Werbeanlage“ zu sehen sei, sondern als Darstellung des „Corporate Identity“, also der Wiedererkennbarkeit der TÜV-Einrichtung.

 Von der Argumentation mit dem „Corporate Identity“ war der Ausschuss zwar nicht überzeugt (Jürgen Forstner: „Das interessiert mich wenig“), allerdings konnte er sich mit der abgespeckten Version der Werbeanlage anfreunden. „Es sollte gleiches Recht für alle gelten. Auf der anderen Straßenseite stehen beim ,Penny‘ und beim ,Reifenmarkt‘ auch Werbeanlagen“, argumentierte Peter Guffanti (Peißenberger Liste): „Das mit dem TÜV kann man also gar nicht ablehnen.“ Bürgermeisterin Manuela Vanni votierte ebenfalls für die Werbeanlage: „Wir können froh sein, dass wir eine TÜV-Stelle in Peißenberg haben.“ Ins gleiche Horn stieß Forstner: „Wir sollten die Firmen unterstützen und das Ganze lockerer sehen“, so der Gemeinderat der Bürgervereinigung – aber: „Das muss auch für kleinere Betriebe gelten und nicht nur, wenn der große TÜV kommt. In der Wörther Straße haben wir einen ähnlichen Fall abgelehnt“, verwies Forstner auf den Antrag eines Versicherungsbüros. Gegen den TÜV-Werbepylonen stimmte im Ausschuss lediglich Stephanie Träger (Peißenberger Liste).

Der Gemeinderat

entscheidet in seiner nächsten Sitzung über den Antrag. Sie findet am Mittwoch, 26. September, ab 18.30 Uhr im Rathaus statt.

Bernhard Jepsen

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