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Rudi Hochenauer (am Rednerpult) freute sich über die gute Resonanz bei der Jahresversammlung des Knappenvereins. 

Bayerischer Bergmannstag im Juni

1000 Knappen kommen nach Peißenberg

Der Peißenberger Knappenverein hat Großes vor. Im Juni richtet er im Rahmen der Festlichkeiten zur 100-jährigen Markterhebung den bayerischen Bergmannstag aus. Die Planungen sind aufwendig und gehen ordentlich ins Geld.

Peißenberg – „Der Vorstand würde sich über einen guten Besuch und eine rege Beteiligung freuen“, stand in der Einladung zur Hauptversammlung des Knappenvereins. Der Wunsch sollte in Erfüllung gehen. Im Nebensaal des Gasthofs „Zur Post“ musste sogar nachbestuhlt werden, um alle 64 Anwesenden unterzubringen. Mit so einer Resonanz hatte der Vorstand nicht gerechnet. „Die Bude ist ganz schön voll heute. Vielleicht sind deshalb so viele da, weil keine Neuwahlen sind“, scherzte Rudi Hochenauer bei der Begrüßung.

Der Vereinsvorsitzende präsentierte seinen Rechenschaftsbericht samt Ausblick auf den bayerischen Bergmannstag, und wer Hochenauer kennt, der weiß, dass das nicht ohne Leidenschaft und pointierter Aussagen abgeht. Der Knappen-Chef beschwor das bergmännische Traditionsbewusstsein: „Wir werden das so weiterführen – auch wenn der Strom zwar immer noch aus der Steckdose kommt, die Kohle aber inzwischen stinkt.“ Als Ersatz für den inländischen Abbau werde nun „die Kohle um den ganzen Globus gekarrt“, eine Gasleitung nach Russland verlegt oder Flüssiggas aus den USA importiert. „Darüber spricht man jedoch nicht. Das ist pervers ohne Ende“, kritisierte Hochenauer. Der deutsche Wirtschaftaufschwung nach 1945 wäre ohne die Bergleute nicht möglich gewesen: „Damals hat die Kohle noch nicht gestunken.“ Und: „Peißenberg hat vom Bergbau gelebt und ist durch ihn groß geworden.“, so Hochenauer: „Solange wir als Knappenverein existieren, werden wir das hochhalten und daran erinnern.“

An die Bergbautradition soll auch am 22. und 23. Juni beim bayerischen Bergmannstag erinnert werden. Rund 1000 Knappen aus ganz Deutschland werden dann in Peißenberg erwartet. Die Vereinsführung hat schon mehrere Planungssitzungen und Treffen mit der der Rathausverwaltung hinter sich: „Machen wir uns nichts vor, es ist aufwendig“, stellte

Hochenauer fest und warb bei den Mitgliedern um Unterstützung: „Alleine kann der Vorstand so etwas nicht leisten.“

Auch finanziell steht der Knappenverein vor einem Kraftakt. Die Kosten unter anderem für den Sicherheitsdienst, die Musikkapellen und die Fertigung der Festzeichen „gehen ganz schön ins Pulver“, wie Hochenauer sagte. Insgesamt wird mit Ausgaben von bis zu 12 000 Euro gerechnet. Im Rahmen des Bergmannstags wird es übrigens am Festsonntag einen ökumenischen Feldgottesdienst geben. Beim Bezirksmusikfest im vergangenen Jahr war das von katholischer Seite aufgrund der Vorgaben des Bistums Augsburg noch nicht möglich – was wiederum unter den evangelischen Gläubigen für Unmut sorgte. „Mit dem Bistum München-Freising hätten wir die Probleme nicht gehabt, die ticken da anders“, meinte Hochenauer.

Und was hat der Knappenverein 2019 sonst noch vor? Neben den regelmäßigen Knappenabenden, der obligatorischen Barbarafeier im Dezember und der Teilnahme an der Leonhardifahrt wird man unter anderem die Neugestaltung des von der Gemeinde erworbenen Zieglmeierschachts angehen. So soll der Kohle-Hundt, der momentan etwas versteckt neben dem Autohaus Berghofer an der Schongauer Straße steht, auf das Schachtgelände im Einkaufspark versetzt werden. Auch will man das Areal auslichten und ökologisch aufwerten.

Nicht so gut sieht es bei der Pflege der vom Knappenverein angelegten Wanderwege aus. „Das Zeug gehört unterhalten“, so Hochenauer. Das Problem: Der Altersdurchschnitt des 442 Mitglieder starken Vereins ist inzwischen relativ hoch. „Den Unterhalt kann man nicht mit ein paar alten Männern leisten“, sagte der Vorsitzende. „Die Masse der Instandhaltungsarbeiten haben wir deshalb inzwischen an den Bauhof übergeben.“

Bernhard Jepsen

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